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Reiseberichte

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Am späten Vormittag sind die Koffer im Bus verstaut und wir nehmen Abschied vom Temple Point Resort. Die Rückfahrt nach Mombasa kommt uns viel schneller vor und wir haben sogar noch etwas Zeit, um uns die berühmten „Stoßzähne“, Mombasas Wahrzeichen, anzusehen. Durch den Umweg kommen wir aber auch an der Mülldeponie vorbei. Hier landet der Zivilisationsmüll der Großstadt und wird ohne Filter oder Sortierung verbrannt. Dicke, schwarze Schwaden ziehen über die Straße und nehmen einem die Sicht. Müll ist wirklich ein großes Problem und die fehlende Infrastruktur sorgt dafür, dass in den Städten die Müllberge wachsen und zur Gefahr für die Umwelt, die Menschen und Tiere werden.

Am Flughafen ist wenig Betrieb und wir schlendern noch etwas durch die Läden, bevor es entspannt nach Addis Abeba geht. Wieder hat die Maschine einen Zwischenstopp in Kilimanjaro und auch diesmal zeigt sich der Berg hinter dem kleinen Flughafengebäude. Der Weiterflug nach Addis ist ebenfalls nicht ausgebucht und wir genießen den Luxus von Notausgangplätzen und viel Beinfreiheit.
In Addis herrscht viel mehr Betrieb als beim Hinflug, aber irgendwie überstehen wir die Wartezeit und sitzen um kurz vor Mitternacht in der Maschine nach Frankfurt, voll mit neuen Eindrücken und Erlebnissen. Einen Tipp sollte man Ethiopian-Fluggästen mit auf den Weg geben: Viel Zeit in Frankfurt nach Ankunft einplanen! Wir haben fast eine Stunde auf unsere Koffer gewartet, weil die Maschinen aus Afrika streng kontrolliert werden und das dauert natürlich entsprechend lang.

Kilimanjaro und Flughafen © Foto: S. Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Kilimanjaro und Flughafen © Foto: S. Schlesinger | Outback Africa Erlebnisreisen

Zeit für ein Fazit:
Die meisten unserer Kunden bevorzugen die Kombination „viel Safari und etwas Strand“, allerdings ist die umgekehrte Variante, zunächst an die Küste zu fahren und dann mit kleinem Gepäck zu starten, auch sehr reizvoll. Der Weg nach Tsavo ist nicht sehr weit und bei zwei bis drei Pirschfahrttagen zeigen sich sicher noch sehr viel mehr Tiere, vor allem an den Wasserlöchern in der Trockenzeit. Besonders gut ist die Kombination auch für Familien geeignet, denn das Resort bietet viel Spaß für Kinder und Erholung für die Eltern. Mit einem privaten Safarifahrzeug kann das Programm auf Safari dann individuell gestaltet werden.

Für die Küste Kenias werden immer wieder Sicherheitsbedenken geäußert. Diese sind unbegründet. Im Gebiet um Watamu, wo es keine größeren Städte gibt, haben wir uns sehr sicher gefühlt (auch auf den Ausflügen und beim Besuch von Malindi und in der Schule). Die Gegend ist sehr ländlich, große Menschenansammlungen gibt es kaum. Die Resorts hier liegen relativ weit auseinander und nutzen auch kaum gemeinsame Strandabschnitte, anders als am Diani Beach südlich von Mombasa, wo ein Hotel neben dem anderen steht.

Es wurde zwar gesagt, dass es in der Hochsaison auch hier Beach Boys gäbe, wir haben aber keine gesehen und wurden auch kaum belästigt (lediglich am Malindi Beach waren einige Verkäufer). Das war sehr angenehm, ebenso die Möglichkeit, an einem kleinen Privatstrand baden zu gehen, der von den Häusern des Resorts sehr bequem erreichbar ist.

