Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Monats-Archive: September 2007

Am nächsten Morgen müssen wir das kleine Paradies leider schon wieder verlassen. Mit dem Boot und zu Fuß geht es zurück zum Flugplatz. Die Maschine nach Tana hat heute eine knappe Stunde Verspätung. In der Hauptstadt werden wir von Saholy erwartet, einer Mitarbeiterin unserer madagassischen Partneragentur. Sie nimmt sich ein paar Stunden Zeit und zeigt uns auf einer Stadtrundfahrt die wichtigsten Gebäude der Hauptstadt. Auffällig sind die vielen Jacaranda-Bäume, die jetzt im Oktober wunderschön lila blühen. Wir besuchen die Krokodilfarm, auf der auch viele große Chamäleons leben und in deren Restaurant man Krokodil bestellen kann, und schließlich den großen Handwerkermarkt, an dem wir letzte Souvenirs erstehen. In dem bekannten Hotel in Flughafennähe verbringen wir die letzten Stunden bis zum spätabendlichen Abflug und bestellen noch ein leckeres Abendessen, bevor wir zum Abflugschalter gebracht werden. Die Maschine startet pünktlich.

Antananarivo (Madagaskar)
Im Oktober blühen in Tana die Jakarandabäume. © Foto: mp

Am nächsten Morgen hat uns Europa wieder und begrüßt uns mit bedecktem Himmel und Nieselregen. Die schönen palmengesäumten Strände, das türkisblaue Meer und die freundlich lächelnden Menschen noch vor Augen fällt mir die Rückkehr schwer. Aber da ist auch die Sehnsucht nach unserer Tochter, an die ich viel gedacht habe. Es war stets beruhigend, sie in guten Händen zu wissen, und ich bin dankbar für die wunderbaren zwei Wochen nur mit Marco. Eine Reise in dieser Form werden wir wohl so bald nicht wieder machen können. Es war entspannt, oft erholsam, und schöner als erwartet. Madagaskar ist so vielfältig und faszinierend, und der Tourismus steckt auf sympathische Weise noch in den Kinderschuhen. Man kann sicher und zuverlässig reisen, jeder ist bemüht, es einem schön zu machen. Wo sonst wird man morgens im Restaurant gefragt, ob man gut geschlafen hat, und dann mit warmem selbstgebackenem Baguette, Corossol-Saft, frisch gebackenen Reisplinsen und gutem Kaffee mit süßem dicken Milchkonzentrat verwöhnt?
Die vielen Kinder, mal ängstlich, mal neugierig, mal ganz selbstbewußt und strahlend, habe ich diesmal mit anderen Augen gesehen. Es sind hübsche Menschen mit vielen verschiedenen Einflüssen – afrikanisch, indisch, indonesisch, die Hautfarbe von hellbraun bis tiefschwarz, die Haare von glatt bis kraus, und fast alle Mädchen haben den Kopf voller kleiner Zöpfe. Süß war auch der kleine Junge in Tana, der mir ein 20-Cent-Stück hochreckte und unablässig “Cinq cent Ariary” (fünfhundert Ariary) sagte. Als ich darauf einging, seine Münze nahm und ihm einen 500-Ariary-Schein reichte, schaute er ihn so ungläubig an, als ob er noch nie im Leben soviel Geld besessen hätte. Kaum noch zu überbieten ist sicherlich das Lächeln der Rezeptionistin des Baboo Village. Allein dieses Strahlens wegen sucht man gern nach Gründen, in ihr Büro zu gehen. Ach, es war einfach schön, eine interessante und entspannte Reise, und wir hoffen, daß sich unsere Kunden genauso in das Land und seine Menschen verlieben wie wir.

Baboo Village, Ile aux Nattes (Madagaskar)
Hier hätten wir es gern noch ein bißchen länger ausgehalten: Bungalow im Baboo Village auf der Ile aux Nattes. © Foto: mp

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Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.

