Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Monats-Archive: März 2010

1. Tag, 02.03.2010: Abflug in Frankfurt

Und wieder einmal beginnt für mich das Abenteuer Afrika. Das südliche und östliche Afrika ist für mich zwar kein unbeschriebenes Blatt mehr, aber es ist immer wieder mit einer großen Spannung und Erwartungshaltung verbunden, den schwarzen Kontinent zu bereisen. Welche Abenteuer werden mich wohl diesmal erwarten?

Meine Reise führt mich zunächst nach Kapstadt und von da aus auf der klassischen Route „Von Kapstadt zu den Victoria-Fällen“ bis nach Windhoek. Ich verkürze die ursprünglich dreiwöchige Reise also auf zwei Wochen und verlasse die Gruppentour am 14. Reisetag in der Hauptstadt Namibias.

Doch bevor es soweit ist, muss wieder einmal eine lange Flugstrecke zurück gelegt werden.

Wenig abenteuerlich beginnt meine Reise am heimischen Bahnhof. Per Rail&Fly Ticket der Air Namibia geht es in den Vormittagsstunden in Richtung Flughafen Frankfurt.

Zum Thema Rail&Fly: es gibt ja immer wieder Verwirrungen unter unseren Reisegästen, die noch nie mit einem solchen Ticket mit der Bahn gefahren sind. Hauptsächlich drehen sich diese Bedenken um das Lösen des Tickets. Im Prinzip ist es ganz einfach: man folgt am Fahrkartenautomaten einfach den Anweisungen „Rail&Fly Ticket abholen“. Recht einfach und umkompliziert wird man dann durch das Menü geführt. Wissen sollte man aber, dass das Ticket maximal einen Tag vor der Abreise gelöst werden und man spätestens einen Tag nach Rückankunft in Deutschland wieder in seinen Ausgangsort zurück fahren muß. Das Ticket wird nämlich auch gleich für die Rückfahrt mit ausgestellt. Und so sieht ein ausgedruckter Rail&Fly-Fahrschein aus:

Rail-&-Fly-Ticket der Deutschen Bahn
Ein Beispiel für ein Rail&Fly-Ticket der Deutschen Bahn, hier mit Air Namibia

Erstaunlicherweise hält die Bahn diesmal den Fahrplan pünktlich auf die Minute ein. Ich erreiche mein Ziel um 15:50 Uhr. Eigentlich viel zu zeitig, denn der Flieger mit der Flugnummer SW 286 startet ja erst um 20:25 Uhr. So habe ich also noch genügend Zeit, mich ein wenig im Terminal umzuschauen. Es gibt ja immer wieder etwas Neues auf dem Frankfurter Flughafen zu entdecken. Ich nutze auch zum ersten Mail die sogenannte „Skyline“, einen kleinen führerlosen Zug, der das Terminal 1 mit 2 verbindet.
Nachdem das Gepäck aufgegeben ist, kann ich mich freier bewegen. So setze ich mich erst einmal in ein Restaurant einer großen amerikanischen Fast-Food-Kette. Im Terminal 2 hat man von diesem Restaurant aus einen fantastischen Blick aufs Rollfeld und auf die Start- und Landebahnen. Man könnte das ganze auch „Mc-Flight-Watching“ nennen.

Der Flug ist pünktlich. Ich hatte, um besser schlafen zu können, schon kurz nach dem Check-In zwei homöopathische Schlaftabletten genommen. Wartend im Gate sitzend merke ich plötzlich, wie es mir jetzt schon die Augen zu zieht. Noch schnell ein paar Abschieds-SMS an die Lieben zu Hause geschrieben und dann beginnt auch schon das Boarding. Noch vor dem Abendessen an Bord falle ich in eine Tiefschlafphase, aus der ich unsanft mit dem an meinen Ellbogen anschlagenden Trolley geweckt werde. „Dinner, Sir!“ grinst mich die Saftschubse an. Irgendwie bekomme ich den Eindruck, dass ihr Lächeln ein klein wenig hämisch wirkt. Egal, nach dem Essen und einem zusätzlichen Plastikbecher Wein schlafe ich schnell wieder ein. Um 20 Minuten vor sechs Uhr werden die Fluggäste mit einer lauten Lautsprecheransage geweckt: „Good morning ladies and gentlemen. We`re about to serve breakfast.“ Dankeschön für die Info! Immerhin habe ich den Großteil des Nachtfluges erfolgreich verschlafen.

