Lodges in Karatu – Reisebericht Tansania (5)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Svenja Donnerstag August 27, 2009

Plantation Lodge © Fotos: Svenja Penzel
05.06.2009
Heute ist unser letzter Tag in Tansania, und wir haben uns noch viel vorgenommen. Im Hochland am äußeren Rand des Kraters in der Nähe der Stadt Karatu gibt es eine Reihe hübscher Lodges, die wir uns anschauen wollen. Sie sind gute Alternativen zu den Hotels oben am Kraterrand, vor allem wenn die Top-Lage kein Muß ist und eine längere Anfahrt in den Krater kein Problem. Dafür sind sie kleiner, ruhiger und persönlicher. Zuerst steuern wir die Plantation Lodge an. Sie liegt am Hang mit Blick auf eine Kaffeeplantage. Der große Garten mit dem kurzgeschnittenen Rasen und den Blumenbeeten wirkt sehr gepflegt, so wie auch die ganze Anlage einen feinen, gediegenen Eindruck macht. Das Haupthaus und die einzelnen Gästehäuser liegen verstreut zwischen Rasenflächen und Kaffeesträuchern. Jedes dieser Häuser und jedes Zimmer ist anders. Die Einrichtung ist von schlichter Eleganz, doch man erkennt die Liebe zum Detail bei vielen Deko-Elementen. Es gibt ca. 50 Betten, die sich auf klassische Doppelzimmer, größere Suiten mit Wohnzimmer und Kamin und Familien-Chalets verteilen. Mehrere Frühstücks- und Speiseräume ermöglichen es kleineren Reisegruppen oder Familien, ungestört zusammenzusitzen. Eins der Häuser ist für zwei Familien konzipiert und hat auch zwei Doppel-Kinderzimmer sowie einen großen gemeinsamen Aufenthaltsraum mit Kamin, der auf zwei Ebenen gebaut ist. Herrlich. Hier kann man es übrigens auch an einem Regentag wie heute wunderbar aushalten. Die Lodge ist unter deutscher Leitung, was man irgendwie auch auf positive Weise spürt. Wir sind alle begeistert.

The Manor at Ngorongoro © Fotos: Svenja Penzel

Als nächstens schauen wir uns The Manor at Ngorongoro an. Diese erst vor wenigen Monaten eröffnete Luxuslodge der Elewana-Gruppe liegt noch etwas weiter weg von der Hauptstraße – man fährt zunächst zehn Minuten durch große Kaffeeplantangen. Die Anlage liegt auf der Farm Shangri-La und ist im kapholländischen Stil mit schönen weißen großen Häusern erbaut. Alles ist vom Feinsten. An den großzügigen Empfangsbereich schließt sich ein Saal mit zwei angrenzenden Aufenthalts- und Speiseräumen an. Überall stehen riesige frische Blumensträuße. Es gibt einen Weinkeller eine Treppe tiefer, daneben einen Billard-Raum und eine TV-Lounge mit Projektion auf Großleinwand. Die 40 Betten sind auf mehrere verschieden große Häuser verteilt. Einige haben „nur“ zwei Doppelzimmer, jedes sehr groß und schick mit weichem Teppich, tollem Bad, kleiner privater Terrasse mit Liegestühlen und Blick ins dicht bewachsene grüne Tal, eigenem Kamin drinnen und draußen und einer Innen- und einer Außendusche. Andere Häuser sind für Familien oder Freundesgruppen und haben bis zu acht Betten mit gemeinsamem Aufenthaltsraum. Angeboten werden Pferdereiten (die Ankunft dreier Reitpferde steht kurz bevor), Wanderungen, Mountain Bike etc. Von hier aus braucht man etwa zwei Stunden bis zum Kraterboden. Auch diese Lodge ist also durchaus als Basisstation für Pirschfahrten im Krater und im nahem Lake Manyara Nationalpark geeignet. Der nette Manager, der uns hier herumführt, empfiehlt uns dringend, unseren Kunden hier einen Entspannungstag zu gönnen. Der Wellness-Bereich ist fast fertig, ein Pool soll bis Jahresende noch gebaut werden. Also hier könnte man es sicherlich auch eine Woche lang aushalten. Die Zeit der Kaffee-Ernte und -verarbeitung von September bis Ende Dezember ist eine besonders interessante Zeit, weil die Gäste dabei zusehen können. Die Kaffee-Sträucher wachsen auch überall zwischen den Häusern.
Mein Fazit: sehr schick und edel, fast ein wenig protzig, mit viel Platz und Privatsphäre, in herrlicher Lage.

Gibb's Farm © Fotos: Svenja Penzel

Dann geht es weiter zur Gibb’s Farm. Von Karatu aus fährt man etwa zehn Minuten durch Farmland. Schon am Parkplatz ist man inmitten eines üppigen blühenden Gartens. Eigentlich ist die ganze Anlage ein einziger blühender Garten, dabei recht naturbelassen und nicht so manikürt. Alles wirkt natürlich eingewachsen, was einigen aus unserer Gruppe weniger gefällt, mir aber umso mehr. Ich komme bei der Führung kaum hinterher, da ich ständig Blumen fotografiere. Die Rezeption mit Souvenirshop, der Speisesaal und der Aufenthaltsraum wirken eher klein und etwas alt, sind aber gemütlich. Überall bietet sich ein schöner Blick ins Grüne, in den Garten oder über das Farmland. Die Zimmer, oder eher Häuschen, liegen verstreut im Garten. Es gibt insgesamt 19, jedes mit eigenem Stil und eigener Thematik. Wir schauen uns das „Safari“-Haus an. Es ist größer als erwartet, mit Außenterrasse, verglastem Wintergarten, einem breiten Doppelbett, im hinteren Teil einem genialen, blitzblanken und modernen Badezimmer mit Wanne, Innen- und Außendusche und sogar einem Kamin vor der Badewanne, der auf der anderen Seite auch das Schlaf- und Wohnzimmer mit beheizt. Schön finde ich auch, daß es sich um eine „Working Farm“ handelt. Was im Garten an Obst und Gemüse angebaut wird, gibt es abends im Restaurant – „organic food“. Angeboten werden Wanderungen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen, Mountain Bike und der Besuch einer nahen Schule.
Mein Fazit: schön, gemütlich, authentisch, zum Seele baumeln lassen und auf jeden Fall einen Relax-Tag wert!

