Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Tages-Archive: 28. Juli 2010

Steht da ein Elefant hinter dem Busch am Ufer? Kanu-Safari auf dem Sambesi. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Morgen fahren wir mit dem Boot zunächst etwas flussaufwärts und steigen dann in Kanus um. Eine Kanu-Safari ist wohl die beste Art, die Flusslandschaft des Sambesi zu erleben. Ohne dass ein Motorgeräusch stört, gleiten wir langsam den Fluss hinunter. Nebelschwaden liegen noch über dem Wasser. Hinter dem sambischen Ufer steigen die Berge empor. Beim Paddeln kommt man auch ein bisschen in Bewegung. Es werden aber keine sportlichen Höchstleistungen verlangt, ganz im Gegenteil. Wenn ich fotografieren oder einfach nur die Szenerie genießen will, lege ich das Paddel quer vor mir ab und der Guide hinten sorgt allein für den Antrieb.

Siesta am Sambesi: Lounge des Chongwe River Camps © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Nach einer Stunde auf dem Fluss treffen wir in Chongwe ein. Das Camp liegt an der Mündung des kleinen Chongwe-Flusses in den breiten Sambesi. Am gegenüberliegenden Ufer des Chongwe beginnt der Lower Zambezi Nationalpark. Man blickt also vom Camp auf den Park und hat hinter sich die Game Management Area (GMA), in der die Tiere bereits einen gewissen Schutz genießen. Manchmal, so erzählen die Guides, sieht man bei Pirschfahrten in der GMA mehr als innerhalb des Nationalparks. Den Tieren ist die zaunlose Grenze also relativ egal. Viel mehr interessieren sie sich für die Früchte der Akazienbäume, die den Zelt-Chalets Schatten spenden. „Manchmal haben wir über 100 Elefanten im Camp“ berichtet mir der Vater des Lodge-Besitzers, der mich an der Anlegestelle begrüßt. Zu den derzeit acht Standardzelten, die ein Stück schicker eingerichtet sind als die in Kasaka, kommen noch zwei Suiten mit jeweils eigenem Plunge-Pool und besonders schönem Blick auf den Zusammenfluss von Chongwe und Sambesi. In den Bädern fallen Wände ins Auge, die ganz ohne gerade Linien auskommen. Die organisch gewachsenen Formen sind Anklänge an einen Architekturstil, der etwas weiter flussaufwärts am Chongwe in einem ganzen Haus verwirklicht wurde. Der Seniorchef zeigt mir das Chongwe River House vom Boot aus und erinnert sich dabei: „Wir sagten dem Architekten, wir möchten eine Form, die sich von allen anderen Häusern und Lodges unterscheidet. Und die haben wir bekommen.“ Beim Betrachten des Hauses mit seinen großen ovalen Fenstern denke ich gleich an die Häuser Friedensreich Hundertwassers. Allerdings wirkt dieses Safari-Haus nicht so bunt und verspielt wie die Gebäude des berühmten Wiener Künstlers. Mit seinen hellen Beige-Tönen passt Chongwe River House auch besser in diese Landschaft hier. Familien oder private Gruppen können dieses ausgefallene Safari-Domizil exklusiv mieten.

Ausgefallene Safari-Architektur: Chongwe River House


Einen Vorschlag für eine Sambia-Safari zum Lower Zambezi mit dem Chongwe River Camp finden Sie hier. Das Programm kann Ihren Wünschen angepasst werden.

Willkommensgruß im Zelt der Kasaka River Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Für den Nachmittagsflug zum Royal Airstrip im Lower Zambezi Nationalpark bin ich heute der einzige Passagier. Wir fliegen über eine bewaldete Bergkette und durch das Tal des Chongwe-Flusses, bis sich schließlich die weite Ebene mit dem breiten Sambesi vor uns auftut. Ich ärgere mich, dass ich meine Kamera in der Fototasche gelassen habe, die auf dem Rücksitz liegt. Vom Sozius-Platz neben dem Piloten aus kann ich sie mir nun nicht mehr angeln.

Bootsfahrt auf dem unteren Sambesi © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gleich nach Ankunft in der Kasaka River Lodge, meinem ersten Quartier, unternehme ich zum Sonnenuntergang noch eine Bootsfahrt. Zum zweiten Mal an diesem Tag bin ich der einzige Passagier, diesmal in einem kleinen Motorboot auf dem Sambesi. Die Gastgeberin erzählt mir, dass sie sich so flexibel wie möglich den Wünschen der Gäste anpassen wollen und versuchen, die Unternehmungen möglichst privat zu planen. Dafür stehen vier offene Pirschfahrzeuge, vier Motorboote sowie Kanus zur Verfügung. Außerdem können sich die Gäste noch für Buschwanderungen entscheiden, die von einem Guide der Lodge geführt und von einem bewaffneten Ranger des Nationalparks begleitet werden. Maximal kann Kasaka 22 Gäste beherbergen. Je acht komfortable Hauszelte befinden sich in beiden Teilen des Camps, die sich vom Hauptgebäude aus gesehen flussauf- und flussabwärts erstrecken. Der eine Flügel ist über einen hölzernen Steg erreichbar und hat ein etwas wilderes Ambiente, denn die Zelte stehen direkt im Busch. Wer es etwas zivilisierter mag, kann eines der Zelte im anderen Teil beziehen, wo sich ein gepflegter Rasen ausbreitet.

