Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Monats-Archive: März 2009

Ich habe wieder einen schweren Flug hinter mir, aber ich hab’s Gott sei Dank ganz gut überstanden. Brent, einer der Eigentümer von Letaka afaris und unser Guide für die kommenden zwei Tage, wartet schon auf uns vor den Toren des Parkeingangs zum Moremi Game Reserves. Unser Fahrzeug passiert die arg lädierte Khwai Bridge und wir laufen über die neue Brücke nebenan. Die ist allerdings noch nicht ganz fertig. Naja, uns hat sie jedenfalls ausgehalten.

Schon die Anfahrt zu unserem Campingplatz ist, wie eine kleine Pirschfahrt. Wie überall im südlichen Afrika gilt: Der Weg ist das Ziel! Immer wieder bewundere ich die Guides, die mit schlafwandlerischer Sicherheit die versteckten Campingplätze in den doch oft sehr großen Wildreservaten finden. Heute ist es ähnlich. Gerade sind wir noch zwischen Buschland umhergefahren und haben uns über eine Giraffe gefreut, die unseren Weg gekreuzt hat. Schon nach der nächsten Kurve stehen wir vor unserem Camp, das drei fleißige Helfer für uns aufgebaut haben – welch ein Luxus. Mit einem leckeren Welcome-Drink werden wir begrüßt. Ich fühle mich gleich, wie zu Hause.

Mobile Camping mit Letaka Safaris in Botswana. | © Foto: Ulrike Pârvu / Outback Africa Erlebnisreisen
Geräumiger und komfortabler als bei einer einfachen Camping-Safari sind die Zelte in diesem Fall. Hinter jedem Zelt gibt es eine Toilette und eine private Busch-Dusche.

Die Zelte sind geräumig, und wir haben Feldbetten (Nach der ersten Nacht stelle ich fest, daß die Betten nicht so bequem sind und ich schlafe in der zweiten Nacht wie ein Engelchen auf dem Boden.)

Nach einer Siesta geht es gleich wieder los auf Pirschfahrt. Uns begegnet auch prompt ein Löwenmann. Majestätisch schlendert er an uns vorüber und würdigt uns keines Blickes. Etwa zehn Meter hinter unserem Auto beginnt er aus einer Pfütze zu trinken. Wir beobachten ihn lange, bevor wir uns entschließen, unseren Weg fortzusetzen. Hinter uns hören wir noch sein lautes Gebrüll, als wir auf einmal bemerken, daß einer unserer Reifen Luft lässt. Der Reifenwechsel geht dann recht schnell vonstatten – wie sich bestimmt jeder denken kann. Ich kann alle beruhigen, die ganze Gruppe hat die Reise unversehrt überstanden…

Nach unserer „löwigen Begegnung“ fahren wir noch einige Stunden umher. Allerdings haben sich auch im Moremi Wildreservat die Tiere schon in alle Winde verstreut. Zwei Wochen vor unserer Ankunft gab es die ersten heftigen Regenfälle und dadurch findet das Wild überall Wasser und ist, auch durch das üppig sprießende Grün, schwerer zu entdecken.

Abends werden wir mit einem Festmahl empfangen. Frisch gebackene Brötchen, Rinderfilet… Ich will ja nicht angeben, aber es war sehr lecker. Gekocht wird übrigens auf offenem Feuer, die Brötchen werden in einer Aluschüssel in der Erde gebacken. Wir sitzen noch ein wenig zusammen. Ich hatte extra für unseren Jens, der ja schon zwei Wochen in Südafrika unterwegs war, Schokolade mitgebracht. Leider sieht die durch die Hitze ein wenig mitgenommen aus – schmeckt aber immer noch sehr lecker.

Als ich zum Zelt gehe, höre ich das Grunzen der Hippos hinter dem Campingplatz und bin gespannt auf die erste richtige Nacht im Busch. Vor unserem Zelt blinken Tausende von Glühwürmchen in die vorweihnachtliche Nacht hinein – wie es bissel scheen.