2. Tag, 03.03.2010: Ein herrliches Panorama empfängt mich in Kapstadt

Flugzeug der Air Namibia auf dem Flughafen Windhoek
Ein Airbus A380 der Air Namibia auf dem Hosea Kutako International
Airport in Windhoek © Foto: Jens Döring

Nach 9 ½ Stunden erreicht die Air Namibia schließlich Windhoek planmäßig um 07:25 Uhr. Pünktlich genug, um zu erfahren, dass mein Anschlussflug nach Kapstadt um 10:45 Uhr sich verspätet. Erst heißt es um zwei Stunden, schließlich werden es drei. Um 16:30 Uhr lande ich schließlich in Kapstadt. Bei meinem letzten Besuch bin ich in der Dunkelheit gelandet und konnte damit die Stadt am Tafelberg nur als einziges Lichtermeer bestaunen. Diesmal gestaltet sich die Kulisse ganz anders: Bei strahlend blauem Himmel thront das Wahrzeichen Table Mountain mit Signal Hill, Lion’s Head und Devil’s Peak stolz über der Stadt. Ein traumhaft schöner Anblick, der für die lange Wartezeit in Windhoek entschädigt. In diesen Momenten freut man sich, einen solchen Job zu haben. Ein bisschen habe ich schon ein schlechtes Gewissen. Weiß ich doch nicht genau, ob mein Transferfahrer die ganze Zeit am Flughafen gewartet hat. Jedenfalls steht „Oscar“ schon bereit und heißt mich im heißen Kapstadt auf das Herzlichste willkommen. Er erzählt mir auf dem Weg ins Gästehaus, dass Kapstadt für die Fußball-WM gewappnet sei. Trotzdem sehe ich noch viele Baustellen, die im Moment für einige Behinderungen in und um die Stadt sorgen. Das neue Stadion in Green Point dagegen scheint von außen fertig gestellt zu sein. Oscar berichtet mir, dass aber noch einige Ausbauarbeiten im Inneren erledigt werden müssen.

Landeanflug auf Kapstadt
Im Landeanflug auf Kapstadt: Faszinierendes Panorama mit dem
Tafelberg © Foto: Jens Döring

Als wir das Sweet Orange Guesthouse erreichen, stehe ich zunächst vor verschlossener Tür. Auch energisches Klingeln hilft mir nicht weiter. Erst nach zwei Telefonanrufen tut sich etwas. Ein Typ mit einem Sunway-Safari T-Shirt, der durchschwitzt die Straße runter kommt, lässt mich rein. Ich frage gleich nach, ob er auch der Guide für die morgen startende Tour ist. Er bestätigt und stellt sich mit Pieter vor. Ich bin froh, schon mal einen der Guides kennen gelernt zu haben.

Nach schnellem Umziehen, ich musste unbedingt aus meinen Jeans raus, mache ich mich gleich wieder auf den Weg in die Stadt. Die nahe gelegene Main Road im Stadtteil Sea Point bietet zahlreiche Geschäfte wie Supermärkte, Apotheken, Internet-Cafés und, und, und. Nachdem die ersten Snacks und Wasserflaschen gekauft sind, flaniere ich noch etwas an der Promenade entlang. Noch einen Sandwich-Happen auf dem Weg mitgenommen falle ich gegen 21:00 Uhr müde und erschöpft ins Bett.

3. Tag, 04.03.2010: Kaphalbinsel

Heute klingelt um 06:00 Uhr der Wecker. Eigentlich eine typische Weckzeit, wenn man auf Safari im südlichen Afrika ist. Da ich in der letzten Nacht im Sweet Ocean View Guesthouse und nicht wie geplant am Sweet Orange Guesthouse geschlafen habe, muß ich am Morgen noch zehn Minuten Fußweg einplanen. Die beiden Unterkünfte sind unter dem Dach der „Sweetest Guesthouses“ zusammengefasst, zu dem auch noch das Sweet Lemon Guesthouse zählt.