Wir hatten eine tolle Zeit und sind vielen Menschen begegnet, die sich ehrlich über uns Touristen gefreut haben und denen viel daran liegt, Kenia wieder als Urlaubsland und nicht als gefährliches Krisengebiet zu sehen.

Vielen Dank nochmals an das Temple Point Resort für die Einladung!

Haben Sie Lust bekommen, auch einmal nach Kenia ins Temple Point Resort zu reisen und in Tsavo auf Safari zu gehen? Unsere neue Kenia-Kurzsafari und Baden für Einsteiger bietet eine günstige Möglichkeit dazu, auf Wunsch auch erweitert oder verlängert.

In der Nähe der Dongokundu-Grundschule befindet sich eine Auffangstation für die gefährdeten Meeresschildkröten. Wir sind spät dran, der Schulbesuch hat doch länger als erwartet gedauert.
Die Auffangstation wird vom „Local Ocean Trust“ betrieben und durch Spendengelder finanziert. Ziele der Organisation sind, die Brutplätze der Schildkröten zu schützen, verletzte Tiere zu versorgen und Aufklärungsarbeit zu leisten, um die gefährdeten Tiere vor ihrem größten Feind, dem Menschen, zu schützen.

Eine Mitarbeiterin des Trusts führt uns auf dem Gelände herum. Zuerst besuchen wir die „Turtle Clinic“. Hier gibt es vier Becken für verletzte Schildkröten, von denen im Moment aber nur eins belegt ist. Die Lederschildkröte paddelt apathisch im Becken herum und hat eine merkwürdige Schräglage. Ihr Kopf und der vordere Körper werden nach oben gedrängt. Sie hat eine Blockade, wahrscheinlich von Plastik, das nun im Verdauungstrakt festsitzt. Dadurch hat sie Luft im Magen und in der Speiseröhre, was den Auftrieb verursacht und sie am Tauchen hindert. Viel können die Helfer des Trusts nicht tun – die Schildkröte wurde geröntgt und bekommt nun Abführmittel zusammen mit püriertem Spinat und Grünzeug. Sie wird beobachtet und in regelmäßigen Abständen wieder untersucht, um festzustellen, ob sich der Fremdkörper im Darm bewegt. Operieren können sie die Schildkröte leider nicht, dafür fehlen die Möglichkeiten. Fast alle Schildkröten, die hier eingeliefert werden, haben Parasiten, die sich aber leicht durch ein Bad in Süßwasser entfernen lassen.

Die Mitarbeiter der Turtle Clinic gehen regelmäßig mit den Patienten im Meer schwimmen und beobachten, ob sie sich wieder normal bewegen können. Leider werden viele der Schildkröten mehrmals eingeliefert.

Plastikmüll ist neben den Fischernetzen, in dem sich die Schildkröten verfangen, das größte Problem für gefährdeten Meeresbewohner. Durch die zunehmende Verschmutzung der Meere wird das Futter verseucht oder die Schildkröten verheddern sich in Tüten und Netzen. Es wurden auch schon Exemplare gefunden, deren Panzer deformiert war, weil sie in unzerreißbare Plastiknetze hineingewachsen sind.

Eine ebenfalls häufig auftretende Erkrankung sind Krebsgeschwüre, die sich an Flossen oder auch am Kopf bilden. Während sie am Körper gut operierbar sind, besteht für eine Schildkröte mit Geschwüren am Auge keine Überlebenschance. Natürlich gibt es auch Verletzungen, die von Schiffsschrauben oder durch Felsen bei hohem Seegang verursacht wurden.

Die größte Gefahr geht aber nach wie vor vom Menschen aus. Schildkröten bringen viel Geld ein. Schildkrötenöl gilt in Kenia als Heilmittel gegen Asthma und bringt ein kleines Vermögen. Der Trust zahlt den Fischern eine kleine Ablösesumme von rund 1000 bis 3000 Kenianischen Schilling (umgerechnet rund ein bis drei Euro), für das Öl würden sie jedoch ein Vielfaches bekommen. Hier kann, wie auch bei Elfenbein und Rhino-Horn, nur die Vernunft und das Bewusstsein für den Tierschutz wirklich helfen.

