Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
6. Tag: Sonntag, 16.11.2008
Heute beginnt der Tag schon eine halbe Stunde eher. Nach einem weiteren köstlichen Frühstück brechen wir um 8:00 Uhr auf. Unser erstes Ziel heute heißt Tsitsikamma Nationalpark, genauer gesagt der “Otter Trail”. Auf dem Weg dorthin überqueren wir auf der Paul Sauer Brücke die 130 Meter tiefe Schlucht des Storms River. Im Tsitsikamma Nationalpark angekommen, bereiten wir uns auf die dreistündige Wanderung auf einem Teil des Otter Trails vor.
Ziel ist ein Wasserfall, bei dem wir ein paar Minuten verweilen wollen. Brett scheint aber irgendwie auf einer Ralley zu sein. Ich versuche, mit ihm Schritt zu halten, schaffe das aber nur für die erste halbe Stunde. Dann verliere ich ihn aber aus den Augen. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich, da die Holzbrücken über den an der Küste entlang und über Felsen hinwegführende Wanderweg durch die starken Regenfälle weggeschwemmt wurden. Immerhin bin ich aber nicht der Letzte, der den Wasserfall erreicht. Zwischendurch leiste ich einer Reiseteilnehmerin Hilfe, die mit ihrem linken Bein zwischen zwei Felsen gerutscht ist. Sieht von weitem schlimmer aus, als es ist. Aber eine Schrecksekunde beschert es uns allen. Aus den Minuten am Wasserfall wurden maximal 90 Sekunden – gerade genug für ein schnelles Foto.

Brett macht wieder Druck. Er möchte am Parkplatz noch ein Picknick machen, bevor es zur nächsten Aktivität geht. Tags zuvor hatten wir uns für eine Zipline Tour entschieden, bei der man an Seilen gesichert von Baum zu Baum auf Rollen rutscht.
Auf dem Rückweg vom Otter Trail merke ich, wie sich eine Blase an meiner rechten großen Fußzehe bildet. Von nun an bin ich mir bewusst, dass jeder Schritt zu viel ist und die Blase nur noch vergrößert. Durch das hohe Tempo und wegen meiner nur durchschnittlichen Fitness fangen nun so langsam die Beine an, wackelig zu werden. Die Konzentration und schließlich die Kräfte lassen nach. Von Brett ist wieder keiner Spur zu sehen. Zu guter letzt irren wir drei Letzten uns auch noch im Weg und quälen uns umsonst zahlreiche Stufen hoch. Als wir merken, dass dieser Weg nicht ans gewünschte Ziel führt, kehren wir schließlich um und erreichen schließlich auf dem richtigen Weg wieder den Truck, allerdings mit einer halben Stunde Verspätung.

Als Erkenntnis nehme ich mit, dass der Otter Trail nichts für „Couch Potatoes“ ist und er sollte in einem langsameren Tempo bewältigt werden. Ordentliches Schuhwerk und eine ordentliche Fitness sind Voraussetzung. Zudem würde eine Aktivität an diesem Tag meiner Meinung nach vollkommen ausreichen. Aber dies kommt wohl auch auf den Guide und auf die Zusammensetzung der Reisegruppe an.
Um 13:30 Uhr verschlingen wir dann unser Picknick, damit wir noch rechtzeitig an der „Zipline“ sind. Wegen meiner Blase, die Brett übrigens hervorragend mit Desinfektionsflüssigkeit und Pflaster versorgte, verzichte ich auf die Teilnahme der kostenpflichtigen Aktivität. Ich nutze die 90 Minuten, um die Postkarten zu schreiben, die ich zuvor in Oudtshoorn gekauft hatte.

Unser Etappenziel ist die Farm „Avoca“, was übersetzt „das Treffen von Wasser“ bedeutet. Auf der Farm werden Zitrusfrüchte angebaut und Rosen gezüchtet. Wir sind hier in (sehr) einfachen aus Schlamm gefertigten und mit Reet gedeckten Hütten für die nächsten beiden Nächte untergebracht. Zwei Hütten teilen sich je eine „Badhütte“ mit Dusche und WC. Insgesamt gibt es 6 Hütten mit je 2 Betten. Das Areal verfügt zudem über einen Aufenthaltsbereich mit Küche, Essbereich und einen Lagerfeuerplatz, an welchem wir wieder bei einem „Savanna“ den Tag ausklingen lassen.

7. Tag: Montag, 17.11.2008
Den ganzen Tag verbringen wir im Addo Elephant Park. Wir erreichen den Park nach 25 Minuten. Die Vegetation ist geprägt durch das sogenannte „Valley Bushveld“ ein undurchdringliches immergrünes Dornengestrüpp. Hier macht sich die hohe Sitzposition im Safari-Truck bezahlbar. Wir sehen viel mehr, als die Leute in den Pkw, die teils planlos auf den vorgegebenen Straßen auf der Suche nach Wild umherirren.

Dieser Park wurde zum Schutz der Elefanten errichtet, die in der Umgebung auf der Suche nach Nahrung die intensiv bewirtschafteten Agrarflächen zerstörten und von den Farmen abgeschossen wurden. Daraufhin wurde hier 1931 der Nationalpark gegründet. Seitdem erhöhte sich die Zahl der Elefanten von anfangs elf auf nun über 350. Neben ihnen sehen wir auch Kudus, Schildkröten und Mistkäfer, die hier stets Vorfahrt haben.

Am späten Nachmittag kehren wir nach „Avoca“ zurück und machen es uns erneut vor dem Lagerfeuer in den bequemen Stühlen gemütlich. Das Abendessen bereiten heute Abend die Frauen zu, gestern waren ja die Männer dran.
Alle Teile des Reiseberichts in der Übersicht:
- Reisebericht von Südafrikas Küsten (1): Windiges Kapstadt
- Reisebericht Südafrikas Küsten (2): Land unter in De Hoop
- Reisebericht von Südafrikas Küsten (3): Sonne in Knysna
- Reisebericht von Südafrikas Küsten (4): Tsitsikamma und Addo Elephant NP
- Reisebericht von Südafrikas Küsten (5): Im Land der Xhosa
- Reisebericht von Südafrikas Küsten (6): Von der Wild Coast an die Dolphin Coast
Die beschriebene Reise kann man hier buchen.
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