Africat: Geparden-Schutz auf Okonjima in Namibia

Bloged in Allgemein, Namibia, Safari von Svenja Freitag Februar 26, 2010

Gepard auf dem Gelände der Okonjima Lodge. © Foto: Okonjima

Okonjima, auf halbem Wege zwischen Windhoek und Etosha gelegen, ist nicht nur eine komfortable Lodge mitten im Busch, sondern beherbergt auch die renommierte Africat Foundation. Auf einem umzäunten, 500 Hektar großen Schutzgebiet leben Großkatzen wie Leoparden, Geparden, Löwen und andere Raubtiere. Dabei handelt es sich bewusst nicht um einen Streichelzoo. Die Tiere auf Okonjima sind Wildtiere, die entweder auf Farmen eingefangen wurden, wo Sie eine Gefahr für den Viehbestand bedeuteten, oder aus Fallen gerettet wurden. Einige sind auch als Waisenkinder nach Okonjima gekommen. Die Tierklinik auf Okonjima pflegt und versorgt jedes Jahr 40 bis 100 Raubtiere.

Dr. Gary Bauer (rechts) behandelt einen Geparden in der Africat-Klinik. © Foto AfriCat Foundation

Die 1992 gegründete AfriCat Foundation hat sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, Artenerhaltung und Tierschutz zu fördern. Sie engagiert sich heute intensiv für die Verhaltensforschung an freilebenden Leoparden und Geparden, für den Tierschutz und für das Umweltbewusstsein der einheimischen Jugend. Besucher können sich über die Tierschutz- und Auswilderungsprojekte informieren und auf Ausflügen im Schutzgebiet den Tieren auch relativ nahe kommen, was großartige Fotomotive verspricht.

Speiseraum des Okonjima Main Camps. © Foto: Okonjima

Die Okonjima Lodge wird von der Eigentümerfamilie geleitet und bietet verschiedene Unterkunftsarten, von geräumigen und geschmackvoll eingerichteten gemauerten Doppelzimmern bis hin zu Chalets, die afrikanischen Rundhütten nachempfunden und auf luxuriöse Art ausgestattet sind. Durch die rundherum hochrollbaren Zeltwände kann man hier ein richtiges „Busch-Erlebnis“ mit allem Komfort genießen. Die Gäste der Lodge können an verschiedenen Ausflügen zu den Großkatzen teilnehmen, auch zu Fuß, oder die wundervollen Tiere von einem sicheren Aussichtspunkt aus beobachten.

Die Arbeit der gemeinnützigen Africat Foundation wird durch Spenden und durch die Okonjima-Gäste finanziert. Ein Anteil des Übernachtungspreises geht direkt an Africat.

Hier gelangen Sie zun den Websites der Okonjima Lodge und der AfriCat Foundation. Eine Namibia-Reise, die auch nach Okonjima führt ist die Komfortable Zeltsafari Classic Namibia.

Lebendes Museum: Kultur der Buschleute und der Damara in Namibia

Bloged in Allgemein, Namibia, Safari von Marco Donnerstag Februar 25, 2010

Zwei neue “Living Museums” wurden in Namibia eröffnet. Das Freiluftmuseum in Tsumkwe zeigt die Kultur der Ju/hoansi-Buschleute. In der Nähe von Twyfelfontein, das für seine Felsgravuren und Malereien bekannt ist, können Besucher nun auch Einblick in das traditionelle Leben der Damara erhalten. Sie können einem Schmied über die Schulter schauen oder zusehen, wie aus Tierhäuten Kleidungsstücke entstehen. Bei Buschwanderungen erklären die Frauen, welche Pflanzen eßbar sind oder eine medizinische Wirkung haben. Die Männer zeigen, wie sie mit Fallen sowie Pfeil und Bogen jagen. Und Besucher können den Umgang mit diesen Utensilien auch selbst einmal ausprobieren. Außerdem ist auch ein Besuch der heutigen Dörfer möglich, um einen Eindruck vom modernen Leben der Menschen zu bekommen.

