Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Jahres-Archive: 2009

Etwa bei Sonnenuntergang erreichen wir endlich unser Ziel, Sayari. Der Name steht seit Jahren für ein komfortables, mobiles Camp. Nun wurde es noch großzügiger gebaut und erst in diesem Jahr neu eröffnet. Sayari wird seinen Standort nun nicht mehr wechseln, wenngleich viele Elemente eines mobilen Camps erhalten blieben. Die Gebäude sind deutlich größer als die mobilen Zelte von Olakira, aber die Wände bestehen immer noch aus Canvas.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sayari Mara Camp


Es gibt einen Pool, der in die Felsen eingelassen ist, und jedes Zimmer hat ein Bad mit freistehender Wanne, von der aus sich ein schöner Blick in die Savanne bietet. Die insgesamt 16 Gästezelte sind verteilt auf zwei Flügel, die jeweils über eine eigene Lounge, einen eigenen Speiseraum und einen eigenen Lagerfeuer-Platz verfügen.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Pirschwanderung in Sayari


Am Morgen entscheide ich mich für eine zweistündige Pirschwanderung hinunter zum Mara-Fluß. Julie, die Field Operations Managerin von Asilia, sagt, manchmal könne man auf einer Wanderung beobachten, wie Gnus den Fluß überqueren. Heute leider nicht. Dafür zeigen sich wenigstens Krokodile und Flußpferde im Mara, der jetzt Ende Oktober nicht sehr viel Wasser führt. Später sammelt uns ein Pirschfahrzeug auf. Unterwegs gibt es ein Picknick-Frühstück. Dann fahren wir ein Stück flußabwärts. Am anderen Ufer sammeln sich Gnus. Doch werden sie auch den Fluß überqueren? Und wenn ja, wo? Als sie endlich starten, stehen wir in einem ungünstigen Winkel zur Sonne und recht weit entfernt vom Ort des Geschehens. Gute Fotos sind so nicht möglich. In einer langen Reihe waten die Gnus und ein paar Zebras durchs Wasser. Ein Krokodil liegt nicht weit entfernt daneben, bewegt sich aber nicht. Am Ende bin ich ein bißchen traurig, weil wir nicht in der besten Position standen.

Lunch in der Savanne, Sayari Mara Camp © Fotos: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Lunch in der Savanne, Sayari Mara Camp


Die Pirschfahrt geht weiter in Richtung der großen Plains, den weiten offenen Ebenen. Unterwegs sehen wir eine Löwin, die eines ihrer Jungen im Maul transportiert. Solche Szenen kennt man aus Tierfilmen, in freier Natur habe ich es noch nie gesehen und schon gar nicht fotografieren können. Heute hat es geklappt. Ich bin nicht mehr ganz so traurig. Unter einem einsamen Baum auf einer weiten, offenen Fläche, stehen Stühle im Halbkreis. Kim und Julie erwarten uns hier zum Mittagessen. Hinter dem Buffet ziehen dunkle Regenwolken auf, doch es bleibt trocken.

Gnu-Herden in der Nähe des Sayari Camps, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Ende Oktober kündigt sich in der Nordserengeti die kleine Regenzeit an


