Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Monats-Archive: April 2009

Pom Pom Camp © Foto: Jens Döring / Outback Africa Erlebnisreisen
Pannenhilfe auf Afrikanisch: Mit Wagenheber und herbeigeschleppten Holz konnten die Guides des Pom Pom Camps uns schnell aus der misslichen Lage befreien. Hippos im Badezimmer: Hier wird man bei der Morgentoilette freundlich begrüßt und auf den Tag eingestimmt. © Fotos: Jens Döring

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis werden wir gleich zum nächstgelegenen Airstrip gebracht, den wir nach ca. einer Stunde erreichen. Unser Flug führt uns zum Pom Pom Camp, wo wir bereits wieder mit den altbekannten Ritualen (Willkommensgesang und –drink) erwartet werden.

Anschließend hören wir das obligatorische Briefing des Campmanagers und dessen deutscher Freundin über Verhaltensweisen und Besonderheiten des Camps. Während der Instruktionen fällt es mir aber schwer, die Konzentration zu bewahren, da der Ausblick auf die vorgelagerte Lagune einfach atemberaubend ist. Diese exponierte Lage in Zusammenhang mit dem privaten Konzessionsgebiet scheint wohl ohnehin das Markenzeichen des Camps zu sein. Viele Vorschußlorbeeren erhielten wir dahingehend schon von unseren Kunden.

Die neun Zelte machen auf mich allerdings einen etwas angestaubten Eindruck, wenngleich ich damit nicht sagen will, dass dieser Umstand nicht auch einen gewissen Charme hat. Es ist aber nichts kaputt oder abgewohnt. Hier soll wohl ganz bewusst das „Lebensgefühl“ der ersten im Delta errichteten Camps zum Ausdruck gebracht werden. Ich bekomme übrigens das Zelt, das sich gleich neben dem Empfangsbereich und vor allem der Selbstbedienungs-Bar befindet. Keine Ahnung, warum sich die Organisatoren das so ausgedacht haben. Es hat den Vorteil, dass ich auch ohne Ranger in mein Zelt darf, das sich gleich hinter dem Buffet befindet. Diesen Umstand begrüße ich wiederum sehr…

Ich erschrecke etwas, als mich beim Frischmachen aus dem Waschbecken drei Flusspferde etwas „treudoof“ anstarren. Ist aber eine witzige Idee und verleiht dem Ganzen selbst im teilweise offenen Badezimmer einen individuellen Charakter.

Richtig genießen kann ich mein Zelt oder den Pool in der Nähe der Lounge nicht, die Nachmittagspirschfahrt steht schon wieder an. Während dieser Pirschfahrt schaffen es unsere Guides doch tatsächlich, den Toyota auf der Fährtensuche im hohen Gras in einem Schlammloch mit einem gewaltigen Rums, der uns teilweise kurz aus den Sitzen hebt, festzufahren. Alle Passagiere müssen raus und dürfen dem bunten Treiben der Guides zuschauen, die nun versuchen, mit Hilfe herbeigeschafften Holzes und Wagenheber die Karre im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Dreck zu ziehen. Nach einigem hin und her ist auch diese Aufgabe gemeistert, und wir erleben den Sonnenuntergang auf ein Neues bei einem Sundowner in der Nähe eines Termitenhügels.

Das schmackhafte Abendessen genießen wir bei Kerzenschein und interessanten Unterhaltungen mit dem Campmanager und den anderen Gästen. Wie gesagt, ich habe es ja nicht weit vom Buffet zum Bett, wie praktisch an diesem Abend.

Mokoro-Ausflug im Pom Pom Camp © Fotos: Jens Döring und Ulrike Parvû / Outback Africa Erlebnisreisen
Immer wieder schön und typisch Okavango Delta: Ein Teppich aus blühenden Seerosen. Unbegründete Sorge: Die Schwimmweste benötigt man dank erfahrener Pooler nicht wirklich. Aber besser vorgesorgt als hinterher das Nachsehen gehabt. © Fotos: Jens Döring und Ulrike Parvû

Auch der nächste Tag ist wieder vollgepackt mit allerhand Informationen und Aktivitäten. Noch bin ich motiviert, will ich doch so viel wie möglich über das Delta und die Camps erfahren. Obwohl bisher auf uns alle eine wahre Info-Flut niedergegangen ist. Wird man das dann zu Hause im Beratungsgespräch auch alles säuberlich auseinander halten können? In mir regen sich da erste Zweifel. Aber dafür machen wir uns ja diese Aufzeichnungen.

