Höhere Visa-Gebühren für Reisen nach Sambia (Zambia)

Bloged in Allgemein von Marco Montag Januar 28, 2008

Die Regierung von Sambia (Republic of Zambia) hat ohne Vorwarnung die Visa-Gebühren erhöht und gleichzeitig Befreiungen für Touristen abgeschafft. Reisende aus den meisten europäischen Ländern, darunter Deutsche, Österreicher und Schweizer, müssen ab sofort für ein einfaches Visum 50 US-Dollar und für zweifache Einreise 80 US-Dollar bezahlen. Staatsbürger der früheren Kolonialmacht Großbritannien müssen sogar 140 US-Dollar für die einfache Einreise berappen.

Die Einwohner der meisten afrikanischen Länder sind von der Visa-Gebühr befreit. Auf der Liste der Länder, deren Bürger in Sambia keine Visa-Gebühr entrichten müssen, stehen auch Rumänien und Jugoslawien.

Die neuen Gebühren waren mit der Verkündung des Staatshaushaltes am Freitag, 25. Januar 2008, veröffentlicht worden und traten am darauffolgenden Samstag in Kraft. Im gleichen Zug wurde das bisher praktizierte Visa-Waiver-System abgeschafft. Nach dieser Regelung konnten Touristen, die Übernachtungen oder Safaris in Sambia gebucht hatten und von ihren Hotels oder Safariveranstaltern am Grenzübergang angemeldet wurden, von der Visa-Gebühr befreit werden. Dies ist nun nicht mehr möglich, berichteten uns am Montag übereinstimmend verschiedene Safari-Partnerunternehmen vor Ort.

Die Visa sind weiterhin bei der Einreise erhältlich, eine Beantragung vor der Reise in Deutschland ist nicht notwendig und wird im Moment auch nicht empfohlen, da die Kosten hier wahrscheinlich höher liegen. Reisende sollten allerdings darauf achten, an der Grenze den passenden Betrag in US-Dollar in bar bereitzuhalten. Die Dollar-Scheine sollten neueren Datums sein, ausgegeben ab dem Jahr 2000 oder besser noch 2003. Von älteren Banknoten sind viele Fälschungen im Umlauf, weshalb sie oftmals nicht angenommen werden.

Reisende, die in Victoria-Falls (Simbabwe) wohnen und die Victoria-Fälle einmal von der sambischen Seite aus sehen wollen, können ein Tagesvisum für 10 US-Dollar erwerben.

Alle Angaben sind nach aktuellem Kenntnisstand, die Regeln können sich jederzeit ändern.

Neue Visagebühren für Sambia an 26.01.2008

In Südafrika wird der Strom knapp

Bloged in Allgemein von Marco Sonntag Januar 27, 2008

Stundenlange Ausfälle der Energieversorgung behindern die Wirtschaft am Kap. Unsere Safari-Partner in Südafrika müssen sich immer mal wieder für verspätete Antworten auf E-Mail-Anfragen entschuldigen. Wenn in den Büros plötzlich die Lichter ausgehen, versagen natürlich auch die Computer ihren Dienst. Vergangene Woche hatte die Strom-Misere noch weiterreichende Folgen für die Wirtschaft des Landes. Erstmals mußten die großen Gold- und Platin-Minen Südafrikas ihren Betrieb einstellen und ihre Mitarbeiter an die Oberfläche holen, bevor dies wegen des Energiemangels nicht mehr möglich gewesen wäre. Auch Touristen in Kapstadt bekamen die Krise zu spüren, als die Seilbahn auf dem Tafelberg plötzlich stehen blieb. Passagiere mußten in den Gondeln ausharren, während Hunderte von Besuchern auf dem Gipfel des Wahrzeichens der Kapmetropole vergeblich auf die Talfahrt warteten. Mißmanagement beim staatlichen Energiekonzern Eskom gilt als einer der Gründe für die Misere. Allerdings hatten Eskom-Verantwortliche schon vor Jahren dringend nötige Investitionen in Kraftwerke und Netze angemahnt, die bislang aber ausblieben. Südafrika gilt als einziges wirkliches Industrieland des Kontinents, seine Infrastruktur ist über weite Strecken gut ausgebaut. Um so mehr empfinden viele Südafrikaner die Strom-Krise als Blamage. Auch die Nachbarländer Namibia, Sambia, Botswana und Simbabwe, die von Südafrika mit Strom beliefert werden, sind betroffen und müssen zeitweise die Stromversorgung unterbrechen.