Nach dem Essen wollen einige Kollegen zurück zum Camp und Relaxen. Ich entscheide mich für das zweite Auto, das die Pirschfahrt fortsetzt. Wir fahren durch riesige Gnuherden. Die Landschaft ist im 360 ° Umkreis übersät von dunklen Punkten. Allerdings stehen und gehen die Tiere in einigem Abstand zueinander. So ist der Massen-Eindruck schwer in einem Foto einzufangen. Deshalb wollen wohl alle auch die Flußüberquerungen sehen, wenn sich tausende Tiere dicht an dicht drängen. Am Nachmittag erwischt uns ein kurzer, aber ziemlich heftiger Regenschauer. In einem offenen Pirschfahrzeug, das nur über ein Schatten- bzw. Regendach verfügt, kann das ziemlich unangenehm werden. Zum Glück gibt es warme Decken und Regenponchos an Bord. Unser Guide sagt, es sei der erste richtige Regen in dieser kleinen Regenzeit, die man hier „short rains“ nennt. Auch bei unserer Rückkehr ins Camp gegen 17.30 Uhr gibt es wieder einen Schauer. Nach dem Abendessen sitzen wir dann draußen am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel. Julie erzählt, daß es hier bis vor wenigen Jahren noch große Probleme mit Wilderei gab. Auch heute seien diese noch nicht ausgestanden. Die Ranger-Station in der Nähe des Camps ist mit hohen Mauern gesichert. Dort werden gerade weitere Ranger ausgebildet, um die Nashörner zu schützen, die demnächst von Südafrika hierher gebracht werden sollen. Die Südafrikaner machen ein nachhaltiges Vorgehen gegen Wilderei zur Bedingung, bevor sie die vom Aussterben bedrohten Dickhäuter zur Verfügung stellen. Auch Sayari selbst spielt in dem Naturschutz-Konzept eine wichtige Rolle. Menschen aus den nächstgelegenen Dörfern hinter der Nationalparkgrenze finden hier dauerhaft Arbeit. Das Einkommen ist endlich eine Alternative zur Wilderei.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Sayar Mara Camp


Die Pirschfahrt am letzten Morgen startet kurz nach Sonnenaufgang, 6.30 Uhr. Einige aus unserer Gruppe unternehmen heute die Wanderung, andere wollen ausschlafen. Nur Jeffrey und ich wollen die zweite Chance nutzen, noch ein „River Crossing“, also die Flußüberquerung, einer Gnu-Herde zu erleben. Offenbar wegen des gestrigen Regens scheinen die Tiere Wanderlust bekommen zu haben. Am gegenüberliegenden nördlichen Ufer haben sich viel größere Herden versammelt als gestern. Wir suchen nach einem Platz, von dem aus man mehre Stellen überblicken kann, an denen die Tiere die Querung wagen. Einige Tiere stehen am Steilufer und schauen unsicher herüber. Andere wandern flußabwärts. Sammeln sie sich etwa da unten? Dann kehrt eine lange Gnu-Reihe wieder zurück. Es gibt flache Uferstellen, an denen es leicht sein sollte, den Fluß zu überwinden. Doch gerade diese Plätze meiden die scheuen Tiere oft, erzählt unser Guide.

Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses in der nördlichen Serengeti


Eine verläßliche Prognose kann auch er nicht abgeben. Er sagt nur, wenn die ersten Gnus sicher auf der anderen Seite angekommen sind, dann drängen immer mehr nach und das Zögern ist vergessen. Herdentrieb eben. Und dann erzählt er noch, daß hier oben am Mara-Fluß von Juli bis Oktober täglich Crossings stattfinden können, in beide Richtungen. Es hänge ganz davon ab, wo die Tiere gerade mehr Futter vermuten. Spätestens im November ziehen die großen Herden aber in die südliche Serengeti. Danach, im Januar und Februar, ist für sie persönlich die schönste Zeit hier oben, hat Julie uns gestern erzählt. Die wandernden Herden sind dann zwar nicht mehr hier, aber viele Raub- und Weidetiere wandern nicht mit. Und es seien fast gar keine Menschen mehr hier. Aber auch heute Morgen treffen wir nur ein einziges anderes Fahrzeug am Flußufer.