Der Local Ocean Trust bemüht sich auch um die Brutplätze. An der Mündung des Mida Creek gibt es mehrere Strände, an denen die Schildkröten ihre Eier in Nester ablegen. Diese Strände dürfen keine Hindernisse oder Lichtquellen haben. Fühlt sich das Schildkrötenweibchen nicht sicher, kommt es nicht an Land und verliert die Eier. Gelingt die Eiablage, müssen die Nester gegen Fressfeinde geschützt werden. Nach dem Schlüpfen machen sich die kleinen Schildkröten auf den Weg über den Strand ins Meer. Auf diesem Weg lauern viele Gefahren – Greifvögel, Raubfische, aber auch Irrlichter, durch die die kleinen Schildkröten fehlgeleitet werden können.

Wir machen uns auf den Weg zum Strand. Leider hat aber die Flut bereits wieder eingesetzt und das Wasser steht so hoch, dass wir nicht mehr um den Felsen herum zum Resort laufen können. Also klettern wir über einen kleinen Pfad und kehren über die Zufahrtstraße zurück. An unserem letzten Abend erwartet uns noch einmal eine „afrikanische Nacht“ mit traditionellem Essen und einer mitreißenden Tanzvorführung.

Weitere interessante Informationen zu Meeresschildkröten finden Sie im Beitrag unserer Serie „Auf Pirschfahrt-Meeresschildkröten“.

Unser vorletzter Tag steht zur freien Verfügung, und wir durften Wünsche zu Aktivitäten äußern. Das Temple Point Resort unterstützt einige lokale Hilfsprojekte und das Interesse daran ist erfreulicherweise bei vielen groß. Varina organisiert für uns einen Besuch in der „Dongokundu Primary School“ und anschließend in der benachbarten Meeresschildkröten-Auffangstation. Danach soll es noch an den Strand gehen, um die bei Ebbe entstehenden Priele und Wassertümpel mit allerlei Meeresgetier zu sehen.

Ebbe ist an diesem Tag am Nachmittag, also machen wir uns in der Mittagszeit auf. Bis zur Schule sind es rund zwei Kilometer Fußmarsch in der schwülen Hitze. Varina hat Erbarmen und bereitet uns eine gelungene Überraschung, als plötzlich einige Tuk-Tuks vor dem Resorteingang vorfahren. Diese kleinen dreirädrigen Mopeds mit Dach sind hier eins der häufigsten Verkehrsmittel. Wir haben viel Spaß.

 

Auf dem Schulgelände werden wir vom Direktor und einer Lehrerin begrüßt. Beide sind sehr formell und würdevoll – in Kenia ist der Lehrerberuf sehr angesehen. Schon auf den ersten Blick wird klar, dass hier das alltägliche Kenia zu sehen ist, das im krassen Widerspruch zum Urlaubsparadies Kenia mit Safari und Strand steht.

Das Schulgebäude besteht aus einigen kahlen Räumen mit offenen Fenstern. Die Klassenzimmer sind mit schlichten Holzbänken ausgestattet, an denen teilweise drei Schüler zusammengedrängt sitzen. Ein neueres Gebäude, das die Pre-School beherbergt, wurde von Handwerkern des Temple Point Resorts errichtet. Ebenso eine Solaranlage, um die Schule mit Strom zu versorgen. In zwei Bretterbuden sind Verkaufsstände untergebracht, an denen die Schüler, die nicht nach Hause gehen können, etwas zu essen kaufen können. Das größte Problem sind jedoch die fehlenden sanitären Einrichtungen. Viele der Mädchen kommen deshalb manchmal nicht zur Schule. Ebenso fehlen eine Umzäunung des Geländes und ein Sportplatz. Die Kinder können nur im Innenhof Fußball spielen.