Unser vorletzter Inlandsflug ist wahrlich nur ein Hopser. Eine 20-Sitzer-Maschine der Air Madagascar, deren Sitzbänke (!) aus einem alten Bus zu stammen scheinen, bringt uns in 30 Minuten zur Insel Sainte Marie (auch bekannt als Nosy Boraha). Hier wollen wir unsere Reise ausklingen lassen. Ste. Marie ist außer für seine schönen Strände auch für sehr gute Walbeobachtung bekannt. Doch die Saison (August-September) ist schon vorbei. Aus Büchern und Fotos an den Wänden unserer Unterkunft erfahren wir später, wie nahe sie ans Land kommen und welche grandiosen Beobachtungsmöglichkeiten man vom Boot aus hat. Es gibt also allemal einen Grund wiederzukommen.

Strand der Ile aux Nattes (Madagaskar)
Hier am Strand, einige Schritte vom Baboo Village entfernt, legen die Fährboote an, die zur Hauptinsel Sainte Marie hinüberfahren. © Foto: mp

Doch zunächst müssen wir vom Flughafen zu Fuß (unser Gepäck wird in einer Rikscha gefahren) zu einem Boot, das uns zur südlich vorgelagerten Nachbarinsel Ile aux Nattes fährt, über türkisblaues Meer vorbei an schrägen Palmen und hellem Sandstrand. Schon bald tauchen die Strohschirme und Hütten unserer letzten Unterkunft auf, dem Baboo Village. Das Hotel hat einen Steg ins Wasser mit Liegestühlen drauf, der Strand ist gleich um die Ecke. Alles ist recht idyllisch, aber nicht mehr so einsam wie im Buschhaus. In der Nachbarschaft gibt es mehrere andere Hotels, Touristen und Einheimische laufen am Strand herum. Doch verläuft sich das alles, so daß man hier wirklich noch nicht von “touristisch” sprechen kann.
Für den nächsten Tag haben wir einen Tauchausflug gebucht. Max, unser Dive Master, holt uns ab und fährt uns auf die andere Seite der Insel, wo die Riffe sind. Wir erleben zwei faszinierende und wunderschöne Tauchgänge mit Rochen und vielen bunten Fischen und fragen uns dazwischen, warum wir seit unserem Tauchkurs auf Sansibar vier Jahre haben vergehen lassen. Nachmittags sind wir noch durch die nahen Dörfer spaziert und haben vielleicht ein paar nette Kinderportraits erwischt. Am Abend genehmigen wir uns eine landestypische Spezialität: Rum. Der wird hier in erstaunlich großen Gläsern serviert und man kann ihn auch aromatisiert bestellen. Ich probiere Zimt und bin begeistert.
Unseren letzten Tag auf der Insel beginnen wir wieder mit einem ausgedehnten Spaziergang. Auf dem Rückweg zum Hotel führen uns fünf kleine Jungs, die wir an einem idyllischen Strand aufgegabelt hatten. Wir werden sie erst wieder los, als wir jedem von ihnen eine Art Quarkspitze kaufen, wie sie hier an vielen kleinen Verkaufsständen gebacken werden.

Kinder am Strand (Ile aux Nattes, Madagaskar)
Unsere Reiseführer beim Inselspaziergang über die Ile aux Nattes. © Foto: mp

Mittags setzen wir per Boot wieder auf die Hauptinsel über und schauen uns die Princesse Bora Lodge an, das beste Hotel der Insel. Wir waren vorangemeldet, der Manager lädt uns zum Mittagessen ein, es gibt Fisch in Vanillesauce. Die Lodge ist tatsächlich sehr schick, an einem schönen Standabschnitt gelegen, die Bungalows im maritimen Stil, großzügig, in dunklem Holz gehalten. Auf dem ins Meer gebauten Steg stehen sogar richtige Betten mit Sonnenschutz. Die meisten der mehr oder weniger attraktiven Hotelgäste liegen jedoch in den Liegen rund um den Pool und schlürfen Cocktails. Wir beschließen, daß wir uns im einfacheren, aber deutlich herzlicheren und ungezwungeneren Baboo Village wohler fühlen.
Nach einem Besuch der quirligen Inselhauptstadt kehren wir schließlich auf die Ile aux Nattes zurück und gönnen uns noch ein erfrischendes Bad im Meer zum Sonnenuntergang.