Arusha Coffee Lodge © Foto: Svenja Penzel

Vor unserem Abflug schauen wir uns als letztes noch die Arusha Coffee Lodge an. Sie gehört auch zu Elewana und liegt direkt neben dem Flughafen Arusha, den man in wenigen Minuten erreicht, an der Hauptstraße zwischen ausgedehnten Kaffeeplantagen. Sicher ein guter Start- oder Endpunkt einer Safari und ideal für alle, die frühe oder späte Flüge haben. Die Anlage ist recht groß. In 30 Häuschen können 60 Gäste wohnen. Die Häuser stehen relativ eng aneinander, dazwischen wachsen Kaffeesträucher. Im Empfangsbereich ist ein schön angelegtes Atrium mit großem Wasserbecken und Mosaik auf dem Boden des Beckens. Dahinter liegt das Restaurant. Bei gutem Wetter kann man die Mahlzeiten auch im Garten an einem der Tische unter Sonnenschirmen einnehmen. Alles ist schick, die Toiletten tiptop, der Service gut und das Essen ausgezeichnet. Auch die Zimmer überzeugen: aufwendig eingerichtet und sehr großzügig auf zwei Ebenen verteilt mit allem Komfort. Dazu ein sehr schönes Bad. Demnächst auch noch ein Fernseher (als einziges Haus der Elewana Collection, wegen der Nähe zur Stadt und zur Zivilisation…). Schade ist, daß die Lodge so nah am Flughafen und an der großen Straße liegt. Man hört ständig die Lkw vorbeirauschen. Es fehlt die Atmosphäre, der Charme einer schönen Landschaft, man hat keinen besonderen Ausblick, und die kleine Ecke mit Liegestühlen draußen, die zu jedem Haus gehört, ist von einem blickdichten Lattenzaun umgeben und wirkt wenig einladend. Doch für einen Stopover am Anfang oder Ende einer Safari hat man hier allen Komfort und gutes Essen, ich selbst würde jedoch lieber etwas weiter vom Flughafen entfernt und mit mehr Atmosphäre und weniger Lärm wohnen.

Vom Flughafen Arusha fliegen wir nach dem Mittagessen nach Dar, wo wir uns den langen Nachmittag mit mehr oder weniger sinnvollen Souvenirkäufen um die Ohren schlagen, bevor am Abend unser Flug mit Swiss nach Zürich startet. Der ist diesmal fast voll. Früh am nächsten Morgen landen wir in Zürich und haben nach ein paar Stunden Anschluß nach Nürnberg. Die Wartezeit verbringen wir diesmal ganz entspannt, denn Klaus, unser Betreuer von der Swiss, hat uns Zugang zur Business Lounge verschafft, wo ein kostenloses Frühstück, ein umfangreiches Zeitschriften-Angebot und herrliche Massagesessel die Zeit kurz werden lassen. Wir verabschieden uns von den lieb gewonnenen Mitreisenden und nehmen uns vor, im Juni 2010 den Süden Tansanias gemeinsam zu erkunden.

Ngorongoro-Krater – Reisebericht Tansania (4)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Svenja Donnerstag August 27, 2009

Serengeti Sopa Lodge © Fotos: Svenja Penzel

03.06.2009
Nach dem Frühstück schauen wir uns die Serengeti Sopa Lodge auf einer Führung an. Das meiste hatten wir ja schon gesehen, doch wir entdecken noch ein paar Besonderheiten. Die Lodge hat 75 Zimmer (ca. 150 Betten), und wie in allen Sopa-Lodges sind einige Zimmer rollstuhlgerecht. Es gibt drei öffentliche Computer mit Internetzugang gegen Gebühr, einen Souvenirshop, einen schönen Pool und wieder keine Zeit, hineinzuspringen. Gegen 9:30 fahren wir ab. Die Lodge hat mir trotz ihrer Größe gut gefallen, ganz besonders die hellen Zimmer mit den Balkonen und dem wunderbaren Ausblick. Von unten fotografiere ich den „rosa Kasten“ noch mit einem Elefanten im Vordergrund.

Dann kommt wieder eine endlose Fahrt via Naabi Gate zum Kraterrand auf übler, holpriger Piste. Wir müssen exakt dieselbe Strecke zurückfahren. Doch diesmal sind in den Ebenen deutlich mehr Tiere als bei der Anfahrt, darunter Tausende von Zebras. Wir besuchen unterwegs noch das Museum von Oldupai. Ein interessanter Abstecher. Es sind viele Bilder und Exponate von den Ausgrabungen ausgestellt, darunter die Fußabdrücke eines 3,4 Millionen Jahre alten Ur-Menschen. Die Ausgrabungsstätten selbst sind weit unter uns im Tal und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Blick ins Olduvai-Tal. © Foto: Svenja Penzel

Nach dem Mittagspicknick draußen unter einem Schattendach lauschen wir einem kleinen Vortrag eines Angestellten. Endlich erreichen wir wieder den Kraterrand. Drei Lodges liegen in der Nähe der Hauptpiste, zwei davon besuchen wir kurz. Die erste, von der Serengeti kommend, ist die Ngorongoro Serena Lodge. Groß (75 Zimmer), aber schön afrikanisch gestaltet mit Wänden aus rundgewaschenen Steinen und viel Holz. Das Management legt Wert auf eine gute Öko-Bilanz, daher gibt es zum Beispiel keinen Garten, der bewässert werden müßte, sondern nur ursprüngliche Natur (und die ist in dieser Höhe dicht und grün genug). Die Zimmer und die Badezimmer erscheinen mir relativ klein, dafür haben sie alle tolle Panorama-Fensterscheiben und einen kleinen Balkon mit freiem Blick hinunter in den Krater. Die Felsmalerei-Motive in den Zimmern wirken etwas kitschig. Der Souvenirshop wird von Massai betrieben.