Sweet Ocean View Guesthouse in Cape Town
Sweet Ocean View Gästehaus in Green Point © Foto: Jens Döring

Das Sweet Ocean View Guesthouse ist in einer hübschen Villa untergebracht und etwas am Berg oberhalb der Küste gelegen. In wenigen Gehminuten erreicht man Shops, Supermärkte, Restaurants, Internet-Cafés und vieles mehr. Auf der 50 Quadratmeter großen Dachterrasse kann man die Sonne über den Dächern von Sea Point untergehen sehen. Außerdem steht ein Whirlpool mit einem majestätischen Löwenkopf zur Entspannung und Erfrischung zur Verfügung.

Alle vier Zimmer sind individuell möbliert und mit einer ganz persönlichen Note versehen. Zur Ausstattung gehören Minisafe und TV. Die TV-Lounge in der obersten Etage bietet einen Flachbildfernseher und einen Kamin. Es steht ebenfalls eine Bar mit alkoholfreien Getränke, Bier, verschiedenen Weine und Likören aus Südafrika bereit.

Kapstadt, die Victoria & Alfred Waterfront und die Strände Clifton und Camps Bay sind nur wenige Fahrminuten entfernt.

Um 8 Uhr trifft sich die Gruppe zum ersten Mal zum Frühstück im Sweet Orange Guesthouse. Unsere Guides sind Pieter und Tinus, die sich gleich vorstellen und kurz nach dem Frühstück mit dem Briefing beginnen. Inhalt eigentlich wie immer: erwünschtes Verhalten auf Safari, an Grenzübergängen etc… .

Die Gruppe ist „brisant“ zusammengemischt: sechs Deutsche, drei Briten, eine Portugiesin und eine Französin. Mit elf Leuten ist die Tour damit bis auf einen freien Platz ausgebucht. Nicht schlecht für diese Jahreszeit.

Wir brechen gegen 9 Uhr auf zur Kaphalbinsel und zum Cape Point. Der größte Teil der gebirgigen Halbinsel gehört heute zum Table Mountain National Park. Er umschließt den Tafelberg mit Signal Hill, das Silvermine Nature Reserve und das Cape of Good Hope Nature Reserve. Wir fahren auf der M6 entlang der Atlantikküste und erreichen zunächst Hout Bay. Wir halten an einem Aussichtspunkt und genießen einen prachtvollen Blick über die Bucht.

Hout Bay in der Nähe von Kapstadt
Hout Bay mit dem Fischereihafen © Foto: Jens Döring

Begrenzt wird die Bucht am gegenüberliegenden Ufer von dem 300 m steil zum Meer abfallenden Kliff des Sentinel. Der Name „Holz-Bucht“ stammt von den hier ursprünglich dichten Wäldern, die schon früh für den Schiffsbau abgeholzt wurden. Der Ort hat heute mit seinem Fischereihafen hohe Bedeutung für den Langustenfang.

Weiter geht die Fahrt auf dem Chapman’s Peak Drive. Die 1922 erbaute Straße gilt bautechnisch als Meisterstück und zählt zu den spektakulärsten Küstenstraßen der Welt. In etwa 150 Metern Höhe kann man immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die Küstenlandschaft genießen.

Kurz nach 10:00 Uhr erreichen wir Simon’s Town an der False Bay, den südlichsten Ort der Kaphalbinsel. Der Charakter des Ortes wird bestimmt durch enge, geschwungene Straßen und altmodische Pubs. Der ehemalige Winterhafen der Niederländisch-Ostindischen Kompanie wurde 1957 zum Hauptquartier und Ausbildungszentrum der südafrikanischen Kriegsmarine erklärt. Wir spüren das sofort, denn über dem Ort kreisen pausenlos Marine-Hubschrauber. Pieter erklärt uns, dass am folgenden Wochenende hier ein deutsch-südafrikanisches Marine-Festival veranstaltet wird. Die Flüge dienen dafür zu Übungszwecken und Show-Einlagen.