Unsere Morgenaktivität besteht aus einem kurzen Mokoro-Trip, einer Fahrt im traditionellen Einbaum. Man hat uns im Vorhinein über die Besonderheiten dieses Beförderungsmittels informiert und gesagt, dass es zwar sehr unwahrscheinlich ist, das man umkippt, aber uns trotzdem zum Tragen einer Schwimmweste rät. Dass meine mitreisenden Kolleginnen da schon etwas erfahrener sind, merke ich daran, dass ich letztendlich der Einzige war, der die Weste angezogen hat. Und das auch noch als Mann. Aber gut, besser Vorsicht als Nachsicht ist das Motto! Und tatsächlich liegt das Gefährt äußerst ruhig und gelassen im Wasser. Was mich fasziniert und erstaunt ist diese absolute Ruhe, die hier herrscht. Außer der Geräuschkulisse der Natur in Form von Vogelgesang und dem Grunzen des ein oder anderen Hippos ist nichts zu vernehmen. Fast schon ein kleines Stück vom Paradies. Da traut man sich gar nicht, auch nur einen Mucks von sich zu geben.

Im Anschluss steigen wir um auf ein Motorboot, dass uns zu unserer nächsten Sight Inspection bringt, zum Kanana Camp.

Mehr über dieses Camp und wie abenteuerlich es in Botswana weiter geht, erfahren Sie demnächst. To be continued…

Gern erstellt Outback Africa ein individuelles Safari-Angebot mit dem Pom Pom Camp. Hier geht es zur Reiseanfrage.

Ich freue mich schon sehr auf Pom Pom. Viele unserer Gäste schwärmen davon und auch Marco hat es in den höchsten Tönen gelobt. Sie können sich ja sicherlich vorstellen, dass der Flug wieder eine Herausforderung für mich war. Aber ich hab’s überstanden und bin stolz auf mich.

Zum Filmen fehlte mir die Zeit. Aber Pom Pom hat selbst ein Video veröffentlicht:




Der Airstrip von Pom Pom ist nur etwa eine halbe Stunde vom Camp entfernt. Wir werden herzlich vom Camp Manager und seiner deutschen Freundin empfangen. Steffi und ich haben das Glück im Familienzelt wohnen zu dürfen. Es ist ein bisschen größer und hat ein separates Kinderzimmer. Damit wir aber nicht mehr Arbeit als unbedingt nötig verursachen, lassen wir das Bett im Kinderzimmer unberührt und entschließen uns, lieber in bisschen zu kuscheln. Nun haben wir uns eh schon so aneinander gewöhnt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns auf, um nach den Tieren der Umgebung zu suchen. Leider hat es in den 14 Tagen vor unserer Ankunft recht heftig geregnet, das Gras ist hoch und wir finden leider wieder keine spektakulären Jagdszenen oder ähnliches. Dafür genießen wir die vor Kraft strotzende Natur. Unsere beiden Guides wollen einem Elefantenpfad folgen. Leider bleiben wir prompt in einem Elefantenloch stecken. Alle müssen dass Fahrzeug verlassen und am Wegesrand warten. Mit einem Wagenheber und einer Menge Kraft schaffen es die beiden, den Land Cruiser aus dem Loch zu befreien. Während der Wartezeit sind wir alle sehr froh, dass wir eben keine spektakulären Jagdszenen zu sehen bekommen…

Als wir zum Camp zurückkommen, ist der Tisch schon festlich gedeckt. Außer unserer Gruppe sind noch wenige andere Gäste da. Wir sitzen recht gemütlich beisammen und erzählen noch angeregt bis spät in die Nacht.

Als dann am nächsten Morgen um halb sechs das obligatorische „knock, knock“ erschallt, habe ich unseren netten Abend für einen kurzen Moment verflucht – aber wirklich nur für einen ganz kurzen Moment. Nach einem wiederum üppigen Frühstück machen wir uns auf zu unserem nächsten Abenteuer. Wir möchten eine kurze Mokoro-Fahrt unternehmen. Mokoros sind die in Afrika üblichen Einbäume. Maximal zwei Personen pro Boot dürfen Platz nehmen. Ich kenne diese sehr entspannenden Fahrten bereits von einer früheren Botswana-Reise und freue mich schon sehr darauf. Jens, der in einem Einzelboot sitzen darf, sieht anfangs nicht so entspannt aus. Aber bald genießt auch er die ersten Sonnenstrahlen und das gleichmäßige Wellenschlagen unter seinem Allerwertesten. Unser Pooler (Der Mann, der das Gefährt mit traumtänzerischer Sicherheit durch die verschlungenen Wasserwege steuert.) erzählt uns eine Geschichte. Ich sitze vorn und verstehe leider nur die Hälfte. Aber sein Tonfall ist so schön einschläfernd, daß ich bald die Augen schließe und das Hier und Jetzt nur noch genieße.