Zwergbienenfresser, im Hintergrund Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Zwergbienenfresser, im Hintergrund Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses


Gegen 9 Uhr habe ich die Hoffnung langsam aufgegeben, daß heute noch etwas passiert; jedenfalls bevor wir um 10 Uhr an der Landebahn sein müssen, wo unser Flugzeug Richtung Sansibar abhebt. Dann plötzlich, so gegen 9.15 Uhr, geht es los. Wir setzen etwas zurück, weil die Vorhut der Gnus in der Flußmitte stehen bleibt und zögert. Hat unser Autos sie irritiert? Dann laufen sie weiter, in unsere Richtung. Die ersten Gnus springen direkt vor unserem Auto über die steile Uferkante. Nach einer kurzen Pause sucht sich die Herde eine Ausstiegsstelle ein paar Meter weiter flußabwärts. Manchmal sieht man einen Kopf über die Kante herauskommen, doch das Tier schafft es nicht, sich mit den Vorderhufen festzuhalten und stürzt wieder zurück. Die Gnus und ein paar Zebras gehen diesmal nicht in einer Reihe, sondern in einer richtig breiten Formation durchs Wasser. Am Hang gegenüber drängen immer neue Tiere nach. Es ist das klassische Motiv, und wir sind mitten drin! Das Spektakel dauert etwas mehr als eine halbe Stunde – perfekt für den Abflugtermin. In dieser Zeit müssen mehrere Tausend Tiere an uns vorbeigezogen sein. Die Eindrücke werde ich wohl erst endgültig verarbeiten können, wenn ich die Fotos auf einem großen Bildschirm sehe, doch der erste Blick auf den Kameramonitor ist vielversprechend.

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus und Zebras überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen


© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:

Am nächsten Morgen brechen wir schon gegen 7 Uhr auf. Die direkte Fahrt vom Süden in den hohen Norden der Serengeti würde vier bis fünf Stunden dauern. Wir werden erst gegen 18 Uhr eintreffen, da wir uns unterwegs noch mehrere Lodges ansehen wollen. Der erste Stopp ist im Serengeti Medium Camp, einem kleinen, einfacheren Mobile Tented Camp, das genau wie Olakira seinen Standort je nach Saison wechselt. Jedes der zehn Hauszelte ist mit Betten sowie eigener Dusche und WC ausgestattet.

Serengeti Medium Camp © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Serengeti Medium Camp (auch bekannt als "Kati Kati")


In der Seronera Region sehen wir eine Gruppe von 28 Löwen, außerdem insgesamt dreimal einen Leoparden. Derjenige, der am besten zu fotografieren ist, klettert gerade durch die Krone eines recht hohen Baumes, der nicht weit entfernt von der Straße steht. Doch es ist die Hauptstraße. Hier in der zentralen Serengeti gibt es so viele Lodges und damit entsprechend viele Pirschfahrzeuge, daß sich schnelle mehr als 20 Autos angesammelt haben. Für Ajub ist es gar nicht einfach, unseren Wagen aus diesem Stau heraus zu manövrieren.

Leopard als Stau-Ursache in Seronera, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Leopard als Stau-Ursache in Seronera, Serengeti


Gegen Mittag erreichen wir die Bilila Lodge Kempinski. Das ausgedehnte 70-Zimmer-Hotel wurde erst im Juli 2009 eröffnet. Es liegt im trockenen Niemandsland, etwa 45 Fahrminuten von der tierreichen Seronera-Region entfernt. Seit es hier wegen der Lodge Wasser gibt, findet auch Großwild den Weg in diese Gegend. Als wir von der Lobby aus auf den Swimming-Pool blicken, steht gerade eine Gruppe Elefanten am Wasserloch gleich unterhalb des Pools.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Pool der Bilila Lodge


Die Presidential Suite hat ein eigenes Wasserloch zur Tierbeobachtung vor den großen Fensterfronten, einen privaten Pool (einen richtigen Pool, nicht nur ein Planschbecken), mehrere Schlafzimmer und Bäder. Auch die Räumlichkeiten der nächst günstigeren Zimmerkategorie „Corner Suite“ erstrecken sich noch über zwei Etagen, haben einen privaten Plunge-Pool mit Blick in die Savanne, zwei große Flachbildfernseher (einen im Wohnzimmer, einen im Schlafzimmer) und natürlich einen separaten Ankleideraum. Daß hier Hotelservice auf höchstem Niveau geboten wird, bezweifle ich nicht.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Bilila Lodge, Badezimmer Horizon Room