Ausblick vom Restaurant der Ngorongoro Serena Lodge. © Foto: Svenja Penzel

Nur etwa fünf Fahrminuten weiter liegt die Ngorongoro Wildlife Lodge. Die ehemals staatliche Lodge ist zwar frisch renoviert, wirkt aber dennoch alt und wie ein Hotelklotz und erinnert eher an ein sozialistisches Ferienheim. Das Restaurant gleicht einer Bahnhofs-Wartehalle. Von der Decke hängen überdimensionale bunte Perlenketten kreuz und quer durch den Saal. Die bunten Stühle in der Bar finde ich genauso schrecklich wie die Holzstühle im eng gestellten Restaurant. Gut gelungen ist nur die mit Glas überdachte Aussichtsterrasse am Kraterrand. Dort kann man auch bei kühlem Wetter sitzen und essen, es werden dann Heizöfen aufgestellt. Auch der Eingangsbereich und die Fernseh-Ecke sind ganz nett. Aber insgesamt kommt in diesem Hotel trotz der fantastischen Lage einfach keine Atmosphäre auf. Jens formuliert es so: Sie hätten den Kasten lieber ganz abreißen und neu bauen sollen, anstatt ihn nur zu renovieren, und dann bitte ohne Hilfe der Chinesen. Die Zimmer sind klein, die Badezimmer winzig und häßlich. Nur die Aussicht durch die Panoramascheibe ist gut, aber das Fenster läßt sich nicht öffnen, und es gibt keinen Balkon.

Glasperlen-Deko in der Ngorongoro Wildlife Lodge, die man schon vom Kraterboden aus sehen kann. © Fotos: Jens Döring, Svenja Penzel

An der edlen Ngorongoro Crater Lodge fahren wir vorbei, sehen die ungewöhnlich gestaltete Anlage nur von ferne. Tagesbesucher sind dort nicht erwünscht. Schade, ich hätte gern einmal hineingeschaut. Irgend etwas muß ja dran sein, daß die Besucher bereit sind, für eine Übernachtung mehr als 1000 Euro pro Person auszugeben. Von der Hauptpiste geht es dann ab zur Ngorongoro Sopa Lodge. Sie liegt abseits, quasi am gegenüberliegenden Kraterrand, und man braucht für die 22 Kilometer etwa 35 Minuten. Das Hauptgebäude teilt sich in zwei riesige strohgedeckten Rundhütten, eine mit dem Restaurant und die andere mit der Bar. Draußen vor diesen Hütten gibt es Sitzgelegenheiten mit Blick in den Sonnenuntergang. Herrlich. Die Lodge hat etwa 90 Zimmer mit insgesamt 180 Betten. Diese Zimmer befinden sich in eng aneinander gebauten Rundhütten auf zwei Etagen, die vom Hauptgebäude aus in zwei Richtungen entlang des Kraterrandes verlaufen. Ich habe eins der unteren Zimmer. Es ist groß, modern und komfortabel. Das Bad ist ebenfalls groß, wirkt neu und ist schön hell. Das Zimmer selbst ist weniger hell. Es hat einen kleinen, komplett verglasten Balkon mit zwei Schaukelstühlen. Aber der Blick aus meinem Zimmer geht in den Busch und nicht in den Krater, den kann man nur erahnen. Überhaupt hatte ich mir von der Lage am Kraterrand mehr erhofft. Das Hotel ist ein wenig zurückgesetzt, und außerdem an einer Stelle erbaut, an der es keine steile Abbruchkante wie bei den anderen drei Lodges gibt, sondern einen eher weichen Übergang vom Kraterrand in den Krater hinein.
Das Abendessen im Restaurant ist sehr gut. Wie immer in den Sopa Lodges hat man drei Hauptgerichte zur Wahl, und bei der Vorspeise und beim Nachtisch kann man zwischen zwei oder drei Varianten wählen. Manchmal gibt es auch Essen vom Buffet. In der Hochsaison ist meistens Buffet angesagt. Bei uns in der Nebensaison ist das Restaurant höchstens zu einem Drittel gefüllt, und dann wird eher am Tisch serviert. Wir sitzen anschließend noch eine ganze Weile in der Bar und probieren die Cocktails.

Ngorongoro Sopa Lodge © Foto: Svenja Penzel

04.06.2009
Heute wollen wir die Tierwelt im Ngorongoro-Krater erleben. Gegen neun Uhr fahren unsere Guides mit uns in Serpentinen vom Kraterrand zum Kraterboden hinunter. Die Sopa Lodge hat eine andere Zufahrtsstraße in den Krater als die anderen drei Lodges am gegenüberliegenden Rand. So dauert es nur ca. 10 bis 15 Minuten, bis man unten ist. Wir haben sechs Stunden Zeit, mehr ist nicht erlaubt und alles wird genau aufgeschrieben. Die Pirschfahrt ist ergiebig und schön. Es sind nicht allzu viele andere Fahrzeuge unterwegs (in der Hochsaison fahren sie hier sicherlich Stoßstange an Stroßstange), und wir sehen viele Löwen, große Gnu-, Zebra- und Büffelherden, Hyänen, Strauße, Hippos, Flamingos im Magadi-See…Mittags halten wir für ein Picknick in einem kleinen Wald. Es ist schön schattig, doch zum Essen bleiben wir wegen der Paviane und Meerkatzen doch lieber im Auto und essen aus unseren Lunchboxen auf den Knien. Anschließend vertreten wir uns ein wenig die Beine.
Im Krater ist Offroad-Fahren nicht erlaubt. Als wir im Gras Löwen sehen, sammeln sich rasch fünf oder sechs Fahrzeuge am Rand der Piste. Ein großes Löwen-Weibchen kommt immer näher, legt sich schließlich in den Schatten eines der Fahrzeuge, direkt unterhalb der Ersatzräder am Heck. Das gibt ein Rangieren der anderen Fahrzeuge, jeder will den besten Beobachtungsplatz haben. Eins der Autos stellt sich quer, sehr zum Verdruß der Insassen eines anderen Wagens. Die Löwin stört das alles nicht. Sie bleibt faul liegen, während ihre Kinder munter im hohen Gras spielen. Das ist das Gute an diesen Pirschfahrten: man kommt sehr nah an die Tiere heran, weil sie seit Jahren an Autos gewöhnt sind und kaum noch einen Fluchtreflex zeigen. Das ermöglicht gute Fotos. Am Magadi-See ist es sehr windig, Staub wird zu hohen Säulen aufgewirbelt, dringt überall ins Auto ein. Auf der Rückfahrt bin ich müde von dem vielen Geschüttel, schlafe fast ein.