Später erfahre ich, wer das Gras hier kurz hält: Es ist Frank, ein Flusspferd, das jede Nacht zum Grasen ins Camp kommt. „Früher besuchte Frank uns meist schon während des Dinners“, erzählt die Gastgeberin. „Neuerdings hat er aber eine Freundin, der die Nähe der Menschen noch etwas suspekt ist. Aus Rücksicht auf sie kommt Frank nun erst nach Mitternacht, wenn es ruhiger ist im Camp.“ Ich werde die Geräusche, die ein Hippo-Maul beim Rasenmähen erzeugt, noch vom Bett aus zu hören bekommen. Doch zunächst besucht uns ein anderes großes Tier, noch während wir beim Abendessen am Pool sitzen. Es ist ein Elefant, der Laub von Bäumen und Büschen reißt und schließlich seinen Durst im Swimmingpool stillen will. Nach dem Dinner gehen alle fünf Gäste noch spontan auf eine Nachtpirschfahrt. Im Scheinwerferlicht sehe ich zum ersten Mal in freier Wildbahn ein Stachelschwein (leider nur von hinten auf der Flucht), Elefanten, Flusspferde, eine Ginsterkatze und Antilopen, die müde auf der Landebahn herumstehen. Hier herrscht offenbar Nachtflugverbot. Nach Hippo Frank kommt der Elefant zurück ins Camp. Die Äste der Bäume direkt neben meinem Zelt scheinen ihm besonders gut zu schmecken. Es ist nicht einfach, bei dieser Geräuschkulisse ein Auge zuzutun. Einmal klingt es gerade so, als wolle er einen Baum umstürzen. Hoffentlich landet der nicht ausgerechnet auf meinem Dach. Später höre ich direkt hinter meinem Zelt Wasser aus einer Leitung oder einem Schlauch strömen. Am nächsten Morgen gehe ich der Sache nach. Die Elefantenspuren sind im Sand klar zu erkennen, weniger als einen Meter neben meiner Zeltwand. Dahinter ist ein Wasserhahn, unter dem der Boden noch feucht ist. Dass Elefanten lernen können, den Hebel von Wasserhähnen zu öffnen, habe ich schon gehört. Aber dass sie den Hahn auch wieder schließen, will mir dann doch nicht einleuchten. Auf der anderen Seite halte ich es auch für unwahrscheinlich, dass der Gärtner des Camps nachts um zwei an meinem Zelt seine Gießkanne gefüllt hat. Ein Rätsel bleibt.

Nächtlicher Besucher will seinen Durst im Swimming Pool der Kasaka River Lodge stillen  © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Kasaka ist nach eigenen Angaben die einzige Lodge im unteren Sambesi-Tal mit einem eigenen Kinderprogramm. So sind schon Kinder ab sieben Jahren willkommen, in vielen anderen Lodges liegt das Mindestalter bei zwölf. Ein Guide zeigt den jungen Gästen auf speziellen Pirschwanderungen viele spannende Sachen. Es gibt Malbücher, in denen man auch noch etwas über die Tiere lernen kann. Und am Ende erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde, die seine neu erworbenen Fähigkeiten im Busch bestätigt. Zwei der Standardzelte sind als Familieneinheit nebeneinander gebaut, mit einer Sitzecke dazwischen. Die Altersgrenze von sieben Jahren ist nicht strikt. Eltern mit noch kleineren Kindern wird empfohlen, das etwas abseits mit schönem Blick auf den Sambesi gelegene Haus „Hippo Pot“ zu mieten. In diesem exklusiven Ambiente können es sich natürlich auch Familien mit größeren Kindern oder zwei befreundete Ehepaare gut gehen lassen.


Einen Vorschlag für eine Sambia-Safari zum Lower Zambezi finden Sie hier. Das Programm kann variiert und mit der Kasaka River Lodge ergänzt werden.

Das Bargeldwechseln im Abflugbereich des Flughafens Johannesburg ist immer noch eine langwierige Angelegenheit, fast so umständlich wie das Einlösen von Reiseschecks. Die Schalter-Angestellten fertigen sich Kopien von Bordkarte und Reisepass an, dann geben sie alle Daten in den Computer ein. Der spuckt eine 0,5 Meter lange Papierfahne aus. Darauf sind mehrere Paragrafen gedruckt, jeweils mit Feldern für Unterschriften dazwischen. „Bitte unterschreiben!“ „Wo?“ „Irgendwo.“ „Bitte notieren Sie auch noch die Telefonnummer!“ „Welche? Privat, Büro oder mobil?“ „Irgendeine.“ Willkommen in Bürokratistan.

Die Maschine nach Lusaka ist voll besetzt. Ich werde von einer Vertreterin der regionalen Fluggesellschaft Proflight erwartet. Bis mein Buschflieger in den Lower Zambezi Nationalpark startet, kann ich in den großen Korbsesseln im Büro von Proflight warten. Außerdem muss ich an einem Schalter gegenüber noch meine Abflugsteuer entrichten. Die Passenger Service Charge beträgt für einen Flug innerhalb Sambias 8 US-Dollar oder 40.000 sambische Kwacha. Der Dollar-Preis steht fest an die Scheibe gepinselt, der Kwacha-Betrag dagegen wurde schon mehrfach überklebt – Währungskursschwankungen. Danach gehe ich auf ein Tonic Water und ein Kännchen Kaffee ins Restaurant, das sich in der ersten Etage befindet und einen Blick auf das Rollfeld bietet. Nachdem die SA Maschine, mit der ich gekommen war, wieder gestartet ist, verlieren sich nur noch ein paar Buschflieger und ein kleiner gelber Jet von DHL auf der großen weiten Fläche. Der rundliche Kellner im schneeweißen Hemd grinst mit seiner schwarzen Fliege um die Wette. Wände in dunklem Holz und Sprelacart-Tischplatten verleihen dem Restaurant das Flair einer Mitropa in den späten Jahren der DDR.

Katogorien

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