Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
Die südafrikanische Fluggesellschaft Nationwide Airlines stellt mit Wirkung vom 29. April 2008 ihren Betrieb sein. Als Grund nennt die Airline auf ihrer Website Liquiditätsprobleme. Begriffe wie Insolvenz oder Konkurs werden dort nicht benutzt, Branchenexperten gehen aber von einer Liquidierung der Gesellschaft aus.
Nationwide bediente unter anderem Inlandsstrecken in Südafrika und die von vielen Touristen genutzte Verbindung zwischen Livingstone auf der sambischen Seite der Victoria-Fälle und Johannesburg.
Outback Africa Erlebnisreisen hat für seine Kunden, die im Laufe des kommenden Monats auf Nationwide gebucht waren, inzwischen Ersatzflüge reserviert. Für Buchungen, die weiter in der Zukunft liegen, müssen wir die Entwicklung abwarten. Selbstverständlich werden wir alle Reisegäste rechtzeitig informieren.
Bislang lehnen es Konkurrenzgesellschaften wie South African Airways (SAA) und Kulula.com ab, Nationwide-Tickets zu akzeptieren. „Kunden werden aufgefordert, sich SAA-Tickets zu kaufen, wenn sie mit SAA fliegen möchten“, wird Chris Smith, General Manager Operations bei SAA, zitiert.
Bereits im November des vergangenen Jahres mußten alle Nationwide-Maschinen vorübergehend am Boden bleiben, weil die südafrikanische Luftfahrtbehörde eine Zulassung verweigerte. Die dem Vernehmen nach eher formalen Probleme wurden aber gelöst und die Airline konnte den Flugbetrieb wieder aufnehmen. Es folgten mit Dezember und Januar zwei Monate im Aufwärtstrend. Doch im März und April kamen zwei ungünstige Faktoren zusammen, die Nationwide schließlich den Todesstoß versetzten: eine 30-prozentige Erhöhung der Treibstoffpreise und ein Rückgang der Passagierzahlen.
Ich hab mir eine Weile Zeit gelassen, um Victoria Falls wieder zu besuchen, immerhin elf Jahre.
Nun kam ich genau vier Wochen nach den umstrittenen Wahlen vom 29. März 2008 zurück in die weit abseits der großen Städte gelegene, aber von Touristen mit Abstand am häufigsten besuchte Ecke Simbabwes.
Es hat sich einiges verändert. Gegenüber dem geschäftigen Jahr 1997 ist die Besucherzahl stark zurückgegangen. Die Versorgungslage hat sich verschlechtert. Die Tankstellen verkaufen selten Benzin, Autos müssen zum Tanken teils bis nach Kasane in Botswana fahren. Viele Geschäfte in der Stadt, so auch das Kaufhaus Jay’s sind geschlossen oder können nichts mehr anbieten. Im einst beliebten Craft Village sind kaum Touristen anzutreffen.
Die Hotels können aber nach wie vor Ihre Gäste bestens versorgen (Amadeus Garden Lodge, Jingle Bells, Matetsi Water Lodge, Ilala Lodge, The Victoria Falls Hotel, The Kingdom …). Auch das berühmte Boma Restaurant, traditioneller Treff von Afrikareisenden zum Ende einer Safari, kreiert weiterhin Abend für Abend afrikanische Köstlichkeiten, und eine Platzreservierung ist notwendig.
Die in Victoria Falls ansässigen Unternehmen Shearwater und Wild Horizons bieten eine Reihe von Aktivitäten an und verfügen über moderne Ausrüstungen und Fahrzeuge, wovon ich mich selbst überzeugen konnte.
Auch ist die Stadt nach wie vor sicher und die Einwohner sind freundlich. Sowohl an den Grenzübergängen als auch am Flughafen Victoria Falls lief alles reibungslos. Es gab keine gefährlichen Situationen. Souvenirverkäufer können aufdringlich werden, aber wo sind sie das nicht?
Alte Turnschuhe können ungeahnte Begehrlichkeiten erwecken (Es gibt keine Schuhe zu kaufen!). Ich habe meine alten Treter abgetreten (hätte sie zu Hause wohl eh nicht mehr verwendet) und hoffe, daß sie in Simbabwe noch gute Dienste leisten. Also kleiner Tip, für alle die der Bevölkerung des Landes etwas helfen wollen – Turnschuhe verschenken.

