Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen
4.30 Uhr Aufstehen, 5 Uhr Abfahrt, 5.30 Uhr am Flughafen – und dann fliegt die Maschine der Kenya Airways erst mit einer Stunde Verspätung um 8.30 Uhr ab. Bis Entebbe sind es nur 50 Minuten. Das Visum am Flughafen zu bekommen ist wieder unproblematisch. Allerdings gibt es nur das Single-Entry-Visa für 30 US$. Dann ist keiner da, um uns wie vereinbart abzuholen. Ich rufe also die Notfall-Nummer auf dem Voucher an, und nach einiger Wartezeit kommt endlich ein Fahrer. Robert von der Agentur erzählt später, dass sie dachten, wir kämen erst am Nachmittag. Die ersten 40 ugandischen Kilometer bis Kampala zeigen ein im Vergleich zu Kenia etwas grüneres und exotischeres Land. Wir werden in einem Land Rover (Langversion, von der es im südlichen Afrika nur eine Handvoll gibt) abgeholt. Es gibt nur Fensterplätze, die Sitze in der Mitte sind herausgebaut. Das ist im Vergleich zu mancher Camping-Safari in Südafrika ziemlich großzügig. Robert bittet mich, auf der Safari etwas zu übersetzen und aufzupassen, daß keine Missstimmung aufkommt. Er scheint ziemlich besorgt zu sein, daß nichts schief geht. Vor “complaints” hat er offenbar Bammel. Den Nachmittag verbringe ich im Büro der Agentur in Entebbe. Robert erklärt mir im Detail die bevorstehende Safari und die möglichen Schwierigkeiten. Die machen sich hier offenbar ganz gute Gedanken, schaut so aus, als ob sie wissen was sie tun. Auf der Rückfahrt zum Namirembe Gästehaus, das auf einem Hügel über Kampala liegt und offenbar einem christlichen Eigentümer gehört oder von einer kirchlichen Organisation betrieben wird, bricht schon die Dunkelheit herein. Verkehrsgewühle, Staub, fliegende Händler, mit Öllampen beleuchtete Marktstände, Esel … back in Africa!

Bar im Red Chilli Camp mit Blick auf das Niltal und den Murchison Falls Nationalpark.
Spätes Frühstück, dann laufe ich zur oberhalb des Gästehauses gelegenen Kirche. Später gehe ich in die Stadt. Vergeblich versuche ich, trockene Bohnen für meine Objektivauflage zu finden. Verkehrsgedränge und die schwülheiße Luft bringen einen ganz schön aus dem Atem. Später ruhe ich mich also im Zimmer aus, putze die Fotoausrüstung und schaue Fußball. Den besten Empfang hat man hier in Zentralafrika übrigens mit dem südafrikanischen Sportsender S3. Erst gegen 16.20 Uhr kommen die anderen Reiseteilnehmer an, die allein die 13-tägige Uganda-Ruanda-Reise gebucht haben. Für die im Tagesprogramm vorgesehenen Stadtbesichtigungen bleibt keine Zeit mehr. Bei der Einführungsrunde beginne ich irgendwann zu übersetzen, weil Robert in Englisch referiert und die erste Frau schon reklamiert, daß sie eine deutschsprachig geführte Reise gebucht hat. Paul, der deutschsprachige Guide, wirkt noch etwas schüchtern.
Am nächsten Tag beginnt die eigentliche Safari. Gleich vorweg: Mein erster Eindruck ist ein recht guter. Es ist zwar ein langer Fahrtag: Abfahrt 7.10 Uhr in Kampala, Mittagspause in einem Restaurant in Massindi, Ankunft 17.50 im Red Chilli Camp am Murchison Falls Nationalpark. Es ist ein Campingplatz mit Bar, Lagerfeuer, Duschen, Bungalows – das alles kann sich von der Qualität her durchaus mit den Rest Camps in Südafrika messen. Wir genehmigen uns einen Sundowner, während die Crew das Camp aufbaut und kocht. Das Thermometer zeigte während der Fahrt über 40 Grad Celsius, jetzt um 22.30 Uhr sind es immer noch über 25 Grad. Ach so, dann waren wir noch im Ziwa Rhino Sanctuary. In diesem kleinen Reservat werden gut bewachte Nashörner wieder ausgewildert. Im Gänsemarsch hinter einem Ranger herlaufend, kann man sich ihnen zu Fuß nähern. Leider steckten das eine Tier nur die Nase, das andere nur den Hintern aus dem Gestrüpp. Für diejenigen, die noch nie zuvor ein Nashorn gesehen hatten, war es sicher interessant, wir waren von den guten Motiven am Lake Nakuru verwöhnt.
Mit der ersten Fähre um 7 Uhr überqueren wir den Nil. Bei der Pirschfahrt im nördlichen Teil des Murchison Falls Nationalpark begeleitet uns ein bewaffneter Ranger. Es bleibt offen, ob er wegen der Sicherheitslage mitkommt oder weil er die Tiere hier besser kennt als unsere Guides. Am bemerkenswertesten sind die schöne, von Palmen bestandene offene Landschaft und die Unmengen an Giraffen. Am Ende sehen wir auch noch eine Löwin und eine Gruppe tanzender Kronenkraniche am Ufer der Nilmündung. Am besten gefällt mir, daß fast keine anderen Autos unterwegs sind. Das ist wohl der wichtigste Unterschied zu Kenia. Nach dem Mittagessen in der kolonial angehauchten Paraa-Lodge geht es mit dem Boot zu den Murchison-Fällen. Unterwegs sieht man viele Hippos, Vögel (leider erschwert die Vibration des Schiffsmotors das Fotografieren) und am Ende Elefanten und Krokodile. Die Fälle sind schon von der Bootsanlegestelle aus zu sehen. Einen besseren Eindruck bekommt man aber bei der Wanderung nach oben. Allerdings ist es über 40 Grad heiß, die Sonne brennt und der ca. 15 kg schwere Fotorucksack erweist sich als schwerer Ballast. Zunächst fürchte ich einen Sonnenstich, auf dem Rückweg habe ich etwas Gänsehaut. Aber das Bier an der Bar schmeckt schon wieder ganz gut (ein beruhigendes Zeichen), ebenfalls lecker ist das als Buffet präsentierte Abendessen mit Kochbananen und Süßkartoffeln. Die anderen bedauern mich schon, weil ich von der etwas militärisch angehauchten Bootsführerin wieder als Dolmetscher rekrutiert wurde, damit ich den deutschen Gästen die Namen der Tiere übersetze. Aber es ist noch auszuhalten. Mich ärgert nur, daß mir bei vielen Tieren entweder nur der deutsche oder nur der englische Name einfällt.