Wie tief ist das Wasser? Auf Safari in Botswana | © Foto: Ulrike Pârvu / Outback Africa Erlebnisreisen
Vor jeder Wasser-Durchfahrt prüft unser Guide Brent den Wasserstand. Gemein, wenn die Passagiere nun das Lied von Schnappi, dem kleinen Krokodil anstimmen…

Uns steht nach einer ruhigen Nacht ein ganzer Tag für Pirschfahrten zur Verfügung. Immer wieder durchfahren wir überflutete Straßen und Wege. Brent prüft oft zu Fuß, ob das Fahrzeug durchfahren kann. Unser Jens bringt das Lied von Schnappi, dem kleinen Krokodil ins Spiel und alle lachen herzlich, denn sogar Louise aus Kapstadt kennt diesen Song. Wir fahren zu einem Hippo Pool. Die Flusspferde machen auf mich immer einen ruhigen, fast niedlichen Eindruck. Allerdings sind sie die gefährlichsten Tiere im südlichen Afrika. Sie denken sehr territorial und es gab schon viele Zusammenstöße, die teils auch tödlich endeten. Wir bleiben natürlich in angemessener Entfernung und genießen wieder einmal unseren Sundowner.

Sundowner im Moremi Wildreservat (Botswana). | © Foto: Ulrike Pârvu / Outback Africa Erlebnisreisen
Ein schönes Plätzchen wird jedem Abend kurz vor Sonnenuntergang für den Sundowner ausgewählt.

Auch heute werden wir mit einem festlichen Abendmahl überrascht. Ich hatte die Hoffnung auf dieser Tour ein paar Pfunde zu verlieren. Daraus wird wohl nichts werden. Heute Nacht schlafe ich, wie weiter oben schon erwähnt, auf dem Boden auf der Schaumgummimatratze meines Feldbettes. Wieder leuchten die Glühwürmchen für uns und bei mir kommt ein bisschen Heimweh nach der vorweihnachtlichen Stimmung in Deutschland auf.

Eine komfortable Mobile Camping Safari wie hier beschrieben, aber mit etwas längerem Programm durch die Wildparks Botswanas ist die Tour “Savanne und Delta”. Die Reise “Botswana-Abenteuer mit Stil” enthält einen eine kleinere Mobile Safari kombiniert mit indivdiuellen Lodge-Aufenthalten.

Nachdem wir nun meine flugkranke Kollegin Ulrike den Umständen entsprechend wieder gut im Terminal des Flughafens Maun physisch und psychisch aufgebaut haben, begeben wir uns, d.h. sechs Frauen (allesamt Reisebüro/Reiseveranstalter-Mitarbeiterinnen) und ich als einziger Hahn im Korb, wieder in den Flieger. Unser Ziel ist das Moremi Wildreservat. Der Flug zum Landeplatz der Khwai-Region soll etwa eine halbe Stunde dauern. Alle sind gespannt, wie Ulrike diese für sie wohl unendlich lange Zeit überstehen wird. Glücklicherweise scheinen ihr aber meine Anwesenheit und Ablenkungsversuche gut zu tun und so landen wir zwar holprig aber sicher auf dem Airstrip von Khwai.

Dort erwartet uns bereits der Inhaber eines Safari-Untermehmens und gleichzeitig unser Guide für die bevorstehenden drei Tage Mobile-Tented-Safari. Unser Gepäck wird auf einen extra Jeep verladen, der noch vor uns zum Camp aufbricht. Nach einer kurzen gegenseitigen Vorstellung fahren auch wir in Richtung Camp los. Die zirka einstündige Fahrt dorthin gestaltet sich bereits als kleine Pirschfahrt. Viel zu sehen bekommen wir in der Mittagshitze leider nicht. Über das North Gate und über den Fluß Khwai fahren wir in das Moremi Wildreservat hinein. Das Wetter spielt auch mit und so sind die „Damen vom Grill“ und ich bester Laune. Obwohl der Planet schon heftig vom Himmel prasselt. Aber Wetter ist ja immer auch eine Frage der Kleidung (bzw. des Sonnenschutzes).

Komfort-Zelt und offenes Pirschfahrzeug von Letaka Safaris. | © Foto: Jens Döring / Outback Africa Erlebnisreisen
Mein Zelt hat Stehhöhe, eine kleine Veranda mit Stuhl und dahinter auch Dusche und WC. Rechts das offene Safarifahrzeug bei der Einfahrt in das Moremi Wildreservat.