Löwen und Gnus im Ngorongoro-Krater. © Fotos: Svenja Penzel

Also die Safari – von der Dauer her – reicht mir absolut. Wir sind gerade mal sechs Tage unterwegs, aber es ist irgendwie auch genug. Die Safaris sind anstrengend, denn die Straßen sind schlecht, das permanente Ausschauen nach Tieren ist irgendwann ermüdend, das stundenlange Sitzen oder Stehen im Auto ist je nach Sitzplatz auf Dauer unbequem, das Funkgerät rauscht und piept, die anderen Fahrzeuge wirbeln Staub auf – man hat ja doch dauernd die Fenster auf und den Wind in den Haaren, sieht nach einer Pirschfahrt immer verstaubt und verwuschelt aus. Hinzu kommt auch, daß man nach dem Erkunden von drei Nationalparks oder Wildreservaten eigentlich alles gesehen hat, was die tansanische Tierwelt zu dieser Jahreszeit eben so hergibt. Irgendwann gibt es eben nichts großartig Neues zu entdecken, und man stumpft ein wenig ab. Wer überlegt, eine längere Safari zu machen, sollte unbedingt einen oder mehrere Ruhetage einbauen, um sich von den Strapazen zu erholen und wieder frisch zu werden für neue Tierbeobachtungen.

Ngorongoro Sopa Lodge in der Abendsonne

Im Nachmittagssonnenschein sitzen wir an der Sopa Lodge auf den Liegestühlen, die im Halbrund vor den großen Glasfenstern der Bar aufgereiht stehen. Es ist richtig heiß, doch als die Sonne sinkt und die Schatten länger werden, muß schnell die Fleece-Jacke her. Die Temperaturen sinken hier auf 2400 Metern rasch ab. Selbst die Angestellten laufen abends alle in Fleece-Jacken herum, und unsere beiden Guides hüllen sich in leuchtend rote Massai-Decken. An beiden Tagen hier oben warten wir vergeblich auf einen eindrucksvollen Sonnenuntergang über dem Kraterrand. Einige Kunden wollen ja speziell in diese Lodge, da man von hier den Sonnenuntergang hinter dem jenseitigen Kraterrand sehen kann. Doch bei uns wird aufgrund von Wolken leider nichts daraus.

Serengeti Nationalpark – Reisebericht Tansania (3)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Svenja Donnerstag August 27, 2009

Die Fahrt vom Ngorongoro-Krater (links) in die Serengeti ist anstrengend, erst recht, wenn Regen die Holperpiste aufweicht. © Fotos: Svenja Penzel

Pfingstmontag, 01.06.2009
Nun ist es schon 22.30 Uhr und ich sitze am Schreibtisch in der Serengeti Sopa Lodge. Puh, war das ein Tag! Neun Stunden auf der Straße. Nach der Abfahrt von der Tarangire Sopa Lodge erleben wir noch zwei Stunden herrliche und sehr ergiebige Pirschfahrt. Ich bin vom Tarangire Nationalpark echt begeistert. Zwischen Juni und November ist er für meine Begriffe ein Muß auf einer Nordtansania-Safari! Nach der Ausfahrt aus dem Park erreichen wir schon bald eine sehr gut ausgebaute Teerstraße, eine wahre Rennpiste, die uns bis zum Eingangstor zur Ngorongoro Conservation Area ein angenehmes, schnelles Vorankommen ermöglicht. An diesem Tor essen wir unser Picknick-Lunch, während die Guides einchecken und das Finanzielle klären. Zum Glück gibt es gute Toiletten. Die folgenden zweieinhalb Stunden benötigen wir, um hinab in die Serengeti zum Naabi Hill Gate zu fahren. Die Pisten sind übel, wir werden in unserem Wagen heftig durchgeschüttelt. Am Kraterrand halten wir für einen Blick in die Tiefe und ein paar Fotos. Es ist schon beeindruckend, wie sich 600 Meter tiefer eine Welt für sich auftut. Man hört keinen Laut. Sonnenflecken und Schatten wandern über den Kraterboden. Dann geht die Fahrt allmählich hinab zu den flachen Ebenen der Serengeti. Trotz der immer wieder neuen, schönen Ausblicke in die weiten Täler, die sich vor uns auftun, und trotz der interessanten Szenerie (Massai, die ihre Viehherden hüten, manchmal zwischen Herden von Zebras oder Gnus) erscheint uns die Fahrerei besonders auf diesem Abschnitt durch das Stammesland der Massai endlos lang. An den Show-Dörfern der Massai, in denen Touristen gegen Gebühr die Massai beim Tanzen fotografieren dürfen, fahren wir zum Glück vorbei. Am Naabi Hill Gate, dem ersten Anlaufpunkt nach der Einfahrt in die südliche Serengeti, gibt es Picknickplätze unter schattigen Bäumen. Wir kaufen uns einen Snack und vertreten uns ein wenig die Beine. Es hat frisch geregnet. Seit wir die Serengeti-Ebene erreicht haben, gleicht die Straße streckenweise einem kleinen Fluß, entsprechend schlammig sind unsere Autos. Kurz nach sechs erreichen wir die Serengeti Sopa Lodge. Ziemlich durchgefroren, denn wir hatten seit der Einfahrt in die Serengeti unser Hubdach wieder offen. Die Lodge begeistert mich auf Anhieb. Eine schöne Unterkunft in toller Lage an einem Hügel, der Blick vom Balkon in die Weite der Serengeti ist genial. Die Zimmer sind dank riesiger Glasscheiben schön hell, das Bad ist groß und gut in Schuß, ich genieße eine heiße Dusche. Die 1992 gebaute und zwischenzeitlich renovierte Lodge hat 75 Zimmer. Sie wirkt aber nicht riesig, alles ist sehr angenehm. Das Personal ist nett, das Essen im Restaurant gut – erstmals richtig gewürzt und nicht so lasch. Nach dem Essen sitzen wir noch draußen neben der Bar, wo es dann doch frisch wird (wir sind auf 1650 Metern Höhe) und verziehen uns kurz nach zehn auf unsere Zimmer. Morgen soll es um 7.30 Uhr wieder losgehen.