Schade, daß nach 45 Minuten schon wieder alles vorbei ist. Wir steigen auf ein schnelles Motorboot um, das uns zum Kanana-Camp bringt. Die Bootsfahrt geht rasant durch die verschlungenen Wasserwege und es erstaunt mich wieder einmal, daß die Guides sich in diesem Gewirr aus Seerosen und Papyruspflanzen so gut auskennen. Kanana sehen wir uns nur kurz an. Leider bleiben mir hier nicht viele Eindrücke haften, zumal uns erklärt wird, daß das Camp bald renoviert wird. Mittlerweile sollte es fertig sein.

Nach unserer kurzen Stippvisite werden wir zum Pom Pom Camp zurückgebracht und schon geht es weiter zur nächsten Unterkunft.

Gern erstellt Outback Africa ein individuelles Safari-Angebot mit dem Pom Pom Camp. Hier geht es zur Reiseanfrage.

Wir landen am Airstrip der beiden Camps Stanley’s und Baines’. Die heutige Nacht werden wir im Stanley’s Camp verbringen. Der Guide vom Stanley’s Camp, der uns hier abholt, ist mir nicht sonderlich sympathisch – schade. Aber man kann sich halt die Guides nicht aussuchen. Er macht auf mich einen schulmeisterischen Eindruck.

Der Airstrip ist etwa 45 Minuten von der Lodge entfernt. Wir kommen an und werden wieder herzlich von den Campmanagern empfangen. Den obligatorischen Welcome Drink gibt es auch.

Stanley's Camp (Botswana) © Foto: Ulrike Pârvu / Outback Africa Erlebnisreisen
Eine schöne Athmosphäre zum Entspannen auf der eigenen Veranda und ein komfortables Bett direkt in der Wildnis bietet das Stanley’s Camp. © Foto: Ulrike Pârvu

Die Anlage ist toll. Die Zelte verstecken sich im Buschland und sind gerade so weit voneinander entfernt, daß man vom Nachbarn nicht gestört wird, aber auch nicht unbedingt ein Taxi braucht, um von einem Zelt zum nächsten zu gelangen. Die Innenausstattung kommt mir nach den zwei Tagen Mobile Camping sehr luxuriös vor. Ich freue mich auf das große Bett. Uns bleibt nur ein bißchen Zeit zum frisch machen, dann geht es gleich auf Pirschfahrt. Unser Guide versucht einen Leoparden zu finden, von dem er weiß, daß er vor einigen Stunden eine Antilope gerissen hat.

Wir fahren an eine schwer zugängliche Stelle mit viel Gebüsch. Als der Motor stoppt, hören wir das erschöpfte Atmen des Leoparden. Unsere Kollegin aus Mainz möchte das Tier unbedingt fotografieren. Das sitzt aber im Gebüsch und ist leider nur zu hören. Der Guide versucht sein bestes und fährt dem Leoparden wahrscheinlich fast auf den Schwanz. Trotzdem ist er nicht zu sehen. Wir fahren so nahe an das Gebüsch heran, daß unsere arme Louise fast von den hereinreichenden Ästen aufgespießt wird. Nach einiger Zeit entschließen wir uns, weiterzufahren und später noch einmal unser Glück zu probieren.

Und tatsächlich – als wir dann bei Dunkelheit noch einmal in die Gegend kommen, entdecken wir den Leoparden auf einem Baum. Er hat seine Beute in Sicherheit gebracht und möchte fressen. Leider wird er nicht nur von uns, sondern auch von einem weiteren herbeigerufenen Fahrzeug gestört, so daß er dann in der Dunkelheit verschwindet. Wir fahren endgültig zurück zum Camp und entdecken kurz vor der Anlage noch eine Hyänenfamilie. Obwohl mir diese Tiere nicht sonderlich gefallen, sind die Jungen doch recht drollig.

Ziemlich abgekämpft von dem vielen anstrengenden Tiere suchen und beobachten setzen wir uns an einen schön gedeckten Tisch und genießen wieder das großartige Abendessen. Die Manager des Camps kommen aus Österreich und da fällt ein lockeres Gespräch auch gar nicht schwer.