Fortsetzung folgt hier.

Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.

Das kleine Schnellboot bringt uns in 35 Minuten Fahrt durch Seen, die etwas landeinwärts entlang der Ostküste liegen und durch natürliche und künstliche Wasserwege miteinander verbunden sind, zum Buschhaus. Diese romantische Lodge liegt an einem Hang am Seeufer. Von deutschen Einwanderern aufgebaut, wird sie derzeit vom Franzosen Clément betrieben, der hier mit madagassischer Frau und Tochter wohnt. Er erwartet uns am Ende des langen Bootsstegs und heißt uns herzlich willkommen. Genauso herzlich wird dann auch unser ganzer Aufenthalt. Wir lassen uns die ausgezeichnete, kreative Küche schmecken (hier hat sogar das Mittagessen drei Gänge) und ansonsten alle Fünfe gerade sein. Der See ist flach, das klare warme Wasser wunderbar zum Schwimmen, ich lasse mich treiben und schaue in den weiten Himmel. Doch den Pflichtausflug müssen wir natürlich mitmachen, das Palmarium hat schließlich in allen Reiseführern seinen Platz. Es ist ein kleiner Privatpark mit Übernachtungsmöglichkeit, eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt, in dem der deutsche Begründer des Buschhauses Reptilien, Amphibien und Lemuren hält und eine erstaunliche Pflanzenvielfalt aus ganz Madagaskar zusammengetragen hat, darunter Orchideen, Pachypodien und besondere Palmenarten. Die Lemuren sind hier handzahm und zutraulich, noch nie sahen wir so viele Arten in so kurzer Zeit. Dazwischen fliegt ein aufdringlicher Graupapagei herum, der sich auch auf die Köpfe und Schultern der Besucher setzt und immer wieder “Maki, Maki” ruft – das madagassische Wort für Lemur. Hier gibt es endlose Fotomotive. Später dann auf der Wanderung durch das Reservat suchen wir eigentlich die Indris, die hier erst vor kurzem eingeführt wurden, aber wir finden sie leider nicht. Dummerweise sind wir in eine 18-köpfige holländische Reisegruppe geraten, was eindeutig zu viel ist, zum Beispiel wenn alle gleichzeitig einen stecknadelkopfgroßen Frosch fotografieren wollen.

Ein Kragenlemur als Fotomotiv im Palmarium (Madagaskar)
Ein Kragenlemur gefällt sich als Besucherattraktion im Palmarium. © Foto: mp

Nach zwei Übernachtungen und einem letzten herrlichen Frühstück unter dem Palmblattdach des Restaurants mit Blick auf den See und frischen Hibiscusblüten an jedem Platz wartet das Boot am Ende des Steges wieder auf uns. Die Fahrt geht etwa anderthalb Stunden entlang des Canal des Pangalanes. Eine wildromantische Wasserlandschaft aus verschlungenen, oft sehr engen und halb mit Seerosen zugewachsenen Kanälen und größeren Seen. Viele Holzboote kommen uns entgegen oder wir überholen sie langsam, damit unsere Wellen sie nicht behindern. Wir sehen die Einheimischen mit voll beladenen Flößen oder beim Fischfang, Kinder kommen ans Ufer gelaufen und winken. Schließlich ist kein Durchkommen mehr, die Schwimmpflanzen sind zu dicht geworden.

Canal des Pangalanes (Madagaskar)
Der Canal des Pangalanes, auch ein wichtiger Handelsweg. © Foto: mp

Wir steigen am Ufer aus und werden dort auch schon von einem Fahrzeug erwartet, das uns die letzten Kilometer bis zur Hafenstadt Tamatave (Toamasina) fährt. Eine große, recht aufgeräumt wirkende Stadt. Unser Fahrer macht sich auch als Reiseleiter gut und erzählt mir auf französisch eine Menge interessanter Details.

Fortsetzung folgt hier.

Aus unserer Erkundungsreise haben wir inzwischen eine für jedermann buchbare Naturrundreise durch Madagaskar geschneidert.

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