Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Nashörner gehören zu den “Big Five“, für die die afrikanischen Nationalparks berühmt sind. Und doch sind sie nicht groß genug, um sich gegen die feigen und grausamen Angriffe der Menschen zu wehren. Das Horn, das ihnen die Natur zur Verteidigung gegen ihre Feinde mitgegeben hat, wird ihnen zum Verhängnis, denn genau auf dieses haben es die schwer bewaffneten Wilderer abgesehen. Es gilt in Asien als Wunderheilmittel gegen Krebserkrankungen, als Aphrodisiakum oder ganz profan als Mittel gegen den Kater. Nichts davon ist medizinisch bewiesen, und doch werden horrende Summen für das Horn der bedrohten Tiere gezahlt. Wo viel Geld im Spiel ist, hören die Skrupel auf.

Verletztes Nashorn © Kariega Game Reserve

Die Mitarbeiter des Kariega Game Reserve haben ein grauenvolles Wochenende hinter sich. In der Nacht vom vergangenen Freitag zum Samstag wurden drei Breitmaulnashörner in dem Schutzgebiet angegriffen. Ein Nashorn wurde dabei getötet, zwei weitere überlebten schwer verletzt. Die Ranger des Reservates kämpfen zusammen mit Tierärzten um das Überleben der scheuen Tiere.

Während bei dem weiblichen Nashorn die massive Gesichtsverletzung bereits soweit behandelt wurde, dass der Madenbefall der offenen Wunde gestoppt werden konnte und das Tier in einem stabilen Zustand ist, gestaltet sich die Behandlung des jungen Nashorn-Bullen weit komplizierter, der bei der brutalen Enthornung unglücklich gestürzt ist und sich eine schwere Beinverletzung zugezogen hat. Seine Mobilität und seine Überlebenschancen sind dadurch stark einschränkt. Beide Tiere haben einen langen Behandlungsweg vor sich und werden mit ihren dauerhaft entstellten Gesichtern ein Symbol für die Grausamkeit und Profitgier der Menschen sein.

Auf Facebook informiert das Kariega Wildreservat derzeit fast stündlich über die Situation. Tausende Tierfreunde nehmen Anteil an der dramatischen Rettungsaktion.

Aufgrund der hohen Marktpreise nehmen Wilderei und Diebstähle von Nashorn-Schädeln rasant zu, da selbst uralte Hörner noch verkauft werden können. In deutschen Tierparks und Museen wurden deshalb bereits die Sicherheitsvorkehrungen für die Tiere und Ausstellungsstücke erhöht.

Wie aber kann man die bedrohten Rhinos wirksam schützen?

Nashorn im Kariega Game Reserve Nashorn-Kariega © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Das Horn der Tiere ist genau wie Haare und Fingernägel totes Gewebe. In einigen Nationalparks setzt man deshalb auf fachgerechte Enthornung der Tiere unter Vollnarkose – wirksam zwar, aber sehr umstritten. Enthornte Tiere sind zwar vor den Wilderern geschützt, jedoch für die Besucher nicht sehr attraktiv – ein Nashorn ist eben nur mit Horn ein gelungenes Fotomotiv.

Schutzbekundungen auf Papier wie das Washingtoner Artenschutzabkommen helfen nur wenig, so lange ein Markt für Tiertrophäen vorhanden ist. Kurzfristig helfen verstärkte Sicherheitsmaßnahmen zwar, langfristig kann jedoch nur ein Umdenken zum Thema Tierschutz auf allen Kontinenten Erfolg bringen. In Vietnam, dem derzeitigen Hauptmarkt für Rhino-Horn, entwickelt sich langsam eine Tierschutzbewegung, die sich um Aufklärung bemüht. Sobald es keinen Markt mehr für die vermeintlich wirksamen Tierpräparate gibt, wird die Wilderei finanziell unattraktiv. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

In den afrikanischen Ländern fangen viele Einheimische an zu begreifen, dass der Erhalt der Tiere und die Chancen, die der Safari-Tourismus bietet, langfristig mehr Geld abwerfen als ein schneller Verdienst mit illegalen Artefakten. Regionale Aktionen wie z.B. “Project Luangwa” sollen dabei helfen, die Bevölkerung für Tierschutz zu begeistern, aber auch hier ist der Weg mühsam und langwierig.

In Indien schützen bereits Reiseveranstalter vor Ort Nashörner, indem sie gezielt in den Stunden, in denen auch die Wilderer unterwegs sind, Touristen zu den Wasserlöchern führen, wo sich die Rhinos aufhalten und so die Wilderer vertreiben. Dies kann zwar nicht alle Nashörner schützen, aber doch dazu beitragen, die Gegenden für die Wilderer zum unattraktiven Jagdgebiet zu machen. Im Moment können nur stärkere Kontrollen durch ordentlich bezahlte Nationalparkmitarbeiter und harte Gefängnisstrafen der gefassten Wilderer einen Schutz bieten.

Wir hoffen, dass die Rettung der beiden Nashörner im Kariega Game Reserve gelingt und wünschen den Mitarbeitern viel Kraft und alles Gute für diese schwere Aufgabe.

4 Antworten auf Wilderer töten und verletzen Nashörner im Kariega Wildreservat

  • Katja sagt:

    Die Menschen müssen begreifen, das diese Tiere lebend mehr Sinn machen als tot, aber so lange der asiatische Markt so viel für die Hörner zahlt wird es verdammt schwer. Trotzdem toll, das es Menschen gibt, die sich voll und ganz für die Rettung dieser Geschöpfe einsetzt.

  • Susanne sagt:

    Updates: Die Mitarbeiter des Kariega Game Reserve haben heute auf Facebook mitgeteilt, dass man den Nashornbullen “Themba” nach langer Suche endlich gefunden hat und sein Bein mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt werden kann. Der Nashorndame “Thandi” geht es den Umständen entsprechend gut.

    Unser Kollege Jens hat in seinem Bildarchiv Fotos aus glücklicheren Nashorntagen im Kariega Game Reserve gefunden, die als neue Diashow oben zu sehen sind.

  • Schön zu hören, dass die Geschichte nochmal gut ausgegangen ist. Man hört schon zu viele grausame Tiergeschichten aus Südafrika

  • Susanne sagt:

    Verspätete Neuigkeiten aus dem Kariega Game Reserve:
    Themba, der schwer verletzte Nashornbulle, musste am 24.3. eingeschläfert werden, weil sich die Entzündung in seinem Bein auf den ganzen Körper ausgeweitet hatte.

    Thandi geht es gut, die Wunde heilt langsam.

    Auf NBC wurde ein Bericht gesendet und es gibt ebenfalls einen Film auf Youtube

    Das Schicksal der beiden Nashörner hat weltweite Anteilnahme ausgelöst.

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