Wer sich in den Metropolen der Welt am liebsten in Kempinski-Kissen legt, der macht auch in Bilila nichts verkehrt. Die Zimmerkapazitäten reichen aus, um einen ganzen Konzernvorstand samt Kunden und Ehepartnern zu einem schicken Geschäftstreffen einzuladen. Aber wo soll in diesen kühlen Mauern das Safari-Feeling herkommen? Von den großen Gemälden mit Zebramotiven an den Wänden? Mir wäre da ein kleineres, traditionelles Safaricamp lieber. Es darf ja ruhig komfortabel sein. Aber für mich sollte es ein Camp sein, kein Hotel.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Bilila Lodge, Weinkeller


Weiter geht es auf dem Weg nach Norden. Um Zeit zu sparen, leeren wir unsere Picknick-Boxen während der Fahrt im Auto. Dann halten wir noch im Mbuzi Mawe Tented Camp. Es gehört zur Serena Gruppe, die eine Reihe größerer Lodges der gehobenen Mittelklasse betreibt. Als Tented Camp ist Mbuzi Mawe in dieser Familie eine Ausnahme. Mit 16 Hauszelten ist es auch deutlich kleiner als die meisten anderen Serena-Lodges. Das Camp ist im Gegensatz etwa zu Olakira oder Serengeti Medium nicht mobil. Die Hauszelte stehen auf festen Beton-Fundamenten. Sie sind komfortabel ausgestattet und versprechen doch ein direkteres Busch-Erlebnis als ein Hotelzimmer mit gemauerten Wänden.

Mbuzi Mawe Tented Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Mbuzi Mawe Tented Camp, Serengeti


Die Lage im nördlichen Teil der zentralen Serengeti ist ebenfalls interessant, denn von hier aus sind viele tierreiche Gegenden erreichbar, etwa Lobo, Seronera und Grumeti. Je nachdem, wo sich die großen Herden und andere Tiere gerade aufhalten, kann man die Pirschfahrten in verschiedene Richtungen planen.

Unterwegs im einsamen Norden des Serengeti Nationalparks. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Unterwegs im einsamen Norden des Serengeti Nationalparks


Je weiter wir nach Norden kommen, desto seltener begegnen uns andere Autos. Es ist zwar erst wenige Stunden her, daß wir in Seronera im Stau standen, aber der Massentourismus ist nun bereits weit entfernt. Wir fahren durch einsame Hochebenen, zwischen den Baumgruppen entdecken wir Giraffen und Elefanten. Die Nachmittagssonne taucht die Landschaft in ein wunderbares Licht. Aber immer öfter werden die Sonnenstrahlen von Wolken verdeckt. Als wir 15 Minuten vor dem Ziel, dem Sayari Camp, noch kurz im Serengeti Safari Camp von Nomad Tanzania Station machen, beginnt es zu regnen. Wir treffen hier einen Nomad-Mitarbeiter, der für die Neubaupläne verantwortlich ist. Das derzeitige Camp ist noch mobil, wird im Dezember den Gnu-Herden in die südliche Serengeti folgen. Doch Nomad will hier oben in der Nähe des Mara Flusses bis 2011 eine permanente Lodge errichten. Es wäre die zweite nach Sayari.