Die Schule hat 500 Schüler, die jüngsten sind drei Jahre alt und gehen in die Pre-School, eine Art Kindergarten. Bei regelmäßigem Schulbesuch würden die Kinder im Alter von 11-12 Jahren dann auf eine weiterführende Schule (Secondary School) wechseln. Viele der Kinder besuchen die Schule aber nicht durchgängig oder fangen erst später an. Der älteste Schüler ist deshalb 25 Jahre alt. Insgesamt gibt es 12 Lehrer, von denen nur acht vom Staat und weitere vier privat bezahlt werden.

Uns fällt auf, dass in den kleineren Klassen die meisten der Schüler Jungen sind. Mit sechs oder sieben Jahren sind sie noch fröhlich und unbeschwert – sie finden uns und unsere Kameras toll und machen Faxen. Die meisten der Mädchen sind älter und sehr schüchtern. Sie werden häufig erst später zur Schule geschickt und verlassen diese oft wieder, wenn sie etwas lesen und schreiben können.
Alle Kinder tragen Schuluniformen und sehr kurze Haare, auch die Mädchen. Damit sollen Standesunterschiede vermieden werden (kenianische Frauen sind sehr eitel mit ihren Frisuren) und es ist wohl auch hygienischer. Die Schuluniformen werden von Frauen in einem Handarbeitsraum selbst genäht, denn gekauft sind sie zu teuer. Trotzdem sind die Uniformen bei vielen Kindern sehr alt und zerrissen. Wahrscheinlich tragen sie sie auch in ihrer Freizeit aus Ermangelung anderer Kleidung.

Sechs Fächer werden unterrichtet: Englisch, Mathematik, Science (Sachkunde), Creative Art (Kunst) und Physical Education (Sport). Kisuaheli wird als Fremdsprache unterrichtet, da viele Schüler zu Hause einen Stammesdialekt sprechen. Unsere Anwesenheit sorgt natürlich für einige Unruhe. Zwei Klassen schreiben gerade Prüfungen und es tut uns leid, sie in ihrer Konzentration zu stören. Als Unterrichtsmaterial dienen nur einige Zettel und die Tafel. Der Direktor zeigt uns den größten Schatz der Schule – eine vergitterte Bibliothek mit abgegriffenen, teilweise zerfledderten Büchern. Die kenianische Regierung möchte Computer an die Schulen verteilen. Allerdings werden nur die Geräte geliefert, nicht aber der Bau eines notwendigen klimatisierten Raumes und entsprechender Sicherheitsmaßnahmen übernommen. Ordentliche Schulbücher wären den Schülern deshalb lieber.

Wir gehen in das Büro des Direktors, kaum mehr als ein kleiner, stickiger Raum mit einem Schreibtisch. Aus einer Ecke holt der Schulleiter einen etwas verbeulten Pokal hervor. Trotz fehlender Sporteinrichtungen und primitiven Schulmitteln hat die Grundschule im Rugby und in einem Mathematikwettbewerb den Sieg bei den Regionalmeisterschaften errungen. Auch der Chor nimmt erfolgreich an Wettbewerben teil, die teilweise sogar in Nairobi stattfinden. Spenden aller Art sind willkommen, daraus macht der Schulleiter keinen Hehl. Wie überall in Kenia reicht es gerade so, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, aber alles darüber hinaus ist kaum finanzierbar. Die Nähe zum Temple Point Resort ist deshalb für die Grundschule ein großer Vorteil.

Auf dem Weg zur benachbarten Meeresschildkröten-Auffangstation begleiten uns einige Kinder. Die kostbaren Bücher tragen sie in zerschlissenen Plastiktüten heim. Ein geschenkter bunter Stoffbeutel löst deshalb Entzücken bei den Mädchen aus. Diese wunderbaren Kinder, die sich so freuen können und so dankbar sind, haben es auf jeden Fall verdient, Unterstützung zu bekommen… und eine ordentliche Toilette.

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