In der Serengeti Sopa Lodge. © Fotos: Svenja Penzel

Mein Fazit bisher: Tarangire ist unerwartet schön. Die Serengeti Plains sind ganz schön langweilig. Aber immerhin: wir haben eine Hyäne und einen Geparden gesehen, und die kämpfenden Thomson’s Gazellen waren auch beeindruckend.
Draußen zirpen die Grillen, das Wetter leuchtet, und die Gnus blöken. Ab und zu heult eine Hyäne in der Ferne. Schon cool hier.

Die Löwin klettert auf den Baum, weil dort die Fligen nicht so nerven. © Foto: Svenja Penzel

02.06.2009
Noch so ein Tag! Wieder ist es 22:30 und ich schreibe in der Serengeti Sopa Lodge. Zwölf Stunden Fahrerei in der Serengeti. Rauf bis in den Norden des Parks und wieder runter. Wir sind kaputt. Unsere heutige Route in Kürze: Sopa Lodge – Seronera Visitor Center – Migration Camp – Serena Lodge – Sopa Lodge. Nur der allererste Teil ist noch eine Pirschfahrt, danach ist es einfach nur Arbeit. Na gut, wir sind ja nicht zum Spaß hier. Wir sehen zwar mehrfach Löwen, unter anderem in den Bäumen (und ich dachte immer, baumkletternde Löwen gibt es nur in Manyara), aber es ist insgesamt nicht viel Wild. Und wo dann doch etwas Interessantes zu sehen ist, kommen gleich mehrere Fahrzeuge zusammen. Immer wieder fahren wir lange Strecken fast ohne irgendwelche Tierbeobachtungen. So richtig genial ist nur der Elefant, der versucht, zwischen unseren beiden stehenden Fahrzeugen hindurch zu laufen. Er steht eine Weile ratlos fast zum Greifen nah, bis er begreift, daß die Wagen zu eng zusammenstehen und daß er da nicht durchkommt. Da läuft er kurzerhand hinten um den zweiten Wagen herum. Dabei ist er keinen Meter von mir entfernt, denn ich stehe am Hubdach an der ihm zugewandten Seite. Nein, eigentlich stehe ich nicht lange. Ich sehe die Falten um die unverhältnismäßig kleinen Elefantenaugen mit den langen Wimpern, rieche den intensiven Elefantengeruch und kriege wacklige Knie. Mit einer Mischung aus Ehrfurcht, Respekt und auch ein wenig Angst muß ich mich erst einmal setzen. „Svenja ist abgetaucht“ frotzeln meine Mitreisenden noch tagelang. Das ist und bleibt dann aber auch das beste Safari-Erlebnis des Tages. Der Rest ist mehr oder weniger Fahrerei, ab Seronera ist nur noch Hauptpiste und Durchdüsen angesagt. Eigentlich darf man nur maximal 50 km/h fahren, wir fahren zum Teil mit 70.

Kopjes-Landschaft und Elefant hautnah in der Serengeti. © Fotos: Svenja Penzel

Das Migration Camp, das zur Lodge-Gruppe Elewana gehört, ist sehr schön. Es hat nur 40 Betten, eine geschmackvoll angelegte Lounge und ein Pool-Deck. Im Restaurant kann man ausgezeichnet essen, wie wir selbst erfahren. Das schon etwas ältere Manager-Ehepaar kommt aus Südafrika. Die Zimmer bzw. Chalets aus dunklem Holz und weißem Zeltstoff sind groß und stilvoll eingerichtet. Sie sind in angenehmem Abstand über das Gelände verstreut, bieten allerdings – abgesehen vom Honeymoon Chalet – keinen besonderen Blick in die Weite, sondern liegen im relativ dichten Busch in dieser hügeligen Gegend, die jetzt im Juni noch recht grün ist. Das Camp wird mit Solarstrom versorgt und ist für Flugsafari-Kunden über die Lobo-Flugpiste erreichbar. Die meisten besseren Camps in der Serengeti bieten bei der Buchung zwei Varianten an: Man kann entweder „full board“ buchen, das ist die Unterkunft mit Vollpension, aber ohne weitere Aktivitäten. Das ist dann ratsam, wenn man mit Fahrzeug und Guide anreist und die Pirschfahrten individuell im eigenen Wagen unternimmt. Oder man bucht das „game package“. Das empfiehlt sich vor allem, wenn man einfliegt. Man schließt sich dann den vom Camp angebotenen Aktivitäten an, ist also auf den Pirschfahrten und evtl. Wanderungen gemeinsam mit den anderen Gästen des Camps zu festen Zeiten unterwegs und wird von den Guides des Camps betreut.

Migration Camp in der nördlichen Serengeti. © Fotos: Svenja Penzel

Nach dem opulenten Mittagessen geht es also wieder zurück nach Süden. Wir besichtigen die Serena Lodge in der Serondela-Region in der zentralen Serengeti. Sie ist ähnlich groß wie die Sopa Lodge (ca. 150 Betten), die Anlage wirkt aber aufgelockerter. Sie besteht aus einzelnen Rundhütten, die an Zulu-Bienenkorb-Hütten erinnern. In jeder davon sind drei Wohneinheiten untergebracht (eine oben und zwei unten). Alle haben einen tollen Blick vom Hügel ins Tal. Zwei große Restaurants, die drinnen und draußen Sitzgelegenheiten bieten, ein Pool mit Liegestühlen auf verschiedenen Rasen-Decks und ein Aufenthaltsbereich mit Bar bilden das Zentrum. Dieser Hauptbereich wirkt etwas dunkel, da durch die vorgezogenen Dächer wenig Licht hereinfällt und viel dunkles Holz verarbeitet ist. Die Preisklasse ist vermutlich ähnlich wie bei der Sopa Lodge.