Mastercard wird in Simbabwe nicht mehr akzeptiert

Bloged in Allgemein von Marco Donnerstag Januar 24, 2008

Kreditkarten von Mastercard werden ab sofort in Simbabwe nicht mehr akzeptiert. Das berichtet uns ein großes Safari-Partnerunternehmen aus Namibia. Reisenden wird empfohlen, US-Dollar oder Rand in bar mit nach Simbabwe zu nehmen. Die Zahlung mit Visa-Kreditkarten ist derzeit noch möglich. Wir raten aber eindringlich davon ab. Wegen der rasanten Inflation besteht die Gefahr, daß nach einer Kreditkartenzahlung in Simbabwe einige Tage später ein deutlich höherer Euro-Betrag vom heimischen Konto abgebucht wird.

Simbabwe steckt seit Jahren in einer beispiellosen Wirtschaftskrise. Im Tourismusbereich, soweit er noch nicht zum Erliegen gekommen ist, wird mit US-Dollar bezahlt, seit der Wert des Simbabwe-Dollar durch die weltweit höchste Inflationsrate abgestürzt ist.

Reisemesse CMT 2008: Auf einen Amarula nach Stuttgart?

Bloged in Allgemein von Marco Donnerstag Januar 10, 2008

In Stuttgart findet vom 12. bis 20. Januar 2008 die Reisemesse CMT statt. Erstmals wird die Veranstaltung auf dem neuen Messegelände am Flughafen ausgerichtet. Outback Africa Erlebnisreisen ist zum fünften Mal auf der wichtigsten deutschen Publikumsmesse zum Thema Reisen vertreten. Sie finden uns diesmal im Halle 8, Stand 8.E.57. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und laden Sie zu einem Gläschen Amarula ein!

Noch ein Tipp für Botswana-Interessenten: Heiko Genzmer, einer der Gründer und Geschäftsführer unseres Partnerunternehmens Bush Ways Safaris in Maun, wird wieder am Sonntag und Montag, 13. und 14. Januar, an unserem Stand zu Gast sein und Ihre Fragen zum Reiseziel Botswana aus erster Hand beantworten.

Reisebericht Rovos Rail: Pride of Africa (2)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Südafrika von Marco Donnerstag Januar 10, 2008

Nach Sonnenuntergang gehe ich zurück ins Abteil und dusche. Auch einen Fön gibt es im kleinen Bad. Für eigene Elektrogeräte sind Steckdosen vorhanden. Sie sind nach südafrikanischem System gebaut, aber natürlich liegen auch Adapter bereit. Ich hole mein Jackett und die Krawatte aus der Reisetasche. Zwei Wochen lang habe ich diese beiden Kleidungsstücke unbenutzt durch Botswana geschleppt. Dort wären sie selbst in nobleren Lodges nicht üblich. Im Rovos Rail aber erfüllen Schlips und Sakko gerade die Mindestanforderung an die Abendgarderobe beim Dinner. Dieser Punkt hatte bei mir vor der Reise für die meisten Bedenken gesorgt. Für mich ist es eine von insgesamt zwei Gelegenheiten in diesem Jahr, zu denen ich eine Krawatte trage.

