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Jedes Jahr mit der neuen Okavango-Flut hoffen die Bewohner des “Großstadt-Dorfes” Maun am Südrand des Okavango-Deltas, daß das Wasser bis in die Stadt kommt und das Trockenflußtal des Thamalakane füllt. In diesem Jahr kommt es sogar noch besser. Das Wasser im Thamalakane steht höher als in den letzten 10 Jahren. Das Wasser fließt in diesem Jahr bis in den Ngami-See und in den Boteti-Fluß, der nach Süden in die Kalahari verläuft.
Der Wasserstand des Deltas ist von Regenfällen in Botswana so gut wie unabhängig. Das Flutwasser, das der Okavango jedes durch die Kanäle des Deltas drückt, stammt aus Angola und wird von der dortigen Regenzeit generiert. Bis Mai hatte es dort in diesem Jahr geregnet, im Juni/Juli durchläuft das Wasser langsam das Delta, wobei der größte Teil versickert und verdunstet. Nicht jedes Jahr erreicht das Wasser Maun. Und daß jetzt der Boteti wieder auf ganzen 80 km fließt (Tendenz weiter steigend), bedeutet den Bewohnern der Kalahari – Mensch und Tier – sehr viel. Mehr als 15 Jahre lang hat es dieses Szenario nicht gegeben. Der Anblick des blauen Bandes durch die ausgetrocknete Landschaft ist ungewöhnlich, und Kinder machen sich einen Spaß daraus, nach der Schule schauen zu gehen, bis wohin der Fluß während des Unterrichts weitergeflossen ist. Und David Dugmore, der Manager der Meno A Kwena Lodge am Makgadikgadi Nationalpark, ebenfalls am Boteti gelegen, schließt schon Wetten ab, ob das Wasser seine Lodge im kommenden Monat erreicht. Es sind noch 30 Kilometer. Wir drücken die Daumen.
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