Murchison-Fälle des Nil, vom Boot aus gesehen. Am Hang rechts führt ein kleiner Pfad nach oben.
(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)
Die erste Nacht in einem richtigen Zelt war bisher die angenehmste. Um den vielen Fliegen mit dem Frühstück zuvorzukommen, stehen wir etwas früher auf. Dann starten wir mit Jonathan zu einem etwa anderthalbstündigen Spaziergang durch die Savanne, bevor uns der 4×4-Hi-Ace wieder aufsammelt. Nach zweieinhalb Stunden Fahrt kommen wir im Mara Springs Camp an. Es liegt vor dem Haupteingangstor zum Massai Mara Wildreservat. Unter einer Überdachung stehen einige Tische und Stühle. Hier wird das Essen serviert, das die Köche der einzelnen Besuchergruppen in einer Gemeinschaftsküche zubereitet haben. Es ist also keine klassische Lodge mit Restaurant. Neben einfachen Zeltplatz-Einrichtungen für Camping-Urlauber haben unsere Hauszelte richtige Betten und eigene Duschen und Toiletten. Diese sind in einem kleinen Anbau-Zelt untergebracht, jeweils mit Wänden aus Zeltplane und per Reißverschluss verschließbar.

Da schlägt das Fotografenherz höher: Ein Leopard legt sich in der Massai Mara in Pose.
Die erste Pirschfahrt am frühen Abend bietet schöne Landschaft, aber wenig Tiere, immerhin eine Gruppe von Elefanten, Giraffen und ein Löwe, der sich in einiger Entfernung hinter einem Baum versteckt. Das Gras in der weiten Mara ist jetzt im Juni, einige Wochen vor Ankunft der Gnu- und Zebra-Migration, sehr hoch (Elefanten verschwinden manchmal bis zur Häfte). So ist es nicht so einfach, Tiere zu entdecken.
Am nächsten Morgen brechen wir erst nach dem Frühstück gegen 8 Uhr, also relativ spät, auf. Dafür werden wir den gesamten Tag im Reservat verbringen. Gegen 10 Uhr, bei noch ganz guten Licht, entdecken wir drei Löwen-Männchen, die an zwei Büffel-Kadavern fressen. Näher geht es nicht. Bei dieser Szene leistet uns nur ein weiteres Safari-Fahrzeug Gesellschaft, später kommt ein drittes dazu. An einer Biegung des Mara-Flusses, nahe der Grenze zu Tansania, darf man aussteigen. Ein Ranger mit einer AK47-Kalaschnikow führt uns am Ufer entlang. Von oben kann man Hippos und Krokodile sehen, allerdings in gleißendem Mittagslicht, was den Fotos nicht gerade gut tut. Später fahren wir eine ganze Weile in der Gegend herum, ohne Tiere zu finden. Am Nachmittag dann ein Leopard in Pose auf einem Baum. Wir fahren direkt zu dem Baum, allerdings nur kurz. Der Fahrer hat es eilig, weil “off road”-Fahren verboten ist und das Gate nicht weit. Später steuerte er dann allerdings weiterhin quer durchs Gelände, weil er wieder über Funk einen Tip bekommen hat. Dann sehen wir plötzlich einen großen Pulk Autos, die hatten den Leoparden entlang eines Gebüsches verfolgt. Schnell sammeln sich 20 Autos. Zu sehen ist zunächst nichts. Bis Silvia in unserem Auto plötzlich den Leoparden laufen sieht. Das müssen auch die anderen Touris mitbekommen haben. Als wir unserem Fahrer sagen, er