Rovos Rail Speisewagen
Die Weinauswahl war schon zum Lunch (Bild) bemerkenswert, das Dinner aber wird der Höhepunkt des Tages im Speisewagen. © Foto: Marco Penzel

Später beim Essen bin ich mir sicher, dass eine gewisse Förmlichkeit hier durchaus angebracht ist. Sie passt einfach in diese Atmosphäre. Zum Glück geht es hinter der förmlichen Fassade einigermaßen locker zu.
Kurz vor 20 Uhr läuft eine Hostess mit einem Gong durch den Zug, um das Dinner anzukündigen. Die Tische im Speisewagen sind edel gedeckt. Zu Abend werden insgesamt fünf Gänge serviert. Beim Hauptgericht wähle ich den Butterfisch – und bereue es nicht. Wie man ein Essen in dieser Vielfalt und Qualität in einem so engen, wackligen Zug zubereiten und so perfekt servieren kann, bleibt mir ein Rätsel.
Mr. Vos hat heute persönlich die Rolle des Zugmanagers übernommen. Er trägt immer ein Funktelefon bei sich, um kontrollieren und organisieren zu können. Im Speisewagen, wo alle Gäste ihr Abendessen in einer Sitzung einnehmen, bleibt er an den Tischen kurz stehen, wünscht einen guten Appetit und verabschiedet sich wieder, weil gerade irgend ein technisches Problem zu lösen ist.
Nach dem Essen gehen wir noch in den Barwagen am Ende des Zuges. Anders als in einem steril abgedichteten deutschen ICE hat man auf dem Weg durch diesen Zug an jedem (recht wackligen) Übergang zwischen den Wagons Kontakt zur kühlen Außenluft. Trotz des ganzen Komforts an Bord bleibt es eben immer noch ein richtiger alter Zug. Die Faszination, die aus dieser Mischung erwachsen kann, ist es wohl, die die Leute heute Abend bei Gin Tonic oder einem richtig guten Cognac so schwärmen oder zumindest selig träumen lässt.
Apropos träumen, als ich in meine Suite zurückkehre, ist die Bettdecke elegant zurückgeschlagen, obenauf liegt eine Sektflasche samt Kristallgläsern. Beim Einsteigen heute Mittag hatte ich mich noch gewundert, dass die Minibar nicht mehr anbot als Mineralwasser und Sekt. Später entdeckte ich dann den Bestellzettel mit einer breiten Getränkeauswahl. Ich markierte dort zwei Punke mit der Mengenangabe 1 x. Während des Dinners hatten fleißige Hände alle Wünsche erfüllt, allerdings mit jeweils zwei oder drei Flaschen von der gewünschten Sorte samt den passenden Gläsern. Nun bin ich aber längst zu satt und zu müde und gehe, ohne eine der Flaschen zu öffnen, ins Bett.
Um 0.30 Uhr hält der Zug an, erst gegen 5 Uhr fährt er endlich wieder los. Beim langsamen, gleichmäßigen Rhythmus des typischen alten Eisenbahngeräusches, wenn die Räder über die Gleise hüpfen, schlafe ich wieder ein. Genau so hatte ich mir Schlafen auf Schienen vorgestellt. Rovos schreibt in den Informationen an Bord: „Und zuletzt noch: Die Gleise, über die wir fahren, werden nur unregelmäßig gewartet. Sollten Sie einen leichten Schlaf haben und in der Nacht mit dem Eindruck aufwachen, daß der Zug mit Hochgeschwindigkeit fährt, so seien Sie versichert, daß dieser Eindruck nur durch den Zustand der Gleise unter Ihnen entsteht. Unsere Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 km/h und wird für schlechte Streckenabschnitte auf bis zu 20 km/h reduziert. Eine Schlaftablette oder ein bißchen mehr von Ihrem Lieblingsschlummertrunk kann hier also angebracht sein. Ohrstöpsel finden Sie in Ihrer Tasche mit Annehmlichkeiten …“
Das Frühstück wird zwischen 7 und 10 Uhr serviert. Eine Platte mit Schinken, Wurst, Käse, Lachs und Krabben steht zur Selbstbedienung bereit. Croissant, Honig, Marmelade und frisches Obst gehören natürlich auch dazu. Aber außerdem gibt es auch noch eine Karte, die mehrere warme Frühstücke zur Auswahl stellt, von Eiern florentinisch bis zum Minutensteak.
Gegen Mittag kommen wir in Centurion, einem Vorort von Pretoria an. Hier werden die Dieselloks gegen historische Dampflokomotiven ausgetauscht. Auf dem Nachbargleis steht der Rovos-Zug aus Kapstadt, so dass man das technische Schauspiel gleich in doppelter Ausführung erleben kann. Die Passagiere steigen durchs Gleisbett, um die besten Foto-Positionen zu besetzen. Viele klettern auch auf die Führerstände der Loks, um sich fotografieren zu lassen. Gerade bei Frauen, die auf dünnen, hohen Absätzen unterwegs sind, ist es durchaus ein abenteuerliches Unterfangen. Rohan Vos nutzt die Gelegenheit, auf dem Bahnsteig die Passagiere des gegenüber haltenden Rovos-Zuges einzeln per Handschlag zu begrüßen. „Schön, dass Sie mit uns reisen“, sagt er dazu. Und die Gäste aus dem anderen Zug tuscheln nun: „Ist das etwa der Herr Vos persönlich?“