Serengeti Serena Lodge © Fotos: Svenja Penzel

Auf der Rückfahrt dämmert es schon, am Horizont zeigt sich ein Regenbogen, dann ziehen die dunklen Wolken rasch zu und es fängt an, in Strömen zu regnen. Im Handumdrehen werden die Straßen zu Flüssen. Es blitzt immer wieder, dann wird es stockdunkel. Wir fahren noch über 30 Kilometer durch die nasse Nacht über schlammige Holperpisten. Ich verfolge das Gehüpfe der Scheinwerferkegel mit müdem Blick und fühle mich fast wie in Trance. Als wir endlich aussteigen, bin ich etwas wacklig auf den Beinen. Das Essen im Restaurant ist wieder gut, die Getränke an der Bar auch, so allmählich finden wir zu unserer alten Form zurück.
Der heutige Tag war – obwohl anstrengend – gut und aufschlußreich. Wir haben weite Passagen der Serengeti gesehen, von den endlosen Grasebenen im Süden bis zum hügeligen Waldland im mittleren Norden. Dazwischen schöne Kopjes, zum Teil mit Löwen drauf. Was auf Dauer ganz schön nervt ist das ewige Surren und Piepen des Funkgeräts. Unsere Guides stellen die Kisten fast nie ab. Und auch die Tsetse-Fliegen sind lästig, auch wenn sie nicht gefährlich sind, aber der Stich ist schmerzhaft. Wenigstens hatten wir unseren Spaß dabei, die Viecher mit den verschiedensten Gegenständen aus dem Wagen zu jagen.

Tarangire Nationalpark – Reisebericht Tansania (2)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Svenja Donnerstag August 27, 2009

Büffelherde im Tarangire-Nationalpark. © Foto: Svenja Penzel

Gegen 15 Uhr begrüßen wir unsere Guides Rashidi und Julius und steigen in die zwei Safari-Fahrzeuge von Kearsley Travel, die uns am Flughafen Arusha erwarten. Nach zwei Stunden haben wir die Einfahrt zum Tarangire Nationalpark erreicht. Es folgt eine wunderbare Pirschfahrt im weichen Abendlicht durch den hügeligen, mit vielen uralten Baobabs bewachsenen und von Flüssen durchzogenen Park, bei der wir erstaunlich viele Tiere sehen. Immer wieder Elefanten, dazu Büffelherden, Giraffen, Zebras, Impalas, Tsessebes, Geier und Marabus. Auch während der Fahrt dürfen wir aufstehen und den Blick durch das Hubdach genießen. Wir strahlen uns an, müssen uns fast kneifen. Nun sind wir wirklich auf Safari in Tansania, und es ist viel besser als erwartet. Erst im Dunkeln erreichen wir die Tarangire Sopa Lodge, die mitten im Nationalpark liegt. Beim Abendessen sitzen wir in fröhlicher Runde und wechseln anschließend noch auf ein paar Getränke an die Bar.

Gepäckausgabe im Handbetrieb am Flugplatz Arusha, Pirschfahrzeug in Tarangire © Fotos: Svenja Penzel

Pfingstsonntag, 31.05.2009
Nach einem frühen Frühstück sind wir schon bald wieder auf Pirschfahrt. Unser heutiges Ziel ist Tarangire Treetops, ein Luxuscamp am Rande des Parks. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch das Silale-Tal, eine weite grasbewachsene Senke mit Wasserstellen, die viele Elefanten anziehen. Wir sehen sie wieder in großer Zahl, wie sie langsam durch das Tal wandern und in den Wasserlöchern baden. Heute entdecken wir auch Löwen, drei Weibchen am Rande der Senke unter hohem Bäumen. Für gute Fotos aus der Nähe fahren unsere Guides sogar von der Piste ab. Zum Mittagessen erreichen wir Tarangire Treetops. Das ist wirklich genial. Das Empfangsgebäude ist um einen riesigen Baobab herum gebaut. Die „Zimmer“ sind in einem weiten Bereich um das Hauptgebäude herum verstreut und alle oben in den Bäumen, lauter Baobabs, schön weit voneinander entfernt. Man muß eine schmale Treppe zu einer Plattform hinaufklettern, auf der unter Zeltdach und von Zeltwänden mit Moskitoschutz umgeben ein Doppelbett, ein Bad mit Doppeldusche, ein kleiner Schreibtisch und ein bequemer Schaukelstuhl stehen. Die Zeltwände kann man hochrollen und tritt dann auf einen Balkon, von dem man ins weite Tal blickt. Diesen Blick hätte man also bei offenen Zeltwänden auch vom Bett aus. Herrlich frei, herrlich einsam! Hier gibt es 20 solcher „Wohn-Bäume“, also Platz für bis zu 40 Gäste. Die Lodge liegt 21 Kilometer außerhalb des Parks. Ich bin begeistert und würde hier gern übernachten, aber wir müssen nach dieser „Site Inspection“ zurück zur Sopa Lodge.

Tarangire Treetops Lodge © Fotos: Svenja Penzel

Auf der Rückfahrt rotieren wir die Plätze in unserem Fahrzeug, so daß ich nun vorn stehe, Kopf und Arme aus der Luke des Hubdach heraus in der Sonne, der Fahrtwind streicht mir um die Nase. Ein cooler Platz, eine gute Sicht, Glücksmomente am Sonntagnachmittag.
Bei der Rückkehr schauen wir uns die Tarangire Sopa Lodge auf einer Führung genauer an. Das große Hotel (150 Betten, erbaut 1995) ist schon etwas heruntergekommen, eine Renovierung täte dringend Not. Die Zimmer wirken alt und sind recht dunkel. Das Bad müßte neu gefliest werden – überall sind kleine Risse. Am Pool gehen die Fliesen der Einfassung ab. Die kleinen Rundhütten, in denen die Zimmer dicht an dicht neben- und übereinander liegen (oben und unten je zwei Wohneinheiten), zeigen viel nackten Beton und haben vom Balkon keinen besonderen Ausblick. Wir springen nach der Besichtigung in den Pool und machen es uns dann auf den Liegen bequem. Die Sonne geht gegen 18:45 unter. Das Wetter heute war durchwachsen. Morgens recht frisch, den ganzen Vormittag bedeckt, nachmittags sonnig und sehr warm, zum Abend hin wieder bewölkt. Ich merke aber, daß ich trotz Juni (Winterzeit) nicht mehr als meine Fleece-Jacke brauche. So kalt ist es nun auch wieder nicht! Kein Vergleich zum Winter im südlichen Afrika.