Im Camp schließlich angekommen staunen wir nicht schlecht, als uns zwei Herren bereits mit einem erfrischenden Willkommensdrink erwarten. Das Camp ist zu diesem Zeitpunkt bereits komplett aufgebaut, das Mittagessen wartet schon. Und dieses Mittagessen hätte man wirklich nicht länger warten lassen sollen, so lecker ist das! Erstaunen macht sich in mir breit, was hier mitten im Busch auf den Tisch gezaubert wird.

Nach dem Mittagessen besprechen wir den weiteren Ablauf der kommenden beiden Tage. Den nächsten Tag werden wir komplett mit Pirschfahrten verbringen bevor wir uns am dritten Tag die erste Lodge im Delta anschauen.

Für den heutigen Nachmittag ist noch eine Pirschfahrt angekündigt, zu der wir nach einer kurzen Regenerations- und Akklimatisierungsphase aufbrechen. In der Zwischenzeit erkunde ich mein Zelt und staune nicht schlecht, dass dort bereits meine Reisetasche auf mich wartet. Das Zelt ist recht komfortabel ausgestattet, mit eigenem „Badezimmer“ und kleinem „Vorgarten“ mit einer Fußmatte (!) und einem gemütlichen Campingstuhl, von dem aus ich auf die direkt vor mir liegende Wasserlandschaft blicken kann. Brent erklärt mir, dass man mich als Mann gleich in dem Zelt untergebracht hat, das am nahesten am Ufer steht, damit die des nachts umherwandelnden Hippos die Damenwelt nicht so erschrecken. Ich bin also ein Bollwerk – wie beruhigend zu wissen. Im Zelt finde ich aber alles, was ich zum Überleben brauche: Insektenschutzmittel „Peaceful Sleep“, ein Signalhorn für Notfälle und falls mich im Ernstfall eines Hippo-Übergriffes die Angst übermannt, auch ein WC. Eine Eimerdusche steht ebenfalls zur Verfügung, um mir den Angstschweiß abzuwaschen. Der Duscheimer wird bei Bedarf dann mit warmem Wasser gefüllt, genau wie der kleine Waschtrog vorm Zelt für die Morgentoilette. Alles perfekt organisiert. Sogar ein kleines Begrüßungspaket mit meinen Namen liegt auf dem Feldbett bereit, bestehend aus den geltenden „Busch-Regeln“ und allerhand Tier-Checklisten, die es abzuarbeiten gilt.

Nach einem kurzen Nachmittagssnack (haben ja schon lange nichts mehr gegessen) brechen wir zur Pirschfahrt auf, die sich bis zur Dunkelheit hinstrecken wird. Wir entdecken am Wegesrand Löwen-Spuren und folgen ihnen. Um die nächste Ecke herum liegt der König des Busches da mit seinem vollgefressenen Bauch und starrt uns wenig beeindruckt an. Schließlich steht er auf, läuft um einen Busch herum und taucht hinter dem selbigen wieder auf. Sein Ziel ist die Pfütze auf dem Weg, die sich zirka zehn Meter hinter unserem Auto befindet und aus dreckigem Regenwasser besteht. Genüsslich spült er das soeben zu sich genommene Mittagesmahl nach unten, und sein dicker Bauch kommt so richtig zu Geltung. Schließlich steht er wieder auf und wir verlieren ihn am Wegesrand entlang schlendernd aus den Augen. Ein echtes Erlebnis!

Loewe in Moremi (Botswana). | © Foto: Jens Döring / Outback Africa Erlebnisreisen
Die Spuren führen uns zu einem durstigen Löwen-Männchen. Ob er auch Hunger hat?

Dieses Erlebnis lässt sich aber noch steigern, weil wir kurz darauf bemerken, dass wir einen Plattfuß haben. Spannend, denn der Löwe ist noch in Hörweite. Im Schnellverfahren wird das Rad gewechselt und wir begeben uns dann auf die Suche nach einem geeigneten Plätzchen für den Sundowner. Das ist auch recht schnell am Flusslauf mit badenden Hippos gefunden. Die Szenerie beeindruckt Ulrike und mich derart, dass wir kurzerhand beschließen, von uns ein Foto machen zu lassen. Schließlich muss das ja für die Nachwelt festgehalten werden! „Komm, wir machen mal schnell ein Foto von uns und den Hippos!“, hieß es. Was dabei herausgekommen ist war ein Bild von uns beiden und etwas Wasser im Hintergrund. Von Hippos keine Spur, weil wir schlichtweg beide zu dick waren… Wir haben trotzdem unseren Spaß.

Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir wieder das Camp und lassen uns das erneut ausgesprochen leckere Abendessen schmecken. Am Lagerfeuer eignen wir uns bei Gesprächen Hintergrundwissen über die Safari-Partner vor Ort an. Sehr interessant und aufschlussreich, wie professionell und durchdacht die Unternehmen hier arbeiten. Wir sind ja immer noch in Afrika!

Die zwar nicht ernst gemeinte Information, ich sei das Bollwerk für die Mädels hinter, mir in den Zelten macht mir in der darauffolgenden Nacht doch etwas zu schaffen. Die Hippos schnaufen und grunzen die ganze Zeit, jedes kleinste Geräusch nehme ich auf und wittere Gefahr darin. Vollkommen unbegründet, wie sich am nächsten Morgen herausstellt. Entsprechend wenig Schlaf bekomme ich in dieser Nacht, aber spannend war’s allemal!

Der nächste Tag beginnt ausgesprochen früh. Um 5.30 Uhr werden wir geweckt, für 6 Uhr ist das Frühstück angekündigt. In der Zwischenzeit bringen die Camp-Assistenten warmes Wasser herbei und füllen die Eimer-Dusche sowie das kleines Wasserbassin vor dem Zelt. Ich bin begeistert über diesen Service! Eine warme Dusche mitten im Busch.

Nach dem kleinen Frühstück brechen wir 6.30 Uhr zur Pirschfahrt auf. Brent erklärt uns den zeitigen Start damit, dass wir um diese Uhrzeit noch ein paar nachtaktive Tiere zu Gesicht bekommen könnten. Und tatsächlich trampelt kurz nach unserer Abfahrt eine Herde Hippos etwa 100 Meter vor uns über diese Wiese und verschwindet mit viel Getöse und spritzendem Wasser im naheliegenden See. Jetzt habe ich auch die Gelegenheit, diese riesigen Monster einmal in voller Größe zu sehen. Sonst erkennt man ja an den tagsüber im Wasser liegenden Tieren nur den oberen Teil des Kopfes und die kleinen permanent wackelnden Öhrchen.

Ansonsten verläuft der Rest der Morgenpirschfahrt recht unspektakulär mit nur wenigen Tieren. Gut, ein paar Vögel sichten wir, aber dafür kann ich mich ohnehin nicht so begeistern. Aber wer tatsächlich Vogelinteressierter ist, würde heute voll auf seine Kosten kommen.

Nach dem reichhaltigen Brunch im Camp heißt es Siesta halten, die ich auch auf Grund des Schlafmangels wirklich gebrauchen kann. „Hin und weg“ heißt die Devise, als ich endlich an meiner Matratze im Zelt horchen kann. So eine Safari ist anstrengend und definitiv kein Erholungsurlaub! Am Nachmittag dann das gleiche Prozedere wie am Vortag: Tea Time und Pirschfahrt mit Sundowner, auf der wir wieder nichts großartig Interessantes aufspüren. Wahrscheinlich ist Mitte Dezember wirklich nicht die ideale Tierbeobachtungszeit, da es schon sehr grün ist und die Tiere nicht mehr auf die permanenten Wasserstellen angewiesen sind. Entsprechend wenig Tierbewegung ist im Busch. Schließlich finden sie ja genug Feuchtigkeit auf der Erdoberfläche. Hinzu kommt, dass man im dicken Grün ohnehin schwer irgendwelches Getier entdecken kann. Die Landschaft ist aber jetzt um diese Jahreszeit umso schöner: alles grünt und blüht und spiegelt sich malerisch auf der Wasseroberfläche. Da fährt man gerne zwei bis drei Stunden einfach nur so durch die Gegend.

Nach unserem letzten Sundowner auf dieser Safari kehren wir ins Camp zurück und lassen am Lagerfeuer die letzten Tage Revue passieren. In der kommenden Nacht schlafe ich schon bedeutend ruhiger und entspannter.