Pinguine an Boulders Beach
Pinguinkolonie am Boulders Beach in Simons Town © Foto: Jens Döring

Gleich hinter Simon’s Town zweigt eine Straße ab, die zum Boulder’s Beach führt. Bekannt geworden ist diese Bucht durch die Ansiedlung einer Kolonie von Brillenpinguinen, die am Strand brüten und sich aus der Nähe beobachten lassen. Hier halten wir uns eine halbe Stunde auf, bevor wir weiter Richtung Süden entlang der zerklüfteten Küste fahren. Gegen halb zwölf erreichen wir den Eingang zum Cape of Good Hope Nature Reserve. Die Südspitze der Kaphalbinsel wurde 1939 zum Naturschutzgebiet erklärt. Der Park ist Heimat von verschiedenen Antilopenarten, Bergzebras, Straußen, Schildkröten, Eidechsen, Geckos und vielen Vogelarten. Den Bewohnern am schwersten machen es jedoch die vielen Paviane (Baboons), die teils aggressiv und dreist zu Werke gehen und selbst in Häuser einbrechen, um an Nahrung zu gelangen. Aber auch am Parkplatz am Cape Point ist Vorsicht geboten: schnell ist das Mittagsbrötchen weg oder die Fanta-Flasche plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Füttern ist hier strengstens verboten!

Wir fahren zunächst hinunter zum Kap der Guten Hoffnung, das seit frühesten Seefahrerzeiten für seine Stürme berühmt ist. Jeder von uns schießt ein fast schon obligatorisches Bild von den Schildern, die auf das Kap als solches aufmerksam machen. Manche auch posierend, andere eher mit einem erzwungenen Lächeln. Getreu dem Motto: „Been there, done that!“.

Jens am Kap der Guten Hoffnung
Unser Mitarbeiter Jens Döring am Kap der Guten Hoffnung © Foto: Jens Döring

Einige aus unserer Gruppe möchten nun gerne den etwa halbstündigen Fußmarsch hinauf zum 212 Meter hoch gelegenen Cape Point machen. Die beiden Bayern Anton und Lydia sowie meine Wenigkeit lassen uns lieber mit dem Truck hinauf fahren. So bleibt uns mehr Zeit für einen kleinen Mittagssnack.

Leider ist die Standseilbahn „Funicular“ wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Als Alternative fahren klimatisierte Shuttle-Busse hinauf zum Leuchtturm. Das möchte ich mir aber nicht antun. Außerdem bin ich zu geizig und gehe die wenigen aber steilen Meter zu Fuß.

Der alte Leuchtturm ist außer Betrieb, dient heute aber als vortreffliches Fotomotiv. Der Blick hinunter auf den Atlantik erstaunt mich immer wieder. In der Ferne sieht man Schiffe, die auf einer der der wichtigsten Schifffahrtsrouten unterwegs sind. Schwer vorstellbar, dass es zwischen hier und dem Südpol nur noch Wasser und Eis gibt.

Cape Point Südafrika
Cape Point mit Blick auf den Atlantik © Foto: Jens Döring

Um 14 Uhr brechen wir wieder auf und fahren über Fish Hoek und durch die Weinanbaugebiete von Constantia zurück nach Kapstadt. Ich nutze die Gelegenheit und lasse mich zusammen mit anderen Gästen aus unserer Gruppe an der V&A Waterfront in Kapstadt absetzen. Zeit, um sich auf eigene Faust noch etwas umzuschauen und die Innenstadt zu erkunden. Okay, die Preise sind hier schon ganz schön hoch, aber das Panorama, das man hier bei einem Eisbecher für 10 Euro genießen kann, ist unbezahlbar.

Anschließend marschiere ich los in Richtung Sea Point, wo ich etwa eine Stunde später am Gästehaus ankomme. Das Eis ist auf jeden Fall schon wieder abtrainiert! Um 19 Uhr trifft sich die Gruppe dann wieder, um zusammen nochmals an die Waterfront zum Abendessen zu fahren. Das Essen ist auf eigene Kosten, was aber einige aus unserer Gruppe nicht davon abhält, im „The Greek Fisherman Restaurant“ Spezialitäten wie Langusten und Miesmuscheln zu probieren. Griechisch finde ich ja immer klasse und so bestelle ich mir, wie immer, eine Grillplatte. Sehr lecker! Als die Sonne dann verschwindet, wird es doch etwas frisch und ich bereue, mir doch nicht meine Fleecejacke mitgenommen zu haben. Wieder was dazu gelernt.