Restaurant, Pool und Bungalows der Tarangire Sopa Lodge. © Foto: Svenja Penzel

Flug nach Dar es Salaam – Reisebericht Tansania (1)

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Meine zweite Afrika-Reise in diesem Jahr führte mich zusammen mit meinem Kollegen Jens nach Tansania.

29.05.2009
Drei Stunden Schlaf. Das ist verdammt wenig. Als mein Wecker um 2:30 klingelt, bin ich aber hellwach und gespannt wie ein Flitzebogen. Um drei sitze ich im Auto, um halb vier treffe ich mich mit Jens unter der Brücke. Ja, tatsächlich. Unter der Autobahnbrücke an der A72, Abfahrt Plauen-Süd. Und dort bleibt mein alter Corsa, wegen seiner Aufkleber liebevoll „Giraffenauto“ genannt, die nächste Woche stehen. Jens nimmt mich mit nach Nürnberg. Dort startet am frühen Morgen unser Zubringerflug nach Zürich. Ein großer, sehr übersichtlicher, aber auch sehr nüchterner Flughafen. Viel Beton. Wir suchen ein Café und schlucken unsere erste Malarone-Tablette mit einem teuren Glas Milch von Schweizer Kühen. Als wir in der U-Bahn zum Terminal E sitzen, huscht ein Lächeln über unsere müden Gesichter, denn zu unserem Erstaunen werden wir mit Alphornblasen und Kuhglocken beschallt. Später erfahren wir, daß auf der Gegenstrecke der originale Heidi-Song gespielt wird.
Am Gate erwarten uns schon die weiteren Teilnehmer unserer Info-Reise. Wir werden herangewunken und begrüßt. Nur noch eine junge Frau fehlt, und da keiner weiß, wie sie aussieht, wird einfach jede angesprochen, die suchend herumläuft. Eine, offenbar nicht die gesuchte, entgegnet schelmisch: „Am I missing something?“.

So fröhlich, wie es anfängt, bleibt es auch. Unsere drei deutschen „Betreuer“ von Swiss, von Mövenpick und von Kearsley Travel spielen sich nicht als solche auf und sind eigentlich eher Reisegäste genau wie wir. Unsere kleine Truppe von insgesamt nur neun Mitreisenden empfinde ich als ideale Größe.

Das Flugzeug, das uns nach Dar es Salaam bringt, ist nur schwach besetzt. Man könnte sich im Mittelblock hinlegen. Jens hatte uns bei der 24-Stunden-Online-Reservierung Plätze am Notausgang gebucht. Die Beinfreiheit ist genial. Beim Start sitzt uns eine gesprächige, nette Schweizer Stewardess gegenüber. Jens belauscht später, wie ein Kollege sie darüber aufklärt, was der Kilimanjaro ist.
Der Flug dauert den ganzen Tag. Als wir nach kurzem Stop in Nairobi in Dar es Salaam landen, ist es schon dunkel draußen. Der Flughafen von Dar, den ich schon von einer früheren Reise nach Sansibar kenne, ist immer noch genauso chaotisch und häßlich. Es ist schwülwarm. Wir stehen Schlange am Schalter für die Visa. Zum Glück haben wir Annette aus der Oberpfalz dabei. Sie hat einen tansanischen Mann und spricht Kisuaheli. Sie sammelt ganz resolut unsere Pässe und unser Geld ein und regelt alles in kurzer Zeit.
Der Transfer in die Stadt dauert etwa eine halbe Stunde, die typischen langen Staus an Ampeln mitgerechnet. In Flughafennähe gibt es keine Hotels. Wir sind im schicken und großen Mövenpick-Hotel Royal Palm einquartiert. Allein die Eingangshalle ist riesig. Nachdem wir unsere mit allem Komfort ausgestatteten Zimmer bezogen haben, treffen wir uns zu Drinks und Häppchen im Garten des Hotels an Stehtischen. Noch um 21 Uhr haben wir sicher 28°C, allmählich wird es angenehm. Im Hintergrund singt und tanzt eine afrikanische Band. Die Gespräche mit den Mitreisenden und dem Gastgeber-Ehepaar, das das Hotel leitet, sind noch etwas aufgesetzt, und wir sind alle hundemüde. Bald verkriechen wir uns in unsere schönen Betten, die wir nach dem langen Flug besonders genießen.

