Reiter von Windhoek zieht um

von Marco Penzel

Ein Wahrzeichen der namibischen Hauptstadt Windhoek steht nicht mehr an seinem gewohnten Platz. Das aus der deutschen Kolonialzeit stammende Reiterdenkmal wurde vergangene Woche vom Sockel auf dem Hügel vor der Christuskirche entfernt. Zusammen mit dem Reiter wurde auch die Gedenktafel eingelagert, auf der in deutscher Sprache der Zweck des Denkmals erklärt ist: Die Erinnerung an die deutschen Soldaten, die bei den Aufständen der Herero und der Hottentotten in den Jahren 1903 und 1907 sowie bei der Kalahari-Expedition 1908 ums Leben kamen. Die namibische Regierung hatte bereits 2001 beschlossen, das Standbild zu versetzen. Es galt immer als Zeichen für den liberalen, offenen Geist der namibischen Gesellschaft, daß die Denkmäler aus der Kolonialzeit weiterhin als ein Teil des historischen Erbes gepflegt wurden. Und der Reiter soll auch nicht weit von seinem angestammten Standort entfernt vor der Alten Feste originalgetreu wieder aufgebaut werden. Der Deutsche Kulturrat und viele Historiker hatten sich im Vorfeld gegen einen Eingriff in das historische Ensemble ausgesprochen. Auf dem Hügel, auf dem bisher der Reiter thronte, soll ein neues Unabhängigkeitsmuseum errichtet werden. Mit Spannung werden die Entwürfe dafür erwartet. Erste Informationen lassen daran zweifeln, daß es am Ende einen Gewinn für das Stadtbild Windhoeks sein wird. Mit dem Neubau des Museums ist ausgerechnet ein nordkoreanisches Unternehmen beauftragt.Die Allgemeine Zeitung aus Windhoek dokumentiert die Entwicklung um das symbolträchtige Reiterdenkmal ausführlich. Hier gibt es auch eine lebhafte Leserbrief-Disukssion.

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