Serengeti Safari Camp © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Serengeti Safari Camp

Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:

Am frühen Nachmittag brechen wir auf in die Serengeti. Über den weiten offenen Flächen hier im Süden des Nationalparks türmen sich dunkle Wolken auf, darunter brechen aber immer noch Sonnenstrahlen hervor. An einigen Stellen zeugen Splitthaufen von Straßenbauarbeiten, doch lange Strecken sind immer noch eine schlimme Waschbrettpiste. Vor zwei Jahren kam ich auf dem Weg zum Ruaha Nationalpark am Steuer eines Land Rovers mächtig ins Schwitzen, weil ich das Auto auf diesen tückischen Querrillen kaum gerade halten konnte. Heute bin ich heilfroh, daß Ajub uns hier sicher chauffiert. Nach etwa drei Stunden biegen wir zum Olakira Camp ab, das derzeit am Fuße einer Bergkette in der Nähe der Moru Kopjes steht. Kurz vor dem Camp entdecken wir einen toten Büffel, und bald auch die Löwen, die sich daneben im Gras verstecken. Wir schauen ihnen noch eine Weile zu. Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit fahren wir zum Olakira Camp. Es ist etwas schicker als Oliver’s. Die acht Hauszelte sind sehr groß, das Badezimmer wirkt nicht ganz so rustikal. Hier gibt es ein normales Spül-Klosett, in Olivers war es eine Chemie-Toilette.

Olakira Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Olakira Camp


Und dennoch ist das Camp mobil. Der Manager erklärt uns, daß es in wenigen Tagen abgebaut und nach Ndutu verlegt wird, wo sich bald die großen Gnu-Herden sammeln werden. Dann darf auf dem alten Standort nichts mehr an das Camp erinnern, so verlangen es die strengen Auflagen der Nationalparkverwaltung.

Hyänen in der Nähe des Olakira Camps, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Kampf am kalten Buffet


Am nächsten Morgen fahren wir nach einem Kaffee und ein paar Keksen gleich wieder zu dem Büffel-Kadaver. Ein großer Löwe hat sich dazu gesellt, den haben wir am Abend vom Lagerfeuer aus gut hören können. Und außerdem haben die Löwen Konkurrenz von mehreren Hyänen und einem Schakal bekommen. Alle holen sich nach und nach ihren Anteil. Die Hyänen kämpfen um jeden Fetzen. Lange sehen wir uns diese spannenden Szenen an, dann drehen wir noch eine kleine Runde und sehen die Büffelherde, die gestern eines ihrer Mitglieder verloren hat. Als wir umkehren und zum Frühstück zurück fahren, kommen uns eine ganze Reihe von Safarifahrzeugen entgegen, die alle am Büffel-Riß halten und einen Pulk bilden. In den Autos sitzen Gäste der Sopa Lodge. Sie starteten erst nach dem Frühstück und sind deutlich später dran als wir. Ajub sagt, daß es in den großen Lodges nicht so einfach ist, seinem eigenen Zeitplan zu folgen. Auch wenn Gäste und Fahrer früher starten wollten, sie müssen eben erst auf die Küche warten. In Olakira richtet man sich mit dem Essen nach den Wünschen der Gäste – und nach den Gelegenheiten zur Tierbeobachtung.

Frühstück im Olakira Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Frühstück im Olakira Camp


Mittags sehen wir uns die Serengeti Sopa Lodge dann an. Sie liegt sehr schön an einem Berghang mit Blick über die Serengeti. Sie ist mit 73 Zimmern wiederum recht groß, macht aber qualitativ einen guten Eindruck. Und auch das Mittagessen, das wir hier von aufmerksamen Kellnern serviert bekommen, ist lecker und steht dem im feinen The Manor nicht nach.

Serengeti Sopa Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Serengeti Sopa Lodge


Am Nachmittag erreicht uns an den Felskugeln der Moru Kopjes der erste Regenschauer. Danach sehen wir in dieser Gegend noch vier Nashörner auf einmal. Sie sind allerdings weit entfernt und nur mit dem Fernglas zu erkennen. Zum Abendessen werden in Olakira Tische und Stühle nicht im Speisezelt, sondern etwas abseits draußen im Busch aufgestellt, beleuchtet nur durch Petroleumlampen.


Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Weitere Kapitel dieses Reiseberichtes:

Katogorien

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