Reisebericht von Südafrikas Küsten (6): Von der Wild Coast an die Dolphin Coast

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Südafrika von Jens Dienstag Dezember 30, 2008

Wandern an der Wild Coast © Foto: Jens Döring

10. Tag: Donnerstag, 20.11.2008
So langsam machen sich heute Morgen die sehr langen Fahrtstrecken und kurzen Nächte bemerkbar. Mir fällt es immer schwerer, morgens aus dem Bett zu kommen. Zum Glück frühstücken wir heute ausnahmsweise erst um 9:00 Uhr. Eine dreiviertel Stunde später machen wir uns zu einer kleinen Wanderung auf. Den ungestümen und mit Felsen gesäumten Gewässern der Wild Coast sind schon mehrer Schiffe zum Opfer gefallen. Eines davon liegt in unmittelbarer Nähe des Wild Coast in: die BBC China. Das 122 Meter lange Schiff ist am 17. Oktober 2004 bei starken Winden auf Grund gelaufen. Die 16 Männer Besatzung konnten wohlbehalten evakuiert werden. Die Fracht (Schweröl, Benzin, Farbe, Gas, Batterien) konnte ebenfalls zum Großteil rechtzeitig vom Schiff gebracht werden, bevor dieses durch die immensen Kräfte der Wellen in Teile gerissen wurde.

Wrack der BBC China an der Wild Coast © Foto: Jens Döring

Heute liegt das Wrack auf den Felsen und rottet vor sich hin. Einmal pro Woche verirren sich ein paar Drifters-Kunden hierher, um das Wrack näher zu inspizieren.

Die achtköpfige Karawane zieht nun weiter an der Küste entlang. Wir nehmen die Spur eines Flusses auf, der hier in den Ozean mündet. Etwas weiter bergauf stoßen wir auf einen natürlich durch einen Wasserfall gefüllten Pool. Mittlerweile scheint auch die Sonne erbarmungslos in der Mittagshitze auf uns herab. Wir stürzen uns voller Vergnügen in das kühle Nass. Hier werden Abenteuerträume wahr! Ein unbändiger Freiheitsdrang steigt in mir hoch. Oder wie Goethe einst in Faust zu sagen pflegte: „Hier bin ich Mensch, ich darf ich sein!“. Diese willkommene Abwechslung erzeugt, gewollt oder ungewollt, neuen Entdeckerdrang und motiviert uns für die nächste lange Etappe am morgigen Tag.

Jens (rechts): Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.

Doch zunächst verbringen wir den Nachmittag mit Sonnenbaden am Strand oder mit dem Lesen eines guten Buches. Ein letztes Mal verwöhnen uns die guten Feen aus der Küche mit einem leckeren Abendmahl.

Einsamer Strand an der Wild Coast © Foto: Jens Döring

11. Tag: Freitag, 21.11.2008
Der letzte Tag auf Tour – die letzte lange Etappe, zumindest was die Tour „Südafrikas Küsten“ betrifft. Um 8:00 Uhr starten wir an der Wild Coast und wollen am Nachmittag schon in Durban sein. Das setzt pünktliches Frühstücken und rechtzeitiges Kofferpacken voraus. Nach 9 Tagen sind wir darin ja bestens geübt und versuchen unser Bestes, pünktlich los zu kommen. Nur schwer können wir uns von diesem Paradies verabschieden.

Es stehen uns ja zunächst ca. zwei Stunden Schlaglochpiste bevor, ehe wir die gut ausgebaute N2 wieder erreichen. Erstaunlicher Weise bekomme ich davon gar nicht viel mit, da ich bereits nach 15 Minuten wieder in den Schlaf geschüttelt bin und erst wieder auf der N2 wach werde.

Die Fahrt nach Durban wird nur durch kurze Toilettenstopps unterbrochen, schließlich wollen wir ja den Sonnenuntergang heute Nachmittag bereits an der Dolphin Coast erleben. Irgendwie schaffen wir es dann auch, gegen 16:00 Uhr in Umdloti (ca. 30 Minuten nördlich von Durban) anzukommen.

Blick vom Dolphin Coast In auf den Indischen Ozean © Foto: Jens Döring

Das Dolphin Coast Inn von Drifters liegt außerhalb des Ortes und buchstäblich am Ende einer wenig befahrenen Küstenstraße, an der sich ein Hotel ans andere reiht. Dennoch versprüht diese Unterkunft Ihren ganz eigenen Charme. Es ist vor allem die direkte Strandlage, die so fasziniert. Da sieht man dann schon mal über die ein oder andere Stelle hinweg, die einer Schönheitsreparatur bedürfte.

Dolphn Coast In © Foto: Jens Döring

Ich nutze die Gelegenheit, noch einmal Wäsche zu waschen, oder besser waschen zu lassen. Am letzten Abend verwöhnt uns Brett noch einmal so richtig mit einem Fisch-Barbecue. Ja, er will uns den Abschied wohl so richtig schwer machen.

Begleitet vom Meeresrauschen falle ich in einen Tiefschlaf und wache erst am nächsten Morgen wieder auf.

Die beschriebene Reise kann man hier buchen.

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3 Kommentare to “Reisebericht von Südafrikas Küsten (6): Von der Wild Coast an die Dolphin Coast”

  1. Markus Köbe sagt:

    Hey, ein sehr schöner Bericht. Aber euer planschen im naürlichen Pool ist bedingt bis gar nicht weiter zu Empfehlen, wer nicht unbedingt mit Malaria ins Krankenhaus will. Da ist vorsicht geboten, nur so als Info. Der Hinweis fehlte irgendwie.

  2. Jens Döring sagt:

    Natürlich möchten wir die Malaria-Gefahr an dieser Stelle nicht völlig ausblenden oder herunter spielen.

    Man sollte aber wissen, dass dieses Gebiet (Wild Coast) nicht von Malaria betroffen ist. Auch unsere Partner vor Ort handeln in dieser Hinsicht verantwortungsbewusst und weisen an entsprechender Stelle auch die Reisenden auf solche Gefahren hin bzw. würden diese nicht unnötig Risiken aussetzen.

    Unabhängig davon soll an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden, dass in Malaria-Gebieten eine entsprechende Prophylaxe unabdingbar ist. Dies kann erfolgen durch Tabletten wie zum Beispiel Lariam oder Malarone, Insektenschutzmittel wie Peaceful Sleep oder auch Moskitonetze und lange Kleidung am Abend und in der Nacht.

    Aber, wie gesagt, die Wild Coast ist kein Malaria-Risikogebiet. Außerdem besteht auch in Risikogebieten die Gefahr nur in den Abendstunden und nachts, nicht aber bei hellem Sonnenschein. Das Schwimmen in diesem natürlichen Pool war aber vollkommen harmlos und bürgte keine Gefahren (abgesehen von nassen Haaren bei den Damen). ;-)

    Jens Döring,
    Outback Africa Erlebnisreisen

  3. Jan Schlegel sagt:

    Hi!

    Ich bin über die Googlebildersuche auf diesen Reisebericht gestoßen.
    Ich war als Praktikant auf der BBC China als das Schiff aufgelaufen ist. Habt Ihr eventuell noch mehr Fotos der traurigen Überreste? Ich habe aus offensichtlichen (privaten) Gründen großes Interesse daran! :-)

    Viele Grüße,
    Jan Schlegel

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