Dampflokomotive von Rovos Rail
Vor der Einfahrt in den eigenen Bahnhof bei Pretoria wird eine historische Dampflok vor den Zug gespannt. Auf den meisten Routen im südlichen Afrika muß allerdings auch Rovos mit Diesel- oder Elektroloks fahren, weil die Einrichtungen für die Versorgung von Dampflokomotiven an der Strecke längst fehlen. © Foto: Marco Penzel

Zurückgekehrt in die Suite stecke ich 15 US-Dollar in den Umschlag mit der Adresse “To the attention of the train manager”. In den Passagierinformationen wird ein Betrag von 10 bis 15 Dollar als angemessenes Trinkgeld pro Gast pro Tag für die gesamte Belegschaft genannt.
Bald wird mein Gepäck abgeholt. Langsam rollen wir in den Rovos-eigenen Bahnhof “Capital Park” ein, unsere Endstation. Die Bahnhofsuhr, der plüschige Aufenthaltsraum, alles erinnert an die Epoche, an der sich der Rovos Rail orientiert. Allerdings wirkt der Bahnhof trotz des historischen Mobiliars ein bisschen wie nachträglich errichtet, nicht mehr ganz so authentisch wie der Zug selbst. Aber das muß wohl so sein, hier an der Schnittstelle zur modernen Welt, wo Taxis und Minibusse die Passagiere abholen. Diese Autos sind modern, komfortabel – in Sachen Stil und Eleganz aber mehr als nur 100 Jahre von dem entfernt, was Rovos Rail verkörpert.

  • Teil 1 des Reiseberichts finden Sie hier.

Emirates bietet neuen Flug nach Kapstadt an

Bloged in Allgemein von Marco Dienstag Januar 8, 2008

Emirates fliegt künftig auch nach Kapstadt. Die für ihre moderne und komfortable Kabinenausstattung bekannte Fluglinie aus Dubai gilt als eine der am schnellsten wachsenden Gesellschaften der Welt. Sie wird die neue Verbindung am 30. März aufnehmen und von da an täglich von Dubai in die Mutterstadt Südafrikas fliegen, heißt es in einer Pressemitteilung von Emirates. Erst kürzlich hatte die Airline ihre dritte Verbindung pro Tag zwischen Dubai und Johannesburg angekündigt. Mit der neuen Kapstadt-Linie weitet Emirates seine Platzkapazitäten auf den Routen zwischen Europa via Dubai nach Südafrika nochmals aus. Die Fluggesellschaft ist auch Sponsor der FIFA, die 2010 die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika veranstaltet.

Auf der Kapstadt-Strecke soll zunächst ein Airbus A330-200 in einer Drei-Klassen-Konfiguration mit zwölf Plätzen in der First, 42 in der Business and 183 in der Economy Class eingesetzt werden. Ab Oktober soll der Airbus durch die größere Boeing 777-200 ersetzt werden mit 12 Plätzen in der First Class, 42 in der Business und 236 in der Economy Class. Beide Maschinen sind laut Emirates mit ergonomischen Sitzen, persönlichen Video-Bildschirmen, Telefon am Platz ausgestattet. Von jedem Sitz aus haben die Passagiere die Möglichkeit, E-Mails zu senden und zu empfangen.

Der neue Emirates Flug EK 770 wird in Dubai um 8.15 Uhr starten und Kapstadt 16.25 Uhr erreichen. Zurück geht es mit EK 771 18.10 Uhr ab Kapstadt und Ankunft am nächsten Morgen, 6 Uhr, in Dubai. Emirates fliegt ab Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, München, Wien und Zürich nach Dubai und von dort weiter zu nunmehr 15 Zielen in Afrika.

Reisebericht Rovos Rail: Pride of Africa (1)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Südafrika von Marco Samstag Januar 5, 2008

Rovos Rail - Blick in eine De Luxe Suite
In der De Luxe Suite gibt es neben dem Bett noch Tisch und Polsterstühle sowie wie in allen Suites eine private Dusche und Toilette. © Foto: Marco Penzel

Zum Bahnhof? Der Taxifahrer schaut ungläubig, als ich am Messegelände von Durban einsteige und das Ziel erkläre. Am Morgen hatte ich Mark, der in einem Vorort von Durban lebt, nach dem Hauptbahnhof gefragt. Er kannte den Weg nicht. Bahnfahren ist in Südafrika, jedenfalls für den weißhäutigen Teil der Gesellschaft, so ungewöhnlich wie Schlittschuhlaufen in der Karibik. Doch ich will heute mit Zug reisen, mit einem ganz außergewöhnlichen auch noch, dem Rovos Rail. Zum Glück kennt der Taxifahrer den Weg zum Bahnhof, einem Zweckbau aus viel Beton. Oben, am Ende einer langen Auffahrrampe, warten schon freundliche Frauen in eleganten Uniformen mit dem RVR-Signet. Sie nehmen mir meine Tasche aus der Hand und hängen ein dunkelgrünes Namensschild dran. “Mr. Penzel” steht darauf sowie der Name meines Abteils ”Kudu”. Unten auf dem von kaltem Neonlicht erleuchteten Bahnsteig ist ein Tisch aufgebaut, Kellner verteilen Champagner und Orangensaft zur Begrüßung. Eine Rovos-Mitarbeiterin gibt zu, dass man mit dem Ambiente hier nicht so richtig glücklich ist. “In Kapstadt genießen unsere Gäste den Komfort einer Lounge, in Pretoria haben wir ja unseren eigenen Bahnhof”, erklärt sie. Aber hier müsse man leider mit dem einfachen Bahnsteig vorlieb nehmen. Immerhin ist extra ein roter Teppich verlegt worden. Schnell fällt ein groß gewachsener älterer Herr im Getümmel auf, er hat graues Haar und einen freundlichen Blick. So stellt man sich den Prototypen eines englischen Gentlemans vor. Es ist Rohan Vos persönlich, der Mann, der hinter dem Unternehmen steht. Er hat sich mit diesem Zug den Traum eines Eisenbahnfreaks verwirklicht und lässt den gediegenen, luxuriösen Reisestil längst vergangener Zeiten wieder aufleben. Mit einem verbindlichen Händedruck begrüßt er jeden einzelnen seiner Gäste. Nach einer kurzen Ansprache heißt es endlich Einsteigen in den Zug, der laut Rovos der luxuriöseste der Welt ist und unter dem Motto „Pride of Africa“ („Stolz Afrikas“) durch verschiedene südafrikanische Länder und zweimal im Jahr sogar bis hinauf nach Dar es Salaam fährt. Im Wagon fühle ich mich sofort wie in einem alten Film. Die dunkle Holzvertäfelung, das gedämpfte Licht, der feine dunkelgrüne Teppichfußboden. Hier soll kein banales Utensil an die hektisch-technische Welt von heute erinnern. Deshalb ist in der Suite, wo das Gepäck bereits auf mich wartet, selbst die Fernbedienung der Klimaanlage in einem dunkelgrünen Stoffsäckchen versteckt. Fernsehapparate wurden hier nicht eingespart, nein auf sie wird ganz bewusst verzichtet. Die Reisenden sollen nicht vor der Glotze die teure Zeit vergeuden, sondern in den Gesellschaftswagen, an den Bars oder auf der Aussichtsplattform mit anderen Passagieren ins Gespräch kommen oder einfach vom bequemen Sessel aus die vorbeiziehende Landschaft genießen. Meine Suite gehört zur Kategorie De Luxe, der mittleren der drei angebotenen Klassen. Es gibt ein kleines Bad mit Dusche, Waschbecken und Toilette. Im Zimmer steht ein Schreibtisch mit zwei Polsterstühlen, dahinter ein Doppelbett. Auch die Pullman-Suiten haben private Duschen und Toiletten, nur sind die Abteile etwas kleiner. Dort muss der Butler am Abend das Sofa in ein Bett verwandeln. Die Royal Suites, die sich jeweils über einen halben Wagon erstrecken, bieten entsprechend mehr Platz und im Bad sogar eine Wanne.

Im Speisewagen wird jetzt das Mittagessen serviert. Mit drei Gängen zieht es sich von 13 bis fast 15 Uhr hin. Hauptgericht ist ein Salat, von dem drei verschiedene Varianten zur Auswahl stehen. Ich entscheide mich für die Crevetten mit Zitronengras. Auf der Weinkarte stehen mindestens zwanzig erstklassige südafrikanische Tropfen. Die offenen Flaschen werden in der Mitte des Wagens deponiert. Manchmal hat jeder der vier Gäste am Tisch einen anderen Wein bestellt. Die Kellner wechseln die Flaschen hinter dem Rücken so geschickt, dass die Gäste es zumeist gar nicht bemerken. Doch wie können sie sich erinnern, wer welchen Wein nachgeschenkt bekommt? Das Geheimnis ist offenbar ein Notizzettel auf dem Flaschentisch. Nach dem Essen kehre ich in meine Suite zurück und rufe daheim im Büro an. Ich muss doch den Kollegen berichten, wie es mir hier ergeht. Im privaten Abteil ist das möglich, dagegen sind in den Gesellschaftswagen Mobiltelefone nicht erwünscht. Draußen zieht eine herbstliche Landschaft vorbei. Der Zug muss mehrfach halten. Einen festen High Tea gibt es im Zug nicht. Nachmittags stehen im Clubwagen silberne Tabletts mit Kuchen und Torten bereit. Tee und Kaffee werden jederzeit auf Wunsch serviert. Andere Getränke natürlich auch. Noch mehr als die authentische, selten kitschige Atmosphäre beeindruckt mich das Personal. Es scheint tatsächlich Wünsche vom Gesicht der Passagiere ablesen zu können. Die Kellner schaffen die Balance aus angenehmer Zurückhaltung und ständiger Aufmerksamkeit. Du sitzt auf einem Sofa-Sessel, blätterst in einem der Bildbände. Weit und breit ist kein Personal zu sehen. Dann denkst Du, jetzt könnt man eigentlich mal etwas trinken. Plötzlich steht ein Kellner da und fragt: “Was darf ich Ihnen bringen?”

Rovos Rail - Lunch
Leichter Hauptgang beim Mittagessen: Salat mit Crevetten. © Foto: Marco Penzel

  • Teil 2 des Reiseberichts finden Sie demnächst hier.

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