Beim Sundowner in Moremi (Botswana). | © Foto: Jens Döring / Outback Africa Erlebnisreisen
In dieser Idylle wollten sich Ulrike und Jens unbedingt auf einem Erinnerunsfoto verewigen. Leider paßten die Hippos nicht mehr mit aufs Bild.

Der nächste Tag beginnt wieder früh (6 Uhr Wecken) und noch bevor wir das Frühstück beenden und zur allerletzten Pirschfahrt aufbrechen, haben die Assistenten das Camp bereits zu einem Großteil abgebaut. Das nenne ich mal Effektivität und Arbeitsteilung.

Unsere heutige Pirschfahrt ist zugleich der Transfer zum Airstrip. Unterwegs dorthin machen wir aber noch einen Abstecher zur eleganten und komfortablen Khwai River Lodge. Im Fachjargon heißt eine solche Besichtung „Sight Inspection“. Dahinter verbirgt sich der Besuch einer Unterkunft inklusive Führung über das Areal, um sich selbst ein Bild zu machen und zu sehen, wie unsere Kunden untergebracht sind und was sie vor Ort genau zu erwarten haben.

Was Sie im speziellen in der Khwai River Lodge erwartet, erfahren Sie in der Fortsetzung.

Eine komfortable Mobile Camping Safari wie hier beschrieben, aber mit etwas längerem Programm durch die Wildparks Botswanas ist die Tour “Savanne und Delta”. Die Reise “Botswana-Abenteuer mit Stil” enthält einen eine kleinere Mobile Safari kombiniert mit indivdiuellen Lodge-Aufenthalten.

Am frühen Nachmittag treffen wir in Maun ein. Ich bin schon sehr gespannt auf die anderen aus der Gruppe, vor allem auf meine Zimmergenossin Steffi.

Zunächst schaue ich noch im Büro von Safari Destinations vorbei und lerne fast alle Angestellten, mit denen ich sonst nur per E-Mail Kontakt habe, einmal persönlich kennen. Leider bleibt nur für ein kurzes Händeschütteln und eine E-Mail an meine Familie Zeit. Vor dem Büro warten in einem Café die anderen Reiseteilnehmer – alles Mädels. Na, da wird sich unser Jens sicherlich freuen…

Nach einer kurzen Erfrischung brechen wir auf in Richtung Kalahari. Der Campmanager persönlich fährt das Fahrzeug, einen klimatisierten Minibus. Zwischendurch müssen wir an mindestens drei Stationen anhalten. In Botswana tritt von Zeit zu Zeit die Maul- und Klauenseuche auf. Um die Ausbreitung zu verhindern, werden dann an allen Straßen Seuchenmatten ausgelegt, über die man gehen muß. Auch die Schuhe, die noch in der Tasche sind, müssen desinfiziert werden. Allerdings bezweifeln viele im Land die Wirksamkeit einer solchen Maßnahme. Was soll’s… Ich freue mich auf die kommenden Tage.

Edos's Camp (Botswana) | Foto: Ulrike Pârvu, Outback Africa Erlebnisreisen
Unser Zelt im Edo’s Camp (Kalahari).

Endlich kommen wir nach einer unendlich scheinenden Fahrt auf schnurgeraden Straßen am Zaun der Privatkonzession an, auf der sich das Edo’s Camp befindet. Diesen Zaun finde ich recht ungewöhnlich. Allerdings erzählt mir unser netter Begleiter, daß es sich hier mehr um eine riesige Tierfarm handelt, im Umland befindet sich viel Weideland, und man möchte verhindern, daß Wilderer eindringen oder die Wildtiere in andere Gegenden abwandern.

Kurz nachdem wir den Zaun passiert haben, huschen drei Geparden an uns vorbei. Man kann fast nur die Schwanzspitze erkennen – so schnell sind die behenden Raubkatzen unterwegs. Wir hoffen auf weitere spektakuläre Ereignisse und werden nicht enttäuscht.

Das Bad im Edos's Camp (Botswana) | Foto: Ulrike Pârvu, Outback Africa Erlebnisreisen
Meine Dusche, mein Klo, mein Waschbecken: Ein Badezimmer im Edo’s Camp.