Waterfront Cape Town
An der V&A Waterfront in Kapstadt © Foto: Jens Döring

Gegen 23 Uhr beschließen wir den Abend in der Lodge und entschlummern satt und zufrieden ins Reich der Träume. Das Zimmer teile ich mir übrigens mit George, einem Briten. Ich bin begeistert, wie wenig Gepäck der bei sich hat. Er hatte sich am Nachmittag eine neue Tasche an der Waterfront gekauft und packt seine Sachen noch am selben Abend um. Erstaunlich, was es alles so speziell für den Camping-Trip zu kaufen gibt. Zahnpasta, Zahnbürste, Taschenlampen – alles im Mini-Format, damit nur nicht zu viel Gepäck mit sich herum geschleppt werden muss. George schaut nur ganz mitleidig auf meine Tasche, die wohl doppelt so groß wie seine neue ist. Mir fällt es eben schwer, Dinge einfach zu Hause zu lassen. Wie dem auch sei, es ist, wie es ist. Sleep tight!

Wie es weiter geht, erfahren Sie im zweiten Teil…

Elefant in der Serengeti © Foto: Svenja Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen
Zambia und Tanzania dürfen weiterhin keinen Handel mit Elfenbein treiben. Das hat die CITES-Konferenz in Doha in der vergangenen Woche entschieden. Weltweit wird dies nun als Sieg für die Elefanten gefeiert. Die beiden Länder, in denen bis heute noch viel gewildert wird, hatten auch beantragt, den Schutz-Status ihrer Elefantenbestände herabzusetzen. Auch dieser Antrag wurde abgelehnt. Der Schmuggel mit Elfenbein und der Schwarzmarkt blühen jedoch leider weiter, vor allem um die Nachfrage aus Asien zu befriedigen. In Tansania und in Sambia hat sich der Elefantenbestand in den letzten Jahren verringert, auch bedingt durch Korruption bis in höchste Ebenen und fehlende Wildhüter in den Nationalparks.

Mehr Infos: http://www.prowildlife.de/PM22/03/10

Auf der privaten Dachterrasse des Matemwe Retreat, Sansibar © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Auf der privaten Dachterrasse des Matemwe Retreat


Die Sonne steht schon tief am Himmel, als wir nach Matemwe zurückkehren. In der letzten Nacht auf Sansibar habe ich eines der drei exklusiven Retreats für mich allein. Eine ganze Villa mit zwei Etagen und kleinem Pool auf dem Dach. Schnell renne ich die Treppen hinauf. Solange die Abendsonne noch scheint, muß ich doch für die Daheimgebliebenen per Selbstauslöser ein Bild schießen, das mich relaxt in der Badewanne zeigt – schlanke Palmen, der Indische Ozean und Mnemba Island im Hintergrund. Das mit dem Relaxen ist gar nicht so einfach. Mir fällt ein, daß erst ein kühles Bier die Szene komplettieren kann. Also nochmals im Bademantel die Treppen runter zur Minibar, mit der Flasche in der Hand wieder nach oben: Und nun, auf die Plätze, fertig, los: zisch, platsch, klick – Erholung!

Prost, Marco! Im privaten Pool auf dem Dach des Matemwe Retreat, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Prost, Marco! Im privaten Pool auf dem Dach des Matemwe Retreat


Wer im Matemwe Retreat nicht wie ich auf einer Stippvisite ist, sondern ernsthaft Urlaub macht, der genießt das ganz besondere Konzept des Retreats. Für jede Villa steht rund um die Uhr ein eigener Butler zur Verfügung, der die Wünsche seiner beiden Gäste erfüllt. Er serviert das Frühstück je nach Wunsch am Bett oder auf der Veranda, das Dinner bei Bedarf auch um Mitternacht auf der Dachterrasse unter dem Sternenzelt. Im Laufe des Vormittags kommt der Koch vorbei und bespricht mit den Gästen die nächsten Mahlzeiten: Welcher Fisch wurde am Morgen gefangen und ist besonders zu empfehlen? Soll es doch lieber ein Filet vom Grill sein? Die Mauern des Retreats haben schon etwas Patina angesetzt, den hölzernen Möbeln auf der Veranda sieht man die bleichende Wirkung der Seeluft an. Das alles wirkt echt und gefällt mir gerade deshalb viel besser als jedes Retorten-Resort. Wenn man nicht schon verheiratet wäre, so ein Retreat wäre das perfekte Ziel für die Hochzeitsreise.