Halle und Frühstücksraum des Mövenpick-Hotels Royal Palm in Dar es Salaam

30.05.2009
Good Morning Dar es Salaam! Der Wecker klingelt angenehm spät (07:45). Erst beim Aufschieben der Vorhänge sehe ich den herrlichen Sonnenschein draußen. Ich hatte tief und fest geschlafen und freue mich nun auf eine Dusche und ein gutes Frühstück. Im Anschluß besichtigen wir das Hotel. Es hat 230 Betten in verschiedenen Zimmerkategorien (wir sehen auch die edlen Suiten) und macht einen sehr gepflegten Eindruck. Auch der Außenbereich mit großem Garten, Pool und offenem Restaurant ist schön angelegt. Das Hotel ist durchaus eine gute Wahl für eine Nacht in Dar es Salaam. Wobei Dar selbst eigentlich keine Reise wert ist. Das sehe ich wieder einmal bei der Fahrt durch die Stadt. Eine afrikanische Großstadt ohne besonderen Charme. Überall wird gebaut, die Bauzäune und Baugerüste sehen zum Teil abenteuerlich aus. Auf den Bürgersteigen ein emsiges Treiben.
Wir fahren zum Büro von Kearsley Travel. Diese Firma hat unsere Rundreise vor Ort organisiert. Sehr gut und zuverlässig, wie wir im Verlauf der Reise immer wieder merken. Straßenszene in Dar es SalaamDas Büro ist relativ klein, voll besetzt, bis unters Dach mit Aktenordnern vollgestellt und es herrscht eine emsige Arbeitsatmosphäre. Der Umzug in ein neues, größeres Büro steht kurz bevor. Vinay, der General Manager, begrüßt uns und erzählt uns einiges über die Firma. Sie buchen in Tansania und den Nachbarländern alles von der Camping-Safari bis zu edlen 5-Sterne-Unterkünften, unabhängig von den Lodge-Ketten und ganz nach Kundenwunsch. Dabei setzen sie eigene Fahrzeuge und geschulte Guides ein.
In Kearsley-Autos fahren wir zurück zum Flughafen, wo Vinay uns noch zu einem leckeren, sehr indisch geprägten Mittagessen einlädt. Wie so oft läuft auch hier eine Klimaanlage, die viel zu kalt eingestellt ist. Dann ist Einchecken auf afrikanisch für den Inlandsflug nach Arusha angesagt. Fließbänder für das Gepäck gibt es nicht. Alles ist Handarbeit. Interessanterweise startet Precision Air vom Internationalen Flughafen Dar und nicht vom zwei Kilometer entfernten Domestic Terminal. Wir fliegen fast voll besetzt nach Arusha. Der knapp anderthalbstündige Flug startet pünktlich, verläuft ruhig und alles wirkt sehr solide. Im Bordmagazin der Precision Air lese ich, daß diese Airline ab 2010 die modernste Flotte Afrikas haben wird.

Outback bekommt neues Outfit

Bloged in Allgemein von Marco Mittwoch August 26, 2009

New Look, Facelift, Relaunch – es gibt viele Fremdwörter für unser Vorhaben. Auf deutsch: Wir wollen besser aussehen. Das Logo von Outback Africa Erlebnisreisen wurde zwar nicht neu erfunden, aber doch weiterentwickelt. Die Pläne gehen noch weiter. Mit dem nächsten Katalog im Oktober werden wir eine ganz neu gestaltete Website mit umfangreichen Suchfunktionen und besserer Nutzerführung präsentieren. Und raten sie mal, wie die Agentur heißt, die sich das ausgedacht hat: Zebra, das paßt doch, oder?

Links alt, rechts neu: Das Logo von Outback Africa Erlebnisreisen.

Wir sind schon gespannt, ob Ihnen das neue Logo gefällt. Schreiben Sie uns Ihre Meinung hier ins Kommentarfeld des Outback Afrika Blogs. Wir antworten dort auch gern auf Fragen und Vorschläge.

Reiter von Windhoek zieht um

Bloged in Allgemein, Namibia von Marco Montag August 24, 2009

Diese Aufnahme ist nun historisch: Der deutsche Reiter steht inzwischen nicht mehr an seinem gewohnten Platz in Windhoek. © Foto: Marco Penzel

Ein Wahrzeichen der namibischen Hauptstadt Windhoek steht nicht mehr an seinem gewohnten Platz. Das aus der deutschen Kolonialzeit stammende Reiterdenkmal wurde vergangene Woche vom Sockel auf dem Hügel vor der Christuskirche entfernt. Zusammen mit dem Reiter wurde auch die Gedenktafel eingelagert, auf der in deutscher Sprache der Zweck des Denkmals erklärt ist: Die Erinnerung an die deutschen Soldaten, die bei den Aufständen der Herero und der Hottentotten in den Jahren 1903 und 1907 sowie bei der Kalahari-Expedition 1908 ums Leben kamen. Die namibische Regierung hatte bereits 2001 beschlossen, das Standbild zu versetzen. Es galt immer als Zeichen für den liberalen, offenen Geist der namibischen Gesellschaft, daß die Denkmäler aus der Kolonialzeit weiterhin als ein Teil des historischen Erbes gepflegt wurden. Und der Reiter soll auch nicht weit von seinem angestammten Standort entfernt vor der Alten Feste originalgetreu wieder aufgebaut werden. Der Deutsche Kulturrat und viele Historiker hatten sich im Vorfeld gegen einen Eingriff in das historische Ensemble ausgesprochen. Auf dem Hügel, auf dem bisher der Reiter thronte, soll ein neues Unabhängigkeitsmuseum errichtet werden. Mit Spannung werden die Entwürfe dafür erwartet. Erste Informationen lassen daran zweifeln, daß es am Ende einen Gewinn für das Stadtbild Windhoeks sein wird. Mit dem Neubau des Museums ist ausgerechnet ein nordkoreanisches Unternehmen beauftragt.

Die Allgemeine Zeitung aus Windhoek dokumentiert die Entwicklung um das symbolträchtige Reiterdenkmal ausführlich. Hier gibt es auch eine lebhafte Leserbrief-Disukssion.

Extra Ferien zur Fußball-WM

Bloged in Allgemein, Südafrika von Marco Dienstag August 11, 2009

Die Schüler in Südafrika dürfen sich auf fünfwöchige Ferien während Fussball-Weltmeisterschaft 2010 freuen. Die Winterferien werden im kommenden Jahr am 10. Juni beginnen und am 12. Juli enden, das geht aus einer Mitteilung von South African Tourism hervor. Laut dem Sprecher der zuständigen Behörde, Granville Whittle, ist die Verlängerung der Ferien im Juni und Juli nächsten Jahres auf die in diesem Zeitraum stattfindende Fußball-WM zurückzuführen: „Es ist die erste Fußball-WM in Afrika und wir wissen, dass die Familien dies gemeinsam erleben wollen. Die längeren Ferien werden auch dazu beitragen, den Verkehr auf den Straßen zu dieser Zeit zu reduzieren.“

Die Ferienzeiten 2009 und 2010 im Überblick:

2009 2010
Osterferien - 27.03. – 11.04.2010
Winterferien - 10.06. – 12.07.2010
Frühjahrsferien 24.09. – 04.10.2009 24.09. – 03.10.2010
Sommerferien 12.12. – 12.01.2010 ab 11.12.2010

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