Am späten Nachmittag machen wir uns noch einmal auf zur Pirschfahrt. Ein „Tracker“ (Fährtenleser) findet für uns eine Nashornkuh mit ihrem Baby. Wir kommen recht nahe heran und für den nächsten Morgen verspricht uns unser Guide einen Rhino Walk. Abends sitzen wir gemütlich am beleuchteten Wasserloch beisammen, an dem sich in der Trockenzeit viele Tiere treffen. Wir sehen leider nur ein paar Springböcke. Wieder sinke ich ziemlich müde in die noblen Kissen und freue mich schon auf den nächsten Tag. Den beginnen wir dann auch recht früh. Schon gegen halb sechs werden wir mit einem freundlichen, aber bestimmten „Knock Knock“ geweckt. Das werden wir auf dieser Tour noch öfter hören.

Es gibt nur ein leichtes Frühstück und schon sitzen wir wieder im Pirschfahrzeug, das unser Guide mit einem Stock dirigiert. Wir sind auf der Suche nach den Nashörnern. Bald wird unser Tracker fündig. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Buschleute erkennen, daß in den letzten zwei Stunden ein Nashorn die Straße gekreuzt hat.

Wir laufen noch einige hundert Meter durch Buschland und dann stehen sie vor uns – die Nashornkuh mit ihrem Jungen. Immer näher kommen wir den Tieren und es wird immer unheimlicher. Am Ende habe ich das Gefühl, daß wir Mutter und Kind direkt in die Augen schauen, obwohl mein Foto etwas anderes sagt:

Nashorn-Pirsch im Edos's Camp (Botswana) | Foto: Ulrike Pârvu, Outback Africa Erlebnisreisen
Auge im Auge mit dem Rhinozeros: Auf Fußpirsch im Edo’s Camp.

Wir wollen aber nicht länger stören und nachdem alle mindestens 100 Fotos gemacht haben, ziehen wir uns leise zurück. Schon wieder sage ich mir: WOW!! Das war ein tolles Erlebnis.

Nun fahren wir in ein Dorf der San (Buschleute). Ich mag solche Besuche überhaupt nicht. Zeigen sie uns doch die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich. Mich beschleicht dann immer ein schlechtes Gewissen und ich weiß nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll. Aber wir werden sehr herzlich empfangen und es ist alles viel entspannter, als ich befürchtet hatte. Am meisten beeindrucken mich die Kinder. Sie kommen freundlich, ein wenig fordernd auf uns zu, ohne, daß man denkt, man würde angebettelt. Die Freude ist natürlich groß, als jemand Buntstifte auspackt. Wie man einen Luftballon auspackt, haben die Kleinen natürlich auch gleich raus…Wir haben einen kleinen Einblick in das einfache, aber sicherlich glückliche Leben der Buschleute nehmen dürfen. Ich bin sehr dankbar dafür.

Wir bekommen noch eine Lunchbox und dann geht es zum Airstrip. Die Flieger, in denen wir auf dieser Tour transportiert werden, sind nicht eben groß. Es handelt sich vorwiegend um Cessna Caravan, in denen bis zu 14 Personen Platz finden – es geht auch noch kleiner….

Mein erster Flug im Kleinflieger ist die Hölle. Das Blut schwindet langsam aus meinem Körper und bald höre ich auch die „Ah“, „Oh“ und „Kuck mal da“ – Begeisterungsrufe nicht mehr wirklich. Als wir in Maun landen, hat meine Gesichtsfarbe wahrscheinlich von schweinchenrosa auf unwohlgrün gewechselt. Die Anderen kümmern sich aber rührend um mich, außer mein Kollege. Der rennt an mir vorbei und erkennt mich gar nicht. Wahrscheinlich dachte er, daß mir nach meinen vielen Afrika-Reisen so etwas nicht mehr passieren könnte.

Nachdem wir uns aber doch gefunden hatten, muß ich wieder in diesen Folterflieger und es geht hinein in das Moremi Wildreservat. Zwei Nächte Mobiles Camping warten auf uns. Fortsetzung folgt.

Gern erstellt Outback Africa ein individuelles Safari-Angebot mit Edo’s Camp. Hier geht es zur Reiseanfrage.

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