Matemwe Retreat, Sansibar © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Matemwe Retreat, Sansibar


Viel Zeit zum Träumen bleibt mir aber nicht, schließlich sind wir noch zum Abschieds-Abendessen eingeladen. Serviert wird heute bei Kerzenlicht direkt am Strand. Am nächsten Morgen schleiche ich mich schon 5.30 Uhr aus dem Haus, um den Buttler nicht zu wecken. Heute Nachmittag geht mein Rückflug nach Hause. Abends an der Bar hatten wir uns noch zu einem Schnorchelausflug verabredet. Weil das Boot bei Ebbe nicht mehr ablegen kann, müssen wir schon vor 6 Uhr starten. Wir fahren erst ein Stück an der Küste entlang gen Norden. Neben uns sammeln sich immer mehr Fischerboote, die ihre Segel in der Morgensonne gesetzt haben. Ein beeindruckender Anblick – und ich habe meine Kamera im Zimmer gelassen. Schließlich geht das Boot vor Mnemba Island vor Anker. Hier soll es die besten Tauch- und Schnorchelreviere geben. Als zwei Delphine auftauchen, gehen wir gleich ins Wasser. Ich sehe einen der grauen Meeressäuger noch kurz durch die Taucherbrille, dann ist er verschwunden. Die Delphine haben heute offenbar keine Lust, mit den Touris zu schwimmen. Also konzentrieren wir uns auf die Korallen und die unzähligen bunten Fische. Unser Guide zeigt auf einen Stein, der sich plötzlich bewegt. Es war also ein Fisch mit besonders guter Tarnung. Ich bin begeistert über die Vielfalt der Unterwasserwelt, die man hier schon beim Schnorcheln erleben kann. Genau in diesem Gewässer hatte ich vor sieben Jahren meine ersten Tauchgänge absolviert. Gut, als Taucher kann man den Fischen weiter in die Tiefe folgen, hat einen größeren Aktionsradius. Aber der technische Aufwand ist beim Tauchen eben auch viel größer. Als Anfänger muß man den größten Teil seiner Aufmerksamkeit für technische Dinge opfern. Heute beim Schnorcheln kann ich ohne viel nachzudenken die Welt der farbenfrohen Fische genießen.

Wenige Stunden später stehe ich am Flughafen von Sansibar in einer von mehreren Schlangen. Der Check In wird hier ohne Computer erledigt. Obwohl ich in der Reihe ganz vorn stehe, dauert es über eine Stunde, bis alle Sonderfälle, die sich vordrängeln müssen, abgefertigt sind und ich endlich an die Reihe komme. Die Abfertigung findet zum Teil im Freien, zum Teil unter einer großen Überdachung statt. Nachdem mein Ticket kontrolliert ist, muß ich noch kreuz und quer zu drei weiteren Schaltern laufen: Gepäckaufgabe, Abflugsteuer (die ist in meinem Fall schon mit dem Ticket bezahlt, so bekomme ich einen Frei-Stempel) und schließlich Paßkontrolle. Eile ist nicht geboten. Mein Abflug mit Ethiopian Airlines hat über eine Stunde Verspätung. Auch die Zwischenlandung in Dar es Salaam dauert länger als geplant. So verkürzt sich die Umsteigezeit in Addis Abeba, wo allerdings aufmerksame Mitarbeiter der Fluggesellschaft im Terminal bereit stehen und diejenigen Passagiere, deren Anschlußflüge warten, schnell zum richtigen Gate lotsen. „Washington?“, fragt mich ein solcher Lotse. Nein, Frankfurt. Da ist nicht ganz so viel Eile geboten. So reicht es wenigstens noch zu einem kühlen Bier in der Bar zum Obelisk.

© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:

Katogorien

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