Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

3. Tag: Donnerstag, 13.11.2008
Der heutige Tag beginnt so, wie der gestrige aufgehört hat: stürmisch. Immerhin sind die Wolken an diesem Morgen nicht mehr ganz so dunkel und grau wie am Vortag. Die Straßen sind auch etwas abgetrocknet. Und so macht sich Hoffnung auf schöneres Wetter in mir breit.

er Truck steht abfahrbereit vor dem Cape Town Inn © Foto: Jens Döring

Um 8:30 Uhr soll Start für die Safari sein. Wir (ganze sechs Reiseteilnehmer) versammeln uns nach dem Frühstück um 08:15 Uhr im Kaminzimmer. Ich staune nicht schlecht, als sich der junge 22jährige Brett, den ich ja bereits am ersten Tag bei meiner Ankunft kennen lernen durfte, als unser Guide für die nächsten zehn Tage herausstellt. Und nicht als weiterer Tourteilnehmer wie irrtümlich von mir angenommen.

Nach einer kurzen Einführung in die Tour, die im Wesentlichen aus einer kurzen Beschreibung des Reiseverlaufes und den grundlegenden “Regeln” für die Reise besteht, steigen wir in unseren Truck ein. Bei 17 Sitzplätzen können wir uns großzügig ausbreiten. Der Truck gehört zu den älteren Modellen und hat im Innenraum schon einige Roststellen. Dennoch macht er nach den ersten gefahrenen Kilometern einen robusten und sicheren Eindruck. Meine Befürchtungen, das meine Reisetasche nicht in die Schließfächer im Heck des Trucks passen würden, bewahrheiteten sich (fast) nicht. Mit etwas Drücken und Quetschen konnten die 22 Kilogramm sicher verstaut werden. Das war aber auch die absolute Obergrenze. Hartschalenkoffer wären hier vollkommen fehl am Platze gewesen.

Für die Fußball-WM 2010: Die Baustelle des neuen Greenpoint Stadions in Kapstadt. © Foto: Jens Döring

Wir verlassen Kapstadt in Richtung Osten. Auf unserem Weg auf der N2 erfährt Brett, dass die Küstenstraße entlang der False und Walker Bay wegen Hochwasser und Erdrutschen gesperrt ist. Unser erstes Ziel für heute – die “Walhauptstadt Hermanus” fällt schon einmal buchstäblich ins Wasser. Naja, wir werden ja sicherlich noch an anderer Stelle Wale sehen können. Wir überspringen notgedrungener Maßen diesen Punkt und fahren direkt zum Kap Agulhas, dem einzig wahren “südlichsten Punkt Afrikas”. Der Weg dorthin gestaltet sich aber ebenfalls schwierig, da viele Straßen geflutet und Brücken weggerissen sind. So langsam wird einem der Ernst der Lage bewusst. Das ist nicht mehr nur gewöhnlicher Regen oder ein Sommergewitter.

Nach mehrmaligem Umdrehen vor Straßensperren und dem Suchen nach Alternativstrecken erreichen wir schließlich um die Mittagszeit das Kap Agulhas. Auf diesem Längengrad liegt die Grenze zwischen Atlantischem und Indischem Ozean. Wir gönnen uns ein paar Minuten des Verschnaufens um Bilder zu schießen und die Regenpause zu genießen. Der Leuchtturm ist leider wegen Bauarbeiten gesperrt, aber an Sperrungen sind wir ja in der Zwischenzeit gewöhnt. Das Mittagessen nehmen wir in einem Fish&Chips-Geschäft ein, das sich gleich in der Nähe befindet. Fish&Chips hatte ich schon ewig nicht mehr und genieße diese Mahlzeit in vollen Zügen. Okay, gesundheitsbewusste Ernährung sieht anders aus, aber wir sind ja im “Urlaub”. Lecker ist es allemal!

Weiter geht die stürmische und von weiteren gesperrten Straßen geprägte Fahrt in Richtung De Hoop Naturreservat. Die Zufahrtsstraße zum Reservat lässt uns dann ziemlich schnell die Entscheidung treffen, gleich zur geplanten Unterkunft für die nächste Nacht zu fahren. Die Straße selbst ist nicht mehr auszumachen, nur ein Hinweisschild “De Hoop Nature Reserve” lässt die geflutet Straße erahnen, die wohl jetzt eher als neuer Flusslauf fungiert.

Die Straße zum De Hoop Naturreservat ist zum Wasserweg geworden. © Foto: Jens Döring

Wir versuchen nun, unsere Unterkunft “Felix Unite River Adventures – Around The Bend Lodge” zu erreichen. Als wir um die Kurve biegen, ist davon allerdings nur noch das Dach zu erkennen. Laut Eigentümer hat sich der Fluß Breede in den letzten vier Stunden seinen Weg erst durch die Küche, dann durch die Bar und schließlich bis in die Schlafräume gebahnt. Auf der einen Seite gut, dass er das während des Tages getan hat und nicht des nachts, während wir schlafen. Die Lage der Unterkunft ist allerdings top direkt am Fluß, sieht man von den Gefahren, die davon ausgehen, einmal ab.

Das alles nützt uns in diesem Moment jedoch nichts, muss sich Brett nun um eine Ersatzunterkunft bemühen. Sein Vorschlag, im mittlerweile undichten Safari-Truck zu übernachten, stößt bei uns auf wenig Gegenliebe.

So bahnen wir uns bei einbrechender Dunkelheit aus der De Hoop Region den Weg zurück in Richtung Hauptstraße N2. Wir versuchen es als erstes in Swellendam und haben in einem kleinen Backpacker tatsächlich Glück. Obwohl wir alle in einem Zimmer sowie ohne Strom und Heizung schlafen müssen, sind wir überglücklich, nun endlich ins Trockene zu kommen.

Zum Glück wird hier auf Gas gekocht, denn der Strom fällt immer wieder aus. © Foto: Jens Döring

Gekocht wird heute Abend mit Stirn- und Taschenlampen sowie im etwas wärmenden Licht der Petroleumlampen. Wenigstens wird mit Gas gekocht, sodass eine warme Mahlzeit möglich ist. Nach immer wieder lang anhaltenden Stromausfällen stabilisiert sich die Lage am sehr späten Abend ein wenig. Bis wir endlich gegen 22:30 Uhr todmüde ins Bett fallen ist der Strom noch mindestens dreimal weg.

Alle Teile des Reiseberichts in der Übersicht:

 
Die beschriebene Reise kann man hier buchen.

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