Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Jahres-Archive: 2008

Wandern an der Wild Coast © Foto: Jens Döring

10. Tag: Donnerstag, 20.11.2008
So langsam machen sich heute Morgen die sehr langen Fahrtstrecken und kurzen Nächte bemerkbar. Mir fällt es immer schwerer, morgens aus dem Bett zu kommen. Zum Glück frühstücken wir heute ausnahmsweise erst um 9:00 Uhr. Eine dreiviertel Stunde später machen wir uns zu einer kleinen Wanderung auf. Den ungestümen und mit Felsen gesäumten Gewässern der Wild Coast sind schon mehrer Schiffe zum Opfer gefallen. Eines davon liegt in unmittelbarer Nähe des Wild Coast in: die BBC China. Das 122 Meter lange Schiff ist am 17. Oktober 2004 bei starken Winden auf Grund gelaufen. Die 16 Männer Besatzung konnten wohlbehalten evakuiert werden. Die Fracht (Schweröl, Benzin, Farbe, Gas, Batterien) konnte ebenfalls zum Großteil rechtzeitig vom Schiff gebracht werden, bevor dieses durch die immensen Kräfte der Wellen in Teile gerissen wurde.

Wrack der BBC China an der Wild Coast © Foto: Jens Döring

Heute liegt das Wrack auf den Felsen und rottet vor sich hin. Einmal pro Woche verirren sich ein paar Drifters-Kunden hierher, um das Wrack näher zu inspizieren.

Die achtköpfige Karawane zieht nun weiter an der Küste entlang. Wir nehmen die Spur eines Flusses auf, der hier in den Ozean mündet. Etwas weiter bergauf stoßen wir auf einen natürlich durch einen Wasserfall gefüllten Pool. Mittlerweile scheint auch die Sonne erbarmungslos in der Mittagshitze auf uns herab. Wir stürzen uns voller Vergnügen in das kühle Nass. Hier werden Abenteuerträume wahr! Ein unbändiger Freiheitsdrang steigt in mir hoch. Oder wie Goethe einst in Faust zu sagen pflegte: „Hier bin ich Mensch, ich darf ich sein!“. Diese willkommene Abwechslung erzeugt, gewollt oder ungewollt, neuen Entdeckerdrang und motiviert uns für die nächste lange Etappe am morgigen Tag.

Jens (rechts): Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.

Doch zunächst verbringen wir den Nachmittag mit Sonnenbaden am Strand oder mit dem Lesen eines guten Buches. Ein letztes Mal verwöhnen uns die guten Feen aus der Küche mit einem leckeren Abendmahl.

Einsamer Strand an der Wild Coast © Foto: Jens Döring

11. Tag: Freitag, 21.11.2008
Der letzte Tag auf Tour – die letzte lange Etappe, zumindest was die Tour „Südafrikas Küsten“ betrifft. Um 8:00 Uhr starten wir an der Wild Coast und wollen am Nachmittag schon in Durban sein. Das setzt pünktliches Frühstücken und rechtzeitiges Kofferpacken voraus. Nach 9 Tagen sind wir darin ja bestens geübt und versuchen unser Bestes, pünktlich los zu kommen. Nur schwer können wir uns von diesem Paradies verabschieden.

Es stehen uns ja zunächst ca. zwei Stunden Schlaglochpiste bevor, ehe wir die gut ausgebaute N2 wieder erreichen. Erstaunlicher Weise bekomme ich davon gar nicht viel mit, da ich bereits nach 15 Minuten wieder in den Schlaf geschüttelt bin und erst wieder auf der N2 wach werde.

Die Fahrt nach Durban wird nur durch kurze Toilettenstopps unterbrochen, schließlich wollen wir ja den Sonnenuntergang heute Nachmittag bereits an der Dolphin Coast erleben. Irgendwie schaffen wir es dann auch, gegen 16:00 Uhr in Umdloti (ca. 30 Minuten nördlich von Durban) anzukommen.

Blick vom Dolphin Coast In auf den Indischen Ozean © Foto: Jens Döring

Das Dolphin Coast Inn von Drifters liegt außerhalb des Ortes und buchstäblich am Ende einer wenig befahrenen Küstenstraße, an der sich ein Hotel ans andere reiht. Dennoch versprüht diese Unterkunft Ihren ganz eigenen Charme. Es ist vor allem die direkte Strandlage, die so fasziniert. Da sieht man dann schon mal über die ein oder andere Stelle hinweg, die einer Schönheitsreparatur bedürfte.

Dolphn Coast In © Foto: Jens Döring

Ich nutze die Gelegenheit, noch einmal Wäsche zu waschen, oder besser waschen zu lassen. Am letzten Abend verwöhnt uns Brett noch einmal so richtig mit einem Fisch-Barbecue. Ja, er will uns den Abschied wohl so richtig schwer machen.

Begleitet vom Meeresrauschen falle ich in einen Tiefschlaf und wache erst am nächsten Morgen wieder auf.

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8. Tag: Dienstag, 18.11.2008
Wir verlassen das Landesinnere und kehren an die Küste zurück, genauer gesagt an die Sunshine Coast. Hier im Land der Xhosa sind Kindersterblichkeit und Arbeitslosigkeit besonders hoch. In den ehemaligen Homelands der Transkei und Ciskei ist Armut allgegenwärtig. Die Xhosa leben in den sogenannten Rondavels (Rundhütten), deren Wände meist aus Stein, Lehmziegeln und Lehm erbaut sind. Sie sind weiß getüncht und tragen kegelförmige Grasdächer. Die Türen sind stets nach Osten gerichtet. Die Rundhütten sind weit verstreut im Gelände und meist auf Anhöhen errichtet. Begrenzungen gibt es nicht, denn alles Land ist Gemeinbesitz.

Xhosa-Frauen in Südafrika © Fotos: Jens Döring

Trotz der offensichtlichen Armut scheinen die Menschen am Wegesrand nicht unglücklich zu sein, falls man dieses Wort in diesem Zusammenhang überhaupt benutzen kann.

Gegen Mittag erreichen wir East London und damit das Drifters Inn, wo die Managerin uns bereits mit einem leckeren Mittagessen erwartet. Größter Arbeitgeber in der Region ist Daimler Benz mit seiner Fertigung von Pkw und Lkw für den südafrikanischen Markt.

Um 14:00 Uhr beginnt für mich die wohl einprägsamste Erfahrung dieser Reise: die Township Tour durch einen Teil East Londons. Wir besuchen eine Vorschule und Medizinfrauen, probieren (etwas widerwillig) Fleisch in einer traditionellen „Shebeen“. Diese illegalen Kneipen waren während der Zeit der Apartheid wichtige Orte, an denen sich nicht nur Nachbarn, sondern auch politische Aktivisten trafen. Die Kneipe ist sehr einfach eingerichtet: Wellblech-Decken und Wände, eine Bar, ein paar Barhocker, Plakate an den Wänden und Werbe-Gimmicks von diversen Brauereien.

Europäischen Hygienebestimmungen wird diese Shebeen in keinster Weise gerecht. Zu trinken gibt es selbst gebrautes Bier aber auch Bier von größeren Brauereien sowie Schnäpse und Getränke von Pepsi oder Coca-Cola.

Wir probieren frische Annanas auf einem Markt, beobachten das geschäftige Treiben am Minibus-Terminal, von dem aus die Sammeltaxis hoffnungslos überladen auf Tour gehen. Dies ist wohl die bessere Alternative zum Kilometer weiten Fußmarsch.

Schule in einem Township bei East London © Foto: Jens Döring

Besonders bedrückend ist jedoch der Besuch einer Vorschule. Die Kinder sind zwar alle fröhlich und ausgelassen, sie tanzen und singen mit uns. Und dennoch: irgendwie fühle ich mich als Europäer mit meinem Fotoapparat „peinlich berührt“. Ist es tatsächlich noch möglich, dass Kinder in stinkenden Wellblechhütten Ihre Kindheit verbringen, unter hygienisch schlechten Bedingungen leben müssen und wohl nie so recht aus diesem Kreis ausbrechen können?

Schulklasse in einem Tonwship bei East London © Foto: Jens Döring

Sicherlich kann man jetzt sagen: „die kennen das ja nicht anders“. Ich kann aber an diesem Tag nicht mehr damit aufhören mir die Frage zu stellen, wie das in unserer heutigen Welt eigentlich noch möglich ist und wir das einfach so dulden können. Und noch viel schlimmer: wir machen Fotos davon und zeigen es unseren Lieben zu Hause. Gefühlsmäßig bin ich heute wie hin und her gerissen. Fasziniert auf der einen, beschämt auf der anderen Seite. Ich will dieses Elend eigentlich nicht zu nah an mich heran kommen lassen, aber verdrängen kann ich es auch nicht. Daher will mir auch das Abendessen in einem lokalen Restaurant mit herrlicher Strandlage heute Abend nicht so recht schmecken.

Noch ein paar Worte zum Drifters Inn in East London: Von außen mag man von dem Gebäude denken, was man will, aber innen versprüht dieses alte Haus einen ganz besonderen Charme. Ein großer Flur, dessen Türen den Weg frei machen zu großen komfortablen Zimmern mit jeweils eigenem Badezimmer. Vom Speiseraum aus hat man einen fast unverbauten Blick auf den Indischen Ozean. Der Swimmingpool mit kleinem Sonnendeck lädt zum Faulenzen ein. An der Bar herrscht Selbstbedienung und im Lounge-Bereich stehen gemütliche Couches bereit.

Drifters East London In © Fotos: Jens Döring

9. Tag: Mittwoch, 19.11.2008
Wir verlassen East London und kommen nun an die Wild Coast, einen der schönsten Küstenabschnitte Südafrikas. Felsige, steile Küstenabschnitte wechseln sich mit Sandstränden ab. Zahlreiche Flussmündungen sorgen für eine zerklüftete Küstenlinie. Wer unzerstörte Natur sucht, wir hier in Hülle und Fülle fündig.

Landschaft an der Wild Coast © Foto: Jens Döring

In Umtata besuchen wir das Nelson Mandela Museum und erfahren sehr viel Interessantes über den Befreiungskämpfer und ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas.

Einfhrt zum Drifters Wild Coast In © Foto: Jens Döring

Nachdem wir die N2 verlassen, führt uns eine 40 Kilometer lange, unbefestigte Schlamm-Piste durch Farmland und vorbei an zahlreichen Xhosa-Siedlungen hinunter an den Indischen Ozean. Brett muss mehrfach nach dem richtigen Weg fragen – schwierig, wenn kaum jemand Englisch versteht. Schließlich schaffen wir es dann doch am späten Nachmittag, das nächste Drifters Inn an der Wild Coast zu erreichen. Das Wild Coast Inn liegt völlig abgeschieden und fern jeglicher Zivilisation direkt am Indischen Ozean.

Bar des Drifters Wild Coast In © Foto: Jens Döring

Das Inn besteht im Wesentlichen aus 6 Rundhütten mit jeweils 2 Einheiten (je 2 Einzelbetten) und eigenem Bad mit Dusche und WC. Ferner wird in der kleinen „Boma“ (offenes Restaurant) gegessen und eine Bar steht zur Selbstbedienung zur Verfügung. Es ist erstaunlich, was die Köchinnen trotz der Abgeschiedenheit dieser Location uns alles auf den Tisch zaubern. Wir lassen es uns richtig schmecken und fallen heute wieder einmal völlig erschöpft ins Bett.

Zimmer und Chalets des Drifters Wild Coast In © Foto: Jens Döring

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6. Tag: Sonntag, 16.11.2008
Heute beginnt der Tag schon eine halbe Stunde eher. Nach einem weiteren köstlichen Frühstück brechen wir um 8:00 Uhr auf. Unser erstes Ziel heute heißt Tsitsikamma Nationalpark, genauer gesagt der “Otter Trail”. Auf dem Weg dorthin überqueren wir auf der Paul Sauer Brücke die 130 Meter tiefe Schlucht des Storms River. Im Tsitsikamma Nationalpark angekommen, bereiten wir uns auf die dreistündige Wanderung auf einem Teil des Otter Trails vor.

Ziel ist ein Wasserfall, bei dem wir ein paar Minuten verweilen wollen. Brett scheint aber irgendwie auf einer Ralley zu sein. Ich versuche, mit ihm Schritt zu halten, schaffe das aber nur für die erste halbe Stunde. Dann verliere ich ihn aber aus den Augen. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich, da die Holzbrücken über den an der Küste entlang und über Felsen hinwegführende Wanderweg durch die starken Regenfälle weggeschwemmt wurden. Immerhin bin ich aber nicht der Letzte, der den Wasserfall erreicht. Zwischendurch leiste ich einer Reiseteilnehmerin Hilfe, die mit ihrem linken Bein zwischen zwei Felsen gerutscht ist. Sieht von weitem schlimmer aus, als es ist. Aber eine Schrecksekunde beschert es uns allen. Aus den Minuten am Wasserfall wurden maximal 90 Sekunden – gerade genug für ein schnelles Foto.

Jens erlebt die Wanderung auf dem Otter-Trail als Wettrennen.

Brett macht wieder Druck. Er möchte am Parkplatz noch ein Picknick machen, bevor es zur nächsten Aktivität geht. Tags zuvor hatten wir uns für eine Zipline Tour entschieden, bei der man an Seilen gesichert von Baum zu Baum auf Rollen rutscht.

Auf dem Rückweg vom Otter Trail merke ich, wie sich eine Blase an meiner rechten großen Fußzehe bildet. Von nun an bin ich mir bewusst, dass jeder Schritt zu viel ist und die Blase nur noch vergrößert. Durch das hohe Tempo und wegen meiner nur durchschnittlichen Fitness fangen nun so langsam die Beine an, wackelig zu werden. Die Konzentration und schließlich die Kräfte lassen nach. Von Brett ist wieder keiner Spur zu sehen. Zu guter letzt irren wir drei Letzten uns auch noch im Weg und quälen uns umsonst zahlreiche Stufen hoch. Als wir merken, dass dieser Weg nicht ans gewünschte Ziel führt, kehren wir schließlich um und erreichen schließlich auf dem richtigen Weg wieder den Truck, allerdings mit einer halben Stunde Verspätung.

Als Erkenntnis nehme ich mit, dass der Otter Trail nichts für „Couch Potatoes“ ist und er sollte in einem langsameren Tempo bewältigt werden. Ordentliches Schuhwerk und eine ordentliche Fitness sind Voraussetzung. Zudem würde eine Aktivität an diesem Tag meiner Meinung nach vollkommen ausreichen. Aber dies kommt wohl auch auf den Guide und auf die Zusammensetzung der Reisegruppe an.

Um 13:30 Uhr verschlingen wir dann unser Picknick, damit wir noch rechtzeitig an der „Zipline“ sind. Wegen meiner Blase, die Brett übrigens hervorragend mit Desinfektionsflüssigkeit und Pflaster versorgte, verzichte ich auf die Teilnahme der kostenpflichtigen Aktivität. Ich nutze die 90 Minuten, um die Postkarten zu schreiben, die ich zuvor in Oudtshoorn gekauft hatte.

Unser Etappenziel ist die Farm „Avoca“, was übersetzt „das Treffen von Wasser“ bedeutet. Auf der Farm werden Zitrusfrüchte angebaut und Rosen gezüchtet. Wir sind hier in (sehr) einfachen aus Schlamm gefertigten und mit Reet gedeckten Hütten für die nächsten beiden Nächte untergebracht. Zwei Hütten teilen sich je eine „Badhütte“ mit Dusche und WC. Insgesamt gibt es 6 Hütten mit je 2 Betten. Das Areal verfügt zudem über einen Aufenthaltsbereich mit Küche, Essbereich und einen Lagerfeuerplatz, an welchem wir wieder bei einem „Savanna“ den Tag ausklingen lassen.

Einfsche Hütten sind unsere Unterkunft auf der Farm Avoca © Foto: Jens Döring

7. Tag: Montag, 17.11.2008
Den ganzen Tag verbringen wir im Addo Elephant Park. Wir erreichen den Park nach 25 Minuten. Die Vegetation ist geprägt durch das sogenannte „Valley Bushveld“ ein undurchdringliches immergrünes Dornengestrüpp. Hier macht sich die hohe Sitzposition im Safari-Truck bezahlbar. Wir sehen viel mehr, als die Leute in den Pkw, die teils planlos auf den vorgegebenen Straßen auf der Suche nach Wild umherirren.

Elefanten im Addo Elephant NP © Foto: Jens Döring

Dieser Park wurde zum Schutz der Elefanten errichtet, die in der Umgebung auf der Suche nach Nahrung die intensiv bewirtschafteten Agrarflächen zerstörten und von den Farmen abgeschossen wurden. Daraufhin wurde hier 1931 der Nationalpark gegründet. Seitdem erhöhte sich die Zahl der Elefanten von anfangs elf auf nun über 350. Neben ihnen sehen wir auch Kudus, Schildkröten und Mistkäfer, die hier stets Vorfahrt haben.

Elefanten im Addo Elephant NP © Foto: Jens Döring

Am späten Nachmittag kehren wir nach „Avoca“ zurück und machen es uns erneut vor dem Lagerfeuer in den bequemen Stühlen gemütlich. Das Abendessen bereiten heute Abend die Frauen zu, gestern waren ja die Männer dran.

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