soll etwas weiter nach vorn fahren, haben uns schon zwei Autos rechts und ein anderes links ziemlich halsbrecherisch überholt. Dann jagt die ganze Meute querfeldein dem armen Tier hinterher. Auch wenn mit dem Busch-Funk die Chance, Tiere zu sehen, vergrößert wird, das sind hier schon sehr fragwürdige Auswüchse. Unser Unbehagen darüber erklären wir auch unserem Guide Nikolaus, der vor ein paar Tagen mal etwas von Öko-Tourismus erzählt hat.
An unserem letzten Tag in der Mara brechen wir nochmals zeitig gegen 6.30 Uhr zur Pirschfahrt auf. Geparden können wir leider wieder nicht finden, dafür nochmals Löwen im besten Licht und Büffel recht nah. Nach einem Brunch starten wir gegen 12 Uhr zu einer holprigen Fahrt, die gegen 17.30 Uhr in Nairobi endet. Das Hotel 680 ist recht groß und in Ordnung. Koch und Fahrer bekommen von uns drei Gästen zusammen je 50 US$ Trinkgeld, Nikolaus 80 US$. Wir wissen, daß in Ostafrika inzwischen recht hohe Trinkgelder üblich sind und hoffen, daß die Beträge uns einerseits nicht knauserig aussehen lassen und andererseits die Preis nicht weiter verdorben werden. Immerhin waren wir mit dem Service in der vergangenen Woche zufrieden. Außerdem laden wir Nikolaus noch zum Abendessen ein, ins Carnivore, wo wir verschiedenes Grillfleisch probieren, bis nichts mehr reingeht.

Die Schattenseite: Massenandrang von Pirschfahrzeugen in der Massai Mara. In Botswana, auch in Uganda, wären solche Szenen undenkbar.
(Reisenotizen von der Safari Geparden, Giraffen und Gorillas im Mai/Juni 2006 – Fortsetzung folgt)
Die Flüsse in der Grenzregion von Nord-Botswana, Ost-Namibia (Caprivi), Angola und Sambia erreichen in diesem Jahr einen ungewöhnlich hohen Wasserstand. So liegt der Pegel des Sambesi aktuell 40 Prozent über dem Normalwert zu dieser Jahreszeit. Dies hat auch Auswirkungen auf den Chobe-Fluß in Botswana. Die Toro Safari Lodge und die beiden Campingplätze an der Chobe Safari Lodge wurden überflutet.

Die Sedudu-Bar der Chobe Safari Lodge steht unter Wasser.
Außerdem ist der Wasserstand an der Kazangula-Fähre so hoch, daß Reisende, die hier die Grenze von Botswana nach Sambia überqueren wollen, die ersten Meter bis zum Einstieg in das Fährschiff durch kniehohes Wasser waten müssen. Abgesehen von diesen Einschränkungen verlaufen die Safaris in der Region wie gewohnt, berichten unsere Kollegen aus Botswana. Durch die großen Wassermengen bieten die Victoria-Fälle in diesen Wochen ein besonders spektakuläres Bild.

Auch das Okavango-Delta erhält in diesem Jahr mehr Wasser als üblich. Die Linien zeigen die Wassermengen (Kubikmeter pro Sekunde), gemessen in Mohembo, wo der Okavango die Grenze von Namibia nach Botswana überschreitet. Das meiste Wasser erhält der Fluß aus Regenfällen im Hochland von Angola, die größte Ausdehnung hat das Delta durch die geringe Fließgeschwindigkeit erst mit einiger Zeitverzögerung.
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