Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Meine zweite Afrika-Reise in diesem Jahr führte mich zusammen mit meinem Kollegen Jens nach Tansania.

29.05.2009
Drei Stunden Schlaf. Das ist verdammt wenig. Als mein Wecker um 2:30 klingelt, bin ich aber hellwach und gespannt wie ein Flitzebogen. Um drei sitze ich im Auto, um halb vier treffe ich mich mit Jens unter der Brücke. Ja, tatsächlich. Unter der Autobahnbrücke an der A72, Abfahrt Plauen-Süd. Und dort bleibt mein alter Corsa, wegen seiner Aufkleber liebevoll „Giraffenauto“ genannt, die nächste Woche stehen. Jens nimmt mich mit nach Nürnberg. Dort startet am frühen Morgen unser Zubringerflug nach Zürich. Ein großer, sehr übersichtlicher, aber auch sehr nüchterner Flughafen. Viel Beton. Wir suchen ein Café und schlucken unsere erste Malarone-Tablette mit einem teuren Glas Milch von Schweizer Kühen. Als wir in der U-Bahn zum Terminal E sitzen, huscht ein Lächeln über unsere müden Gesichter, denn zu unserem Erstaunen werden wir mit Alphornblasen und Kuhglocken beschallt. Später erfahren wir, daß auf der Gegenstrecke der originale Heidi-Song gespielt wird.
Am Gate erwarten uns schon die weiteren Teilnehmer unserer Info-Reise. Wir werden herangewunken und begrüßt. Nur noch eine junge Frau fehlt, und da keiner weiß, wie sie aussieht, wird einfach jede angesprochen, die suchend herumläuft. Eine, offenbar nicht die gesuchte, entgegnet schelmisch: „Am I missing something?“.

So fröhlich, wie es anfängt, bleibt es auch. Unsere drei deutschen „Betreuer“ von Swiss, von Mövenpick und von Kearsley Travel spielen sich nicht als solche auf und sind eigentlich eher Reisegäste genau wie wir. Unsere kleine Truppe von insgesamt nur neun Mitreisenden empfinde ich als ideale Größe.

Das Flugzeug, das uns nach Dar es Salaam bringt, ist nur schwach besetzt. Man könnte sich im Mittelblock hinlegen. Jens hatte uns bei der 24-Stunden-Online-Reservierung Plätze am Notausgang gebucht. Die Beinfreiheit ist genial. Beim Start sitzt uns eine gesprächige, nette Schweizer Stewardess gegenüber. Jens belauscht später, wie ein Kollege sie darüber aufklärt, was der Kilimanjaro ist.
Der Flug dauert den ganzen Tag. Als wir nach kurzem Stop in Nairobi in Dar es Salaam landen, ist es schon dunkel draußen. Der Flughafen von Dar, den ich schon von einer früheren Reise nach Sansibar kenne, ist immer noch genauso chaotisch und häßlich. Es ist schwülwarm. Wir stehen Schlange am Schalter für die Visa. Zum Glück haben wir Annette aus der Oberpfalz dabei. Sie hat einen tansanischen Mann und spricht Kisuaheli. Sie sammelt ganz resolut unsere Pässe und unser Geld ein und regelt alles in kurzer Zeit.
Der Transfer in die Stadt dauert etwa eine halbe Stunde, die typischen langen Staus an Ampeln mitgerechnet. In Flughafennähe gibt es keine Hotels. Wir sind im schicken und großen Mövenpick-Hotel Royal Palm einquartiert. Allein die Eingangshalle ist riesig. Nachdem wir unsere mit allem Komfort ausgestatteten Zimmer bezogen haben, treffen wir uns zu Drinks und Häppchen im Garten des Hotels an Stehtischen. Noch um 21 Uhr haben wir sicher 28°C, allmählich wird es angenehm. Im Hintergrund singt und tanzt eine afrikanische Band. Die Gespräche mit den Mitreisenden und dem Gastgeber-Ehepaar, das das Hotel leitet, sind noch etwas aufgesetzt, und wir sind alle hundemüde. Bald verkriechen wir uns in unsere schönen Betten, die wir nach dem langen Flug besonders genießen.

Halle und Frühstücksraum des Mövenpick-Hotels Royal Palm in Dar es Salaam

30.05.2009
Good Morning Dar es Salaam! Der Wecker klingelt angenehm spät (07:45). Erst beim Aufschieben der Vorhänge sehe ich den herrlichen Sonnenschein draußen. Ich hatte tief und fest geschlafen und freue mich nun auf eine Dusche und ein gutes Frühstück. Im Anschluß besichtigen wir das Hotel. Es hat 230 Betten in verschiedenen Zimmerkategorien (wir sehen auch die edlen Suiten) und macht einen sehr gepflegten Eindruck. Auch der Außenbereich mit großem Garten, Pool und offenem Restaurant ist schön angelegt. Das Hotel ist durchaus eine gute Wahl für eine Nacht in Dar es Salaam. Wobei Dar selbst eigentlich keine Reise wert ist. Das sehe ich wieder einmal bei der Fahrt durch die Stadt. Eine afrikanische Großstadt ohne besonderen Charme. Überall wird gebaut, die Bauzäune und Baugerüste sehen zum Teil abenteuerlich aus. Auf den Bürgersteigen ein emsiges Treiben.
Wir fahren zum Büro von Kearsley Travel. Diese Firma hat unsere Rundreise vor Ort organisiert. Sehr gut und zuverlässig, wie wir im Verlauf der Reise immer wieder merken.

Straßenszene in Dar es SalaamDas Büro ist relativ klein, voll besetzt, bis unters Dach mit Aktenordnern vollgestellt und es herrscht eine emsige Arbeitsatmosphäre. Der Umzug in ein neues, größeres Büro steht kurz bevor. Vinay, der General Manager, begrüßt uns und erzählt uns einiges über die Firma. Sie buchen in Tansania und den Nachbarländern alles von der Camping-Safari bis zu edlen 5-Sterne-Unterkünften, unabhängig von den Lodge-Ketten und ganz nach Kundenwunsch. Dabei setzen sie eigene Fahrzeuge und geschulte Guides ein.
In Kearsley-Autos fahren wir zurück zum Flughafen, wo Vinay uns noch zu einem leckeren, sehr indisch geprägten Mittagessen einlädt. Wie so oft läuft auch hier eine Klimaanlage, die viel zu kalt eingestellt ist. Dann ist Einchecken auf afrikanisch für den Inlandsflug nach Arusha angesagt. Fließbänder für das Gepäck gibt es nicht. Alles ist Handarbeit. Interessanterweise startet Precision Air vom Internationalen Flughafen Dar und nicht vom zwei Kilometer entfernten Domestic Terminal. Wir fliegen fast voll besetzt nach Arusha. Der knapp anderthalbstündige Flug startet pünktlich, verläuft ruhig und alles wirkt sehr solide. Im Bordmagazin der Precision Air lese ich, daß diese Airline ab 2010 die modernste Flotte Afrikas haben wird.

 

Übersicht aller Teile  des Reiseberichtes Tansania:

 

 

 

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