Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Gleich nach dem Eingangstor zum Mosi-Oa-Tunya Nationalpark biegt ein Sandweg links von der Hauptstraße ab. Wir überqueren die alten Eisenbahngleise, und nach ein paar Minuten sehen wir Charles, den Manager des Toka Leya Camps, der mit seinen Mitarbeitern zur Begrüßung bereit steht. Das Holz, aus dem die Stege gebaut sind, die zu den einzelnen Wohnzelten führen, sieht noch ganz frisch aus. Es ist der 4. Mai 2008. Auf die Frage, wie lange es Toka Leya schon gibt, antwortet Charles: “Wir haben das Camp Anfang des Monats eröffnet.” Es sind auch noch nicht alle Details fertiggestellt. In den Zelten fehlen noch Türgriffe und Papierkörbe. “Die Sachen sind alle noch in einem Lkw, der an der Grenze auf die Abfertigung wartet”, entschuldigt sich der Gastgeber. Trotz der Kleinigkeiten ist der Aufenthalt hier sehr komfortabel, wenn nicht luxuriös. Schon die enorme Größe der Wohnzelte verschlägt mir den Atem. Die nächsten Tage werde ich mir mit James, einem Kollegen aus England, das Zimmer teilen. James hat das große Bett in Beschlag genommen, ich darf mir dafür im Kinderzimmer einen der beiden nicht weniger bequemen Schlafplätze auswählen. Von der Terrasse aus blickt man auf den Sambesi.

Toka Leya Camp, Livingstone/Zambia © Foto: Marco Penzel
Anfang Mai 2008 neu eröffnet: Toka Leya Camp, hier die Lounge, liegt etwas außerhalb des Ortes Livingstone direkt am Sambesi. © Foto: Marco Penzel

Zum Sonnenuntergang unternehmen wir eine Bootsfahrt. Dabei begegnen wir auch den großen, zwei- und dreigeschossigen Ausflugsdampfern. Der bekanntest ist wohl die “African Queen”, die tagsüber vor der Zambezi Waterfront Lodge festmacht. Toka Leya hat für seine Gäste eine eigene Anlegestelle und fährt mit kleineren Aluminiumbooten mit sechs Drehsesseln. Unterwegs gibt es natürlich Getränke und Snacks. Durch den hohen Wasserstand fließt der Fluß zu schnell, und wir können nicht nah genug an die karminroten Bienenfresser (Scharlachspinte) heranfahren, die in der steilen Uferböschung ihre Nester haben. Mit einem tollen Vogelfoto wird es also heute nichts, aber die Lichtstimmung auf dem Sambesi ist fantastisch. Mit Drinks und Snacks geht es nach der Rückkehr am Lagerfeuer weiter, bevor schließlich das Abendessen serviert wird.

Alle Mahlzeiten und die normalen Getränke (Wasser, Saft, Bier, Hauswein, Gin & Tonic, die üblichen Liköre, Standard-Brandy- und Whisky-Marken) sind hier im Preis eingeschlossen. Wer einen besonderen Wein, Champagner oder einen Premium-Cognac trinken möchte, wird extra zur Kasse gebeten. Aber der Hauswein ist schon von bester Qualität, ein Extrawunsch scheint mir da überflüssig. Zum Abendessen gibt es eine Pilz-Zwiebel-Suppe mit Curry, gebratene Ente und zum Nachtisch Pudding mit hausgemachtem Eis. Anders als in Songwe kann man hier auch das Wasser aus dem Hahn sorglos trinken, versichert das Camp-Management. Es werde zwar auch aus dem Sambesi gepumpt, aber danach durchlaufe es eine aufwendige Filteranlage. An der Bar gibt es eine Kaffeemaschine, die sogar eine Art Cappuccino produzieren kann. Das ist im Nescafé-pulverisierten Afrika schon bemerkenswert. Unser Wunsch nach einem Espresso muß dann aber doch enttäuscht werden. Es fehlen wohl die richtigen Zutaten.

Die Victoria-Fälle von der sambischen Seite bei hohem Wasserstand Anfang Mai © Foto: Marco Penzel
Vor lauter Gischt sind im Mai die Victoria-Fälle kaum zu sehen. Die kleinen gelben Punkte links sind Menschen in Regenmänteln. © Foto: Marco Penzel

Aus dem Ausflugsangebot für den nächsten Morgen wähle ich eine Tour zu den Victoria-Fällen. Bisher habe ich sie immer nur von der simbabwischen Seite und aus der Luft gesehen. Jetzt beim hohen Wasserstand nach der Regenzeit sind die Fälle auch von Sambia aus gewaltig. In ein paar Monaten, im September oder Oktober, werden die Felsen hier trocken sein, höchstens ein paar kleine Rinnsale bleiben an diesem Ende der Wasserfälle bei niedrigem Wasserstand übrig. Das kann ich mir im Moment kaum vorstellen bei dieser riesigen Wand aus Wasser und Gischt, in der sich immer wieder Regenbogen bilden. Es werden Regen-Ponchos verteilt, trotzdem wird man spätestens beim Überqueren der kleinen Brücke zum Aussichtsfelsen bis auf die Haut naß. Am meisten beeindruckt mich aber unser Guide, der eine Unmenge zu den Wasserfälle erklären kann: wie sie entstanden sind, wie sie in ein paar tausend Jahren aussehen werden, oder was genau passiert, wenn sich in 100 Metern Tiefe Wassermassen und Luft vermischen und die riesige weiße Gischt-Wolke bilden, für die die Victoria-Fälle so berühmt sind. Die Einheimischen nennen sie Mosi Oa Tunya – der Rauch, der donnert. Also dieser Guide entspricht meinen hohen Erwartungen an Wilderness Safaris. Schließlich gilt das Unternehmen als eine der besten Adressen für anspruchsvollen Natur-Tourismus in Afrika. Toka Leya ist nicht das einzige neue Wilderness-Camp im Land. Sambia steht derzeit im Mittelpunkt der Expansionsstrategie des Safari-Unternehmens. Einige Leute, selbst im eigenen Büro in Johannesburg, würden in Sambia nur eine Art Ausweichlösung für die oft ausgebuchten Kapazitäten in Botswana sehen, wo einige der namhaftesten Lodges überhaupt zum Wilderness-Portfolio gehören. Diese Einstellung ärgert den Sambia-Manager sichtlich. „Wir haben hier eine eigenständige, spannende Destination”, ist Charles überzeugt. “Sambia ist noch viel ursprünglicher, weniger erschlossen, aber dafür umso interessanter. Hier kann man sich noch als Safari-Pionier fühlen.” Wir sind gespannt auf die nächsten Tage im Kafue Nationalpark und in South Luangwa.

Alle Teile des Reiseberichtes in der Übersicht:

Ein Preisbeispiel für eine Sambia-Flugsafari mit Toka Leya sowie weiteren Camps im Kafue und im South Luangwa Nationalpark finden Sie hier.

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