Idylle an der Straße der Mangobäume: Ochsenkarren sind hier im Westen Sambias das übliche Transportmittel. © Foto: Heiko Genzmer
Nur langsam geht es unter den tief hängenden, schweren Ästen der Mangobäume voran. Die Mango Tree Road (Straße der Mangobäume) erstreckt sich auf über 90 Kilometern im unerschlossenen Nordwesten von Sambia (englisch: Zambia).
90 Kilometer klingen für ein europäisches Ohr nach nicht einmal einer Stunde Fahrzeit. Anders in Afrika. Auf unbefestigten Straßen, die in Europa eher als Feldwege bezeichnet werden würden, dauert das bei einem Schneckentempo von teilweise weniger als 15 Stundenkilometer einen ganzen Tag.
Unsere Reise bringt uns in eine Region, in der Touristen so selten sind, daß manche der Kinder in den Dörfern vor unserem großen Land Rover mit den weißen Passagieren weglaufen.
Das Ziel unserer Entdeckungsreise ist der Liuwa Plains Nationalpark in den Barotse Flutebenen. Unsere Recherche in den gängigen Reiseführern riet uns eher von diesem Ziel ab und konnte keine genauen Auskünfte geben. Auch gibt es kein offizielles Kartenmaterial, geschweige denn Informationen zu den Straßenverhältnissen in dieser Region.
Die Nähe zu Angola, wo bis Ende 2002 Bürgerkrieg herrschte, ist sicher ein Grund für den verhaltenen Tourismus im Nordwesten Sambias. Die Grenzgebiete sind seit Beendigung der Unruhen jedoch wieder sicher.
Nichts konnte uns davon abhalten, diese Gegend zu entdecken. Nach einer anstrengenden Reise bis Kalabo, dem Tor zum Liuwa Plains National Park, machten wir uns auf die Suche nach dem Wildlife Office. Hier waren wir nun im wirklichen Afrika, getreu dem Werbemotto von Sambia, das sich „The Real Africa“ nennt, angekommen.
Mindestens zehn Wildlife Officers in Khaki-Uniformen begrüßten uns in einer baufälligen Hütte. Das einzige Informationsmaterial über den Park war ein von Hand gezeichneter Plan, der an der Tür hing. Ein Gästebuch im Office gab Aufschluß über die Besucherzahlen der vergangenen Jahre. Durchschnittlich verzeichnet Liuwa Plains jährlich nicht mehr als 200 bis 250 Besucher.
Ausgestattet mit einer digitalen Aufnahme der Karte und vielen guten Ratschlägen der Ranger, machten wir uns auf den Weg ins Ungewisse. Nun lag nur noch der Luanginga Fluss zwischen uns und dem Park. Durch die starken Regenfälle der letzten Wochen hatte sich der Wasserstand verdoppelt.

Tausende Gnus erreichen im November auf ihrer langen Wanderung die Liuwa Plains im Westen Sambias. © Foto: Heiko Genzmer
Glücklicherweise war unser Land Rover auf Tauchgänge vorbereitet. Die Überquerung war gewagt, aber im Endeffekt dann wirklich glücklich und problemlos. Unser Abenteuer brachte uns in ein unentdecktes Paradies. Der Empfang im Park war atemberaubend. Riesige Gnuherden bedeckten die goldenen Grasflächen von Horizont zu Horizont.
Im November beginnen Tausende von Gnus ihre Wanderung gen Süden. Sie starten im angolischen Kameia Nationalpark und erreichen zu Beginn der Regenzeit ihr Ziel, die Liuwa Ebenen. In Liuwa Plains bestätigte sich der Eindruck, daß der Name Gnu von dem monotonen Gnuhen der Kuhantilopen stammen muß. Neben tausenden von Gnus, wurden wir auch durch ein faszinierendes Vogelleben belohnt. Hunderte von Kronenkranichen mischten sich fröhlich unter die faulen Hyänen, die sich an den Wasserlöchern ausruhten.

Sie sind die Könige des wilden Reiches im entlegenen Westen Sambias: Nirgends sind wir so gelassenen Hyänen begegnet wie in Liuwa PLains. © Foto: Heiko Genzmer
Dieses vergessene Stück Afrika fasziniert besonders wegen seiner vollkommen unberührten Natur. Während unserer fünf Tage im Park erlebten wir atemberaubende Begegnungen mit bis zu zehn relaxten Hyänen, die sich um ein Wasserloch aalten. Kein Zweifel: Die Hyänen fühlten sich als Könige dieses wilden Reiches.
Nach den himmlischen Tagen in Liuwa Plains, machten wir uns auf den Weg in Richtung Sioma. Die Strecke führte uns entlang des mächtigen Sambesi-Flusses, auf einer Straße, die aus mehr Schlaglöchern, als Teer bestand. Statt zu fahren, erfreuten wir uns an einem kleinen Slalomrennen. Das Ziel der nächsten Etappe waren die Sioma Wasserfälle (auch unter dem Namen Ngonye Falls bekannt). Die Abgelegenheit dieser Wasserfälle machen Sie zur Pflicht jeder Tour, die durch diese Region führt. Wenn es die 300 Kilometer flußabwärts liegenden Victoria Wasserfälle nicht gäbe, zählten die Sioma Falls sicherlich bereits zu einer der touristischen Hauptattraktionen Sambias. Glücklicherweise sind sie dies nicht.
Die Nacht verbrachten wir in einem Camp am Ufer des Sambesi. Früh am nächsten Morgen trafen wir an der so genannten Fährstation den jungen Mann, der uns zu den Fällen führen sollte.

Naturspektakel etwa 300 Kilometer flußauwärts von den Victoria-Fällen: Die Sioma oder Ngonye Falls im Westen Sambias. © Foto: Heiko Genzmer
Die Fähre war ein hölzerner Einbaum, der höchstens vier Passagiere (mehr oder weniger sicher) befördern konnte. Nach einer eher rauen Überfahrt – glücklicherweise hatten die sambesischen Krokodile schon gefrühstückt – erreichten wir das andere Ufer. Der weiße, weiche Sand, machte ein Vorankommen sehr anstrengend. Die einstündige Wanderung zu den Fällen führte uns durch unberührte Natur. Wir durchquerten einen wunderschönen Wald aus Teak-, Marula- und Mopanebäumen. Und dann lagen endlich die hufeisenförmigen Wasserfälle vor uns. Über 20 Meter fallen die Wassermassen in die Tiefe. Ein Traum! Und die absolute Abgeschiedenheit und Einsamkeit machen die Sioma Falls zu etwas Einzigartigem, das jede Mühsal der Reise wert war.
Reisebericht von Carina Grüninger aus dem Jahr 2002. Seit dieser Pilot-Tour gibt es jedes Jahr eine geführt Camping-Safari von Livingstone aus in Sambias wilden Westen. Programm, Daten und Preise finden Sie hier.
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