Todmüde falle ich in mein Bett und will mir das Kissen zurechtzupfen, als ein stechender Schmerz durch meinen Finger fährt. Zuerst dachte ich, es hätte mich eine Wespe gestochen, dann sehe ich aber einen Skorpion langsam und zufrieden aus meinem Kissen herauskrabbeln. AUTSCH!! Das gehört bei mir wohl zum Berufsrisiko. Nun kenne ich mich mit Skorpionen nicht aus und denke, mein letztes Stündlein hat geschlagen. Nach Einbruch der Dunkelheit darf man das Zelt nicht mehr ohne Begleitung verlassen. Voller Panik versuche ich das bereitgestellte Funkgerät zu bedienen, scheitere aber kläglich an der Technik. Gut, daß zusätzlich in jedem Zelt eine „Dose Alarm“ bereitsteht. Das Hupen ist ohrenbetäubend laut. Gott sei Dank sind die Campangestellten gleich zur Stelle. Endlich werde ich beruhigt. Es war offensichtlich die harmlosere Variante Skorpion. Ich werde verarztet. Und kann, nachdem wir das ganze Zelt noch einmal gründlich abgesucht haben, endlich ins Bett gehen. Meine Zimmergenossin Steffi stand übrigens die ganze Zeit wie vom Blitz getroffen an ein und derselben Stelle….

Hier seien alle unsere zukünftigen Kunden noch einmal vor zu viel Leichtsinn gewarnt. Obwohl es anders anmutet, befindet man sich auf einer Botswana-Reise doch meist mitten in der Wildnis. Und hier haben die Tiere immer Vorfahrt. Von diesem Tage an habe ich mein Bett und das Zimmer immer noch einmal durchsucht und die Betten aufgeschüttelt, bevor ich hineingeschlüpft bin.

Baines' Camp (Botswana) © Foto: Ulrike Pârvu / Outback Africa Erlebnisreisen
Ein schöne Platz für’s Lagerfeuer am Abend und ein breites, bequemes Bett im Zelt – das Baines’ Camp bietet viel Komfort. © Foto: Ulrike Pârvu

Der nächste Tag beginnt wieder sehr zeitig mit einem „knock, knock“. Es gibt ein leichtes Frühstück, bevor wir uns zum Baines’ Camp aufmachen. Dieses Camp schauen wir uns auch nur an. Es hat insgesamt nur vier Bungalows. Das Tolle an diesen Bungalows sind die Betten, die man auf die Terrasse schieben und somit unter freiem Himmel übernachten kann. Nur das Moskitonetz trennt einen dann noch vom grandiosen Sternenhimmel und den Geräuschen der afrikanischen Nacht. Für viele ist das wohl ein Highlight – ich beginne nach dem Skorpionstich ein wenig daran zu zweifeln.

Zum Baines’ Camp gehört auch die so genannte Elephant Experience. Dabei handelt es sich um einen Forscher aus Amerika, der vor etwa 20 Jahren dort hängen geblieben ist und nun drei Elefanten hat, mit denen man eng in Kontakt kommen kann. Wir fahren einen Weg entlang und auf einmal tauchen vor unserem Fahrzeug zwei barfuß laufende Männer mit Schlapphüten auf. Der Anblick zaubert ein Schmunzeln auf unsere Gesichter. Dann erst realisieren wir, daß es sich um Doug Groves, den Gründer der Living with Elephants Foundation handelt. Wir machen uns bekannt und laufen ein paar Meter. Auf einmal tauchen aus dem Busch die drei Elefanten auf, die zu Dougs Herde gehören. Wir haben nun ausreichend Gelegenheit, die Dickhäuter aus jeder Richtung anzuschauen. Bereitwillig lassen sich die Elefanten anfassen und fotografieren. Ich muß immer wieder meinen Kopf schütteln, weil ich nicht glauben kann, was ich da sehe. Erst aus der Nähe kann man begreifen, wie groß Elefanten eigentlich sind. Mit der Zeit verlieren wir jede Scheu und jeder von uns stellt sich sogar einmal unter den Rüssel. Es gluckst ganz komisch im Mund von Tembo, “unserem” Elefanten, und mir wird dann doch ein bißchen mulmig. Wir sind etwa zwei Stunden bei der Herde, die nur aus drei Tieren, einigen Wildhütern und Doug besteht. Bis heute hat sich der Respekt, den ich sowieso schon vor Elefanten habe, noch verstärkt. Das war mit Abstand das beeindruckendste Erlebnis dieser Reise. Elefantenbegegnung beim Baine's Camp (Botswana)
Erst aus der Nähe kann man richtig ermessen, wie groß so ein Elefant eigentlich ist – Ulrike ist etwas kleiner.

Gern erstellt Outback Africa ein individuelles Safari-Angebot mit dem Baine´s Camp. Hier geht es zur Reiseanfrage.

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