Eine Besucherin versucht sich im Umgang mit einem Speer der Ju/hoansi-Buschleute, was beiden Seiten offensichtlich Spaß bereitet. © Foto: LCFN

Buschleute und Damara gehörten zu den ersten Menschen, die im Gebiet des heutigen Namibias lebten. Als Nomaden bzw. Halbnomaden wurden sie zunächst von schwarzen und später vor allem von weißen Einwanderern immer weiter verdrängt.

Bei Twyfelfontain demonstrieren Damara ihre traditionelle Lebensweise. © Foto: LCFN

Die The Living Culture Foundation Namibia (LCFN) hat sich zum Ziel gesetzt, mit lebendigen Museen im Stil traditioneller Dörfer die Kultur der verschiedenen Volksgruppen zu bewahren und den Menschen eine neue Einkommens-Perspektive zu eröffnen.

Weitere ,,Lebende Museen’’ zeigen das Leben der Kavango (in der Nähe von Rundu) sowie der Khwe und der Mafwe im Caprivi-Streifen. Der Besuch eines solchen Museums ist Bestandteil des Reiseprogramms der Namibia Reisen Wüste und Wasser (Mafwe) und der Rundreise Namibia kompakt (Ju/hoansi Buschleute).

Zimbabwe: Eintrittspreis für die Victoria-Fälle steigt

Bloged in Allgemein, Safari, Simbabwe von Marco Donnerstag Februar 25, 2010

Der Eintritt zu den Victoria-Wasserfällen (Rainforest Walk) auf simbabwischer Seite wird ab 1. Mai 2010 von 20 auf 30 US-Dollar erhöht. Über diese Entscheidung der Zimbabwe National Parks informieren unsere Safaripartner aus Botswana in dieser Woche. In Sambia kostet der Eintritt derzeit 10 US-Dollar. Für Einheimische und Bürger aus den Staaten des südlichen Afrika (SADC) gelten teilweise günstigere Preise.

Victoria-Fälle von der simbabwischen Seite aus gesehen. © Foto: Marco Penzel

Auf der sambischen Seite der Grenze gibt es drei Aussichtspunkte. Von dort schaut man von der Seite in die bis zu 100 Meter tiefe Schlucht. Auf der simbabwischen Seite gibt es insgesamt 17 Aussichtspunkte, die mit einem Wanderweg verbunden sind. Hier steht man der Wasserwand direkt gegenüber.

Die Victoria-Wasserfälle des Sambesi gehören zum Weltnaturerbe der Unesco und gelten als eines der sieben natürlichen Weltwunder.

Uganda-Reise “Schimpansen und Gorillas” mit neuen Terminen

Bloged in Allgemein, Safari, Uganda von Marco Mittwoch Februar 17, 2010

Kronenkraniche, die Wappenvögel Ugandas. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Termine der Uganda-Ruanda-Reise ”Schimpansen und Gorillas” werden ab Mitte des Jahres 2010 um einen Tag vorverlegt. Die Gesamtreisedauer von 15 Tagen bleibt unverändert. Allerdings kommt am Ende eine Hotelübernachtung in Entebbe hinzu, weil der Rückflug nicht mehr nachts, sondern erst am nächsten Tag stattfindet.

Grund für diese Änderungen ist ein neuer Flugplan der Ethiopian Airlines. Die Rückflüge starten jetzt 5.50 Uhr in Entebbe. Nach dem Umsteigen in Addis Abeba geht es per Tagflug zurück nach Deutschland. Ankunft in Frankfurt ist 16.35 Uhr. Weiterhin ist die Bahnfahrt von Frankfurt zu jedem deutschen Bahnhof (Rail&Fly) im Reisepreis enthalten. Reisegäste aus weiter entfernten Orten sollten aber überprüfen, ob Sie mit Abfahrt ab Frankfurt nach 17 Uhr Ihren Heimatbahnhof noch am gleichen Abend erreichen können.

Die zusätzliche Hotelübernachtung und der nächtliche Flughafentransfer sorgen für höhere Kosten. Der Veranstalter übernimmt einen Teil davon und gibt den anderen Teil an die Kunden weiter. So erhöht sich der Reisepreis um 30 Euro pro Person (Standard-Unterkünfte) und 50 Euro pro Person (Komfort-Upgrade).

Die neuen Reisedaten und Preise der Uganda-Reise finden Sie hier auf unserer Website.

Wir von Outback Africa bitten gemeinsam mit unserem Partnerveranstalter unsere Kunden um Verständnis für diese Änderung gegenüber der Katalogausschreibung. Der Anlaß dafür liegt außerhalb unserer Einflußmöglichkeiten. Wir sind jedoch der Meinung, dass es uns gelungen ist, den Ablauf der Reise im Wesentlichen und ihren Charakter vollständig beizubehalten.

Neuer Flughafen Durban wird nach King Shaka benannt

Bloged in Allgemein, Südafrika von Marco Dienstag Januar 26, 2010

Der kriegerische Zulu-König Shaka kommt zu neuen Ehren. Durbans neuer Flughafen nahe La Mercy im Norden der Stadt wird die offizielle Bezeichnung „King Shaka International Airport“ tragen. Der südafrikanische Rat für geographische Bezeichnungen bestätigte diesen Namen während seiner ersten Tagung im neuen Jahr, berichtet das südafrikanische Fremdenverkehrsamt. Wenn der neue Flughafen im Mai 2010 seinen Betrieb aufnimmt, wird der bestehende Flughafen geschlossen. Dort soll am 30. April die letzte Linienmaschine landen. Am nächsten Tag beginnt der gesamte Flugbetrieb vom neuen King Shaka International Airport aus. Lediglich während der Fußball-Weltmeisterschaft soll der alte Flughafen letztmalig in Notfällen und als zusätzliche Abstellfläche für Flugzeuge genutzt werden.

Afrika-Vorträge im Urlaubskino der Reisemesse CMT 2010

Bloged in Allgemein, Safari von Marco Mittwoch Januar 13, 2010

Outback Africa ist auf der Stuttgarter Reisemesse CMT vom 16. bis 24. Januar 2010 wieder mit einem eigenen Stand vertreten. Sie finden und an gleicher Stelle wie im vergangenen Jahr: Halle 4, Stand A31. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und laden Sie gern zu einem Gläschen Amarula ein.

Erstmals zeigen wir Multivisionsvorträge im Urlaubskino der CMT im ICS (Halle 2):

Sonntag, 17.01.2010, im Vortragsraum ICS C 7.2
15.00-15.45 Uhr Von Kapstadt zu den Victoria-Fällen (Marco Penzel)
16.00-16.45 Uhr Botswana: Zwischen Okavango, Chobe und Kalahari (Heiko Genzmer)

Samstag, 23.01.2010, im Vortragsraum ICS C 6.2
14.30-15.15 Uhr Von Kapstadt zu den Victoria-Fällen (Marco Penzel)
15.30-16.15 Uhr Botswana: Zwischen Okavango, Chobe und Kalahari (Heiko Genzmer)

Heiko Genzmer, der Chef unseres Safaripartners Bush Ways aus Maun, ist übrigens auch am Montag, 18.01.2010, zu Gast an unserem Stand und kann Fragen zu Botswana-Reisen aus erster Hand beantworten.

Tanzania-Reise im Kerzenlicht: Stromausfall auf Zanzibar

Bloged in Allgemein, Safari, Tansania von Marco Dienstag Januar 12, 2010

Auf Zanzibar (Sansibar) gingen die (elektrischen) Lichter aus. Das Seekabel, das die Insel vor der Küste Tansanias mit Energie versorgt, ist beschädigt. Es wird damit gerechnet, daß die Havarie bis in den Februar hinein anhält.

Die Strand-Lodges haben nun eigene Lösungen gefunden, um ihren Service aufrecht zu erhalten.

Rose Geuen, die Gastgeberin der Hakuna Matata Beach Lodge, die Outback-Gäste unter anderem auf der Tanzania-Reise „Von der Serengeti nach Sansibar“ besuchen, schreibt: „Um unseren Gästen weiterhin den gewohnt hohen Standard unserer Lodge bieten zu können, haben wir einen zweiten Generator installiert (Hauptgenerator 50 kVA, zweiter Generator 16 kVA).
Damit können wir einen reibungslosen Ablauf des Tagesgeschäftes auch weiterhin gewährleisten. Gemeldete Wasserengpässe auf der Insel beeinflussen uns ebenfalls nicht, da wir unser Wasser aus einem eigenen Brunnen beziehen.“

Auch die Bahari View Lodge, die zum Beispiel im Programm der Tansania Reise „Sansibar und Selous“ enthalten ist, behilft sich mit Generatoren. Diese laufen einige Stunden jeden Tag und ermöglichen so, zum Beispiel Kühlgeräte und die Wasserpumpen zu betreiben. In den Zimmern liegen Taschenlampen und Kerzen bereit. Weil die Kapazität der Generatoren nicht ausreicht, um die Boiler zu beheizen, ist es leider nicht möglich, heißes Duschwasser zu bereiten. Betreiber Horst Bachmann bittet um Verständnis: „Zum Glück sorgt das heiße Klima der Insel in dieser Jahreszeit dafür, daß man kaum eine heiße Dusche braucht.“ Die Küche beschränkt das Angebot derzeit auf fangfrischen Fisch und vegetarische Gerichte. Wegen des Stromausfalls sei es nicht 100-prozentig sicher, daß das auf der Insel angebotene Fleisch ständig ausreichend gekühlt wurde, erklärt Horst Bachmann. Also verzichte man sicherheitshalber auf Fleisch, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Der Gastgeber appelliert an seine Gäste, die Situation positiv zu nehmen: „In der Bahari View Lodge genießen die Gäste Kerzenlicht-Atmosphäre, kühle Getränke, erfrischende Duschen, delikate frische Meeresfrüchte und eine frische Brise vom Ozean.”

Wie lange der Stromausfall anhalten wird, ist ungewiß. Die USA wollen ein neues Seekabel finanzieren, hat Rose Geuen erfahren. Das Projekt laufe bereits seit anderthalb Jahren und befindet sich derzeit in der Ausschreibungsphase. Als Zwischenlösung habe die Regierung angekündigt, Generatoren aus Norwegen einfliegen zu lassen, um die Grundversorgung zu gewährleisten. Diese Generatoren seien auf dem Weg und sollen Mitte/Ende Februar eintreffen.

Sayari Camp und die Gnus am Mara-Fluß – Reisebericht Tanzania (9)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Marco Dienstag Dezember 22, 2009

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Etwa bei Sonnenuntergang erreichen wir endlich unser Ziel, Sayari. Der Name steht seit Jahren für ein komfortables, mobiles Camp. Nun wurde es noch großzügiger gebaut und erst in diesem Jahr neu eröffnet. Sayari wird seinen Standort nun nicht mehr wechseln, wenngleich viele Elemente eines mobilen Camps erhalten blieben. Die Gebäude sind deutlich größer als die mobilen Zelte von Olakira, aber die Wände bestehen immer noch aus Canvas.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Es gibt einen Pool, der in die Felsen eingelassen ist, und jedes Zimmer hat ein Bad mit freistehender Wanne, von der aus sich ein schöner Blick in die Savanne bietet. Die insgesamt 16 Gästezelte sind verteilt auf zwei Flügel, die jeweils über eine eigene Lounge, einen eigenen Speiseraum und einen eigenen Lagerfeuer-Platz verfügen.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Morgen entscheide ich mich für eine zweistündige Pirschwanderung hinunter zum Mara-Fluß. Julie, die Field Operations Managerin von Asilia, sagt, manchmal könne man auf einer Wanderung beobachten, wie Gnus den Fluß überqueren. Heute leider nicht. Dafür zeigen sich wenigstens Krokodile und Flußpferde im Mara, der jetzt Ende Oktober nicht sehr viel Wasser führt. Später sammelt uns ein Pirschfahrzeug auf. Unterwegs gibt es ein Picknick-Frühstück. Dann fahren wir ein Stück flußabwärts. Am anderen Ufer sammeln sich Gnus. Doch werden sie auch den Fluß überqueren? Und wenn ja, wo? Als sie endlich starten, stehen wir in einem ungünstigen Winkel zur Sonne und recht weit entfernt vom Ort des Geschehens. Gute Fotos sind so nicht möglich. In einer langen Reihe waten die Gnus und ein paar Zebras durchs Wasser. Ein Krokodil liegt nicht weit entfernt daneben, bewegt sich aber nicht. Am Ende bin ich ein bißchen traurig, weil wir nicht in der besten Position standen.

sayari-lunch

Die Pirschfahrt geht weiter in Richtung der großen Plains, den weiten offenen Ebenen. Unterwegs sehen wir eine Löwin, die eines ihrer Jungen im Maul transportiert. Solche Szenen kennt man aus Tierfilmen, in freier Natur habe ich es noch nie gesehen und schon gar nicht fotografieren können. Heute hat es geklappt. Ich bin nicht mehr ganz so traurig. Unter einem einsamen Baum auf einer weiten, offenen Fläche, stehen Stühle im Halbkreis. Kim und Julie erwarten uns hier zum Mittagessen. Hinter dem Buffet ziehen dunkle Regenwolken auf, doch es bleibt trocken.

Gnu-Herden in der Nähe des Sayari Camps, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Nach dem Essen wollen einige Kollegen zurück zum Camp und Relaxen. Ich entscheide mich für das zweite Auto, das die Pirschfahrt fortsetzt. Wir fahren durch riesige Gnuherden. Die Landschaft ist im 360 ° Umkreis übersät von dunklen Punkten. Allerdings stehen und gehen die Tiere in einigem Abstand zueinander. So ist der Massen-Eindruck schwer in einem Foto einzufangen. Deshalb wollen wohl alle auch die Flußüberquerungen sehen, wenn sich tausende Tiere dicht an dicht drängen. Am Nachmittag erwischt uns ein kurzer, aber ziemlich heftiger Regenschauer. In einem offenen Pirschfahrzeug, das nur über ein Schatten- bzw. Regendach verfügt, kann das ziemlich unangenehm werden. Zum Glück gibt es warme Decken und Regenponchos an Bord. Unser Guide sagt, es sei der erste richtige Regen in dieser kleinen Regenzeit, die man hier „short rains“ nennt. Auch bei unserer Rückkehr ins Camp gegen 17.30 Uhr gibt es wieder einen Schauer. Nach dem Abendessen sitzen wir dann draußen am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel. Julie erzählt, daß es hier bis vor wenigen Jahren noch große Probleme mit Wilderei gab. Auch heute seien diese noch nicht ausgestanden. Die Ranger-Station in der Nähe des Camps ist mit hohen Mauern gesichert. Dort werden gerade weitere Ranger ausgebildet, um die Nashörner zu schützen, die demnächst von Südafrika hierher gebracht werden sollen. Die Südafrikaner machen ein nachhaltiges Vorgehen gegen Wilderei zur Bedingung, bevor sie die vom Aussterben bedrohten Dickhäuter zur Verfügung stellen. Auch Sayari selbst spielt in dem Naturschutz-Konzept eine wichtige Rolle. Menschen aus den nächstgelegenen Dörfern hinter der Nationalparkgrenze finden hier dauerhaft Arbeit. Das Einkommen ist endlich eine Alternative zur Wilderei.

Sayari Camp, Mara-Fluß/Nördliche Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Pirschfahrt am letzten Morgen startet kurz nach Sonnenaufgang, 6.30 Uhr. Einige aus unserer Gruppe unternehmen heute die Wanderung, andere wollen ausschlafen. Nur Jeffrey und ich wollen die zweite Chance nutzen, noch ein „River Crossing“, also die Flußüberquerung, einer Gnu-Herde zu erleben. Offenbar wegen des gestrigen Regens scheinen die Tiere Wanderlust bekommen zu haben. Am gegenüberliegenden nördlichen Ufer haben sich viel größere Herden versammelt als gestern. Wir suchen nach einem Platz, von dem aus man mehre Stellen überblicken kann, an denen die Tiere die Querung wagen. Einige Tiere stehen am Steilufer und schauen unsicher herüber. Andere wandern flußabwärts. Sammeln sie sich etwa da unten? Dann kehrt eine lange Gnu-Reihe wieder zurück. Es gibt flache Uferstellen, an denen es leicht sein sollte, den Fluß zu überwinden. Doch gerade diese Plätze meiden die scheuen Tiere oft, erzählt unser Guide.

Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Eine verläßliche Prognose kann auch er nicht abgeben. Er sagt nur, wenn die ersten Gnus sicher auf der anderen Seite angekommen sind, dann drängen immer mehr nach und das Zögern ist vergessen. Herdentrieb eben. Und dann erzählt er noch, daß hier oben am Mara-Fluß von