Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Reiseberichte

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Entebbe, 09.05.2015

Der Flugplatz der Stadt Kihihi im Südwesten Ugandas ist sowohl von Ishasha-Sektor des Queen Elizabeth Nationalparks als auch von Buhoma am Rande des Bwindi Nationalparks in etwa einer Stunde zu erreichen. Am Tag nach unserem Gorilla-Tracking fahren wir durch die hügelige Landschaft nach Kihihi und steigen dort in die Propellermaschine von Typ Grand Caravan der Aerolink Uganda. Mögliche Zwischenlandungen fallen aus, weil heute niemand in Mweya oder Semliki zu- oder aussteigen möchte. So dauert der Flug nach Entebbe nur eine Stunde. Mit Zwischenstopps hätten es laut Flugplan auch eine Stunde und 40 Minuten werden können. In jedem Fall ist dieser Flug schneller und bequemer als die Autofahrt, die von Bwindi bis Entebbe mindestens einen ganzen Tag erfordert. Unser Safari-Partner Wild Frontiers empfielt allen, die nicht fliegen wollen zur Sicherheit sogar einen Übernachtungsstopp unterwegs. Vorteil der Fahrt über Land: Es gibt in Uganda rechts und links der holprigen Straße immer wieder spannende Erlebnisse und Fotomotive.

Die Fahrt vom Flughafen Entebbe zum The Boma Guesthouse dauert keine zehn Minuten. Es liegt in einer ruhigen Seitenstraße und ist unsere bevorzugte Unterkunft für die erste Übernachtung nach der Ankunft in Uganda. Heute habe ich ein Tageszimmer, um die Zeit zwischen unserem Rückflug in einer Cessna Caravan vom Bwindi Nationalpark am Morgen und dem Abflug mit Ethiopian Airlines am Abend zu überbrücken.

Das Haus ist nicht mehr ganz neu. Mit 15 Zimmern hat es eine überschaubare Größe. Der Service ist persönlich, freundlich und die Küche ist gut. Das Karibu Guesthouse ganz in der Nähe spielt von Ausstattung und Preis her in der gleichen Liga wie The Boma. Mit acht Zimmern ist Karibu noch etwas kleiner. Für einen kurzen Übernachtungsstopp finde ich beide Häuser gleich gut geeignet. Wer etwas länger bleibt, hat im The Boma noch etwas mehr Platz im Garten und kann sich im Pool erfrischen, der im Karibu Guesthouse fehlt. Es gibt noch ein paar weitere nette Gästehäuser in Entebbe, die alle mit ihrem persönlichen Service gegenüber den größeren Hotels punkten können. Wer dennoch ein Hotel bevorzugt, dem stehen zum Beispiel ein Haus der Protea-Kette und das koloniale Lake Victoria Hotel zur Auswahl.

Flug, Fahrten über and und eine Übernachtung im Boma Guesthouse gehören auch zur Reise Ugandas Höhepunkte mit Komfort.



Lust auf eine solche Safari? Ich berate Sie gern.
Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen
Telefon: 037437 538811 | marco@outback-africa.de


Buhoma, 8. Mai 2015

Der Ort liegt an einer Sackgasse. Sie endet kurz hinter dem Tor zum Bwindi Nationalpark. Früher durchquerte die Straße den Wald, heute ist die Strecke nur noch als Wanderweg zu benutzen. Vor dem Parkeingang erstreckt sich der Ort Buhoma entlang der Straße. Es gibt mehrere „Shopping Center“ – Ansammlungen von Bretterbuden, in denen Souvenirs verkauft werden. Schließlich lebt der Ort vom Gorilla-Tourismus. Es gibt unzählige Unterkünfte aller Kategorien. Zur guten Mittelklasse gehören hier zum Beispiel Mahogany Springs und die Engagi Lodge.

Die beiden besten Adressen liegen erst hinter dem Parkeingang. Es sind das Sanctuary Gorilla Forest Camp und gleich nebenan die Buhoma Lodge, in der wir übernachten. Die Lodge liegt am Hang. Je weiter man die Treppen hinauf steigt, desto besser wird der Blick auf die andere Seite des Tals, an der der undurchdringliche Regenwald beginnt, den Bwindi Impenetrable Forest. Die zehn aus Holz und Lehmwänden gebauten Chalets sind über den Hang verteilt und über diverse Treppen erreichbar. Gemütlich eingerichtet sind sie alle, ebenso mit Dusche und Spültoilette sowie einer eigenen Veranda ausgestattet. Manche Bäder haben zusätzlich noch eine Wanne. Auch die Größe der Zimmer variiert. Mein Zimmer ganz unten rechts scheint das größte zu sein. Vor dem Schlafzimmer gibt es noch großes Wohnzimmer mit Kamin.

Im gemütlich eingerichteten Hauptgebäude der Lodge wird morgens ein gut sortiertes Frühstücksbuffet geboten und abends ein feines Dinner serviert. Der Clou hier ist eine Feuerschale, die neben der Bar an Ketten von der Decke hängt. Darauf liegen glühende Holzkohlen, drumherum steht eine Sitzgruppe. Auf diese Weise kann man sich hier oben in den Bergen, wo die Abende kühl und häufig auch feucht werden, die Lagerfeueratmosphäre ins Haus holen. Gefällt mir.

Die Buhoma Lodge ist eine Station auf der Reise Ugandas Höhepunkte mit Komfort.



Lust auf eine solche Safari? Ich berate Sie gern.
Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen
Telefon: 037437 538811 | marco@outback-africa.de


Ruhija, 8. Mai 2015

Gestern Abend gab es einen kräftigen Gewitterregen. Anschließend zogen die Nebelschwaden durch den steilen Hang hinauf zum Gorilla Mist Camp, wo wir übernachteten. Das englische Wort Mist bedeutet ja Nebel, so machte die rustikale Lodge ihrem Namen alle Ehre. Heute Morgen ist das Wetter besser, wir können über die bewaldete Hügellandschaft des Bwindi Nationalparks schauen. Für kurze Zeit ist dahinter auch einer der Virunga-Vulkane zwischen den Wolken zu erkennen.

Die Fahrt vom Gorilla Mist Camp zum Ranger-Posten ist nicht weit. Wir hätten auch laufen können. Da man manchmal vor dem Start der Wanderung noch eine gewisse Strecke fährt – je nachdem, wo die Gorillas vermutet werden – nehmen wir lieber das Auto mit. Tatsächlich fahren wir dann noch ein paar Kilometer auf einer Waldstraße, bevor wir aussteigen und einen steilen Hang hinabsteigen. Zwei andere Ranger, die Spurensucher, sind schon zwei Stunden vor uns aufgebrochen. Sie wissen, wo sich die Tiere am Vortag aufhielten und suchen zunächst den letzten Übernachtungsplatz. Unser Guide Benjamin steht mit den beiden Spurensuchern in Funkkontakt.

„Wir folgen erst einmal einem Pfad der Waldelefanten“, erklärt Benjamin. Ich kann nicht glauben, dass in so steilem, dicht bewachsenem Gelände Elefanten leben können – bis ich Elefantendung sehe. Die Waldelefanten unterscheiden sich von ihren Verwandten in der Savanne, sind kleiner und haben auch etwas anders geformte Füße. Trotzdem finde ich es erstaunlich, dass sie sich hier bewegen können. Allerdings gibt es nicht mehr viele von ihnen. Benjamin sagt, man vermute noch 120 Tiere in Bwindi. Dass es weniger Elefanten im Wald gibt, wirkt sich auch auf den Lebensraum der Gorillas aus. Früher, als es noch mehr Waldelefanten gab, fraßen diese auch mehr Lichtungen in den dichten Bergregenwald. Diese Lichtungen sind für die Gorillas wichtig, um ihr Fell in der Sonne trocknen zu lassen. Weil es kaum noch Lichtungen im Wald gibt, halten sich heute immer mehr Gorilla-Familien am Rande des Waldes auf und überschreiten immer wieder die Grenze des Nationalparks. Wenn das bei einer der hier gelegenen Lodges passiert, führt das manchmal zu spektakulären Werbe-Bildern nach dem Motto „die Gorillas sind in unserem Garten zu Besuch“. Tatsächlich kann der unkontrollierte Kontakt zu den Menschen für die Tiere aber lebensgefährlich sein.

Etwa eine Stunde laufen oder besser steigen wir an dem steilen Abhang entlang, klettern über umgefallene Bäume und legen ab und zu eine Verschnaufpause ein. Benjamin geht voran und schlägt mit seiner Machete den Weg durch das mannshohe Gestrüpp für uns frei. Im folgt ein Ranger, der ein Gewehr trägt. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme, so sagt man uns, falls wir einer nicht an Menschen gewöhnten Gorillagruppe oder einem unfreundlichen Waldelefanten begegnen. „Die werden nur dann gefährlich, wenn sie Junge dabei haben oder verletzt sind“, erklärt Benjamin. All das passiert nicht. Stattdessen tauchen nach etwa einer Stunde im dichten Regenwald zwei weitere Ranger auf. Es sind diejenigen, die sich zwei Stunden vor uns auf die Suche nach den Menschenaffen gemacht haben.

„Macht Eure Kameras fertig, die Gorillas sind gleich nebenan!“, sagt Benjamin und gibt uns ein letztes Sicherheitsbriefing. Da sehen wir schon die ersten beiden jungen Gorillas, zwei schwarze Fellknäule, die durch die Krone eines Baumes turnen. Rucksäcke und Wanderstöcke lassen wir bei den Trägern zurück. Wir folgen den Rangern auf eine kleine Lichtung am steilen Hang. Etwa zehn Meter oberhalb von uns sitzt ein künftiger Silberrücken beim Fressen und wirft uns manchmal einen Blick zu. Dann streckt er seinen muskulösen Unterarm aus und kratzt sich unter den Achseln. Als er langsam aufsteht, kann man sehen, dass er auf dem Rücken schon graue – oder besser silberne – Haare bekommt. Er ist einer der potentiellen Nachfolger für den Chefposten in der Gruppe, den momentan ein noch größerer Silberrücken einnimmt. Dann sagt uns der Ranger, wir sollen jetzt einfach ganz ruhig stehen bleiben, „die finden schon ihren Weg an uns vorbei“. Aus dem Gestrüpp taucht eine Mutter auf, die ihr Junges auf dem Rücken trägt. Sie läuft zum Greifen nah an uns vorbei. Mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Begeisterung stehen wir ganz still da. Die sieben Meter Mindestabstand, auf die man uns vor dem Tracking hingewiesen hat, sind so gar nicht einzuhalten. Bald gehen wir weiter, treffen auf eine Mutter mit Kind im Schatten des Unterholzes und wahren jetzt natürlich den Sicherheitsabstand. Die meisten anderen Mitglieder der Gorillagruppe sind in den Bäumen über uns unterwegs. Unter ihnen auch der Silberrücken, der in einer Baumkrone nach Früchten sucht. Ich frage mich, wie die Äste dort oben einen 200-Kilo-Koloss tragen können. Sie biegen sich manchmal heftig, aber sie halten.

Die Zeit, die wir in der Nähe der Gorillas verbringen können, ist auf eine Stunde begrenzt. Ich befolge sogar den guten Rat, nicht die gesamte Zeit mit dem Auge am Sucher der Kamera zu hängen. Irgendwann legen wir die Fotoapparate zur Seite und verfolgen die Szenerie einfach mit Augen und Ohren. Der tägliche Besuch ist wichtig, damit die Gorillas an die Anwesenheit der Menschen gewöhnt bleiben. Genauso wichtig ist die Zeitbegrenzung. Während nämlich die Touristen in der Nähe sind, fressen die Tiere weniger als sonst. Sie brauchen danach ausreichend Ruhe, um ungestört ihrem normalen Alltagsleben nachgehen zu können. Es ist die Kyaguriro Gruppe, der wir hier begegnet sind. Sie war bisher für Verhaltensforscher reserviert, neuerdings dürfen auch Touristen zur Gorillafamilie Kyaguriro.

350 US-Dollar hat das Gorilla-Tracking gekostet – ein Sonderangebot, das die Uganda Wildlife Authority manchmal in den Nebensaison-Monaten April, Mai und November auflegt. Der Normalpreis beträgt in Uganda 600 Dollar, im Nachbarland Ruanda 750 Dollar. Mit dem Geld soll die Arbeit der Ranger finanziert werden. Ob es immer sinnvoll und vollständig für den geplanten Zweck eingesetzt wird, bleibt offen. Aber auf jeden Fall geben die Einnahmen aus dem Gorilla-Tourismus den letzten Tieren ihrer Art und ihrem Lebensraum Bergregenwald einen wirtschaftlichen Wert hier im Dreiländereck von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Die letzten etwa 900 Berggorillas sind bereits auf zwei nicht mehr verbundene, geschützte Waldinseln verteilt. Ob die isolierten Bestände von jeweils etwa 450 Tieren auf Dauer überleben können, bleibt fraglich. Es ist anzunehmen, dass die letzten Reste Bergregenwald ohne den Gorilla-Tourismus schon heute verschwunden wären. Die Gegend rund um den Bwindi Nationalpark ist dicht besiedelt. Die Menschen nutzen jeden Quadratmeter Boden, um Nahrungsmittel anzubauen. Auch von dort, wo wir auf die Gorillas stießen, ist die Grenze zwischen Wald und Feldern in Sichtweite. In der Ferne heult eine Motorsäge. Hoffentlich tut sie ihre Arbeit außerhalb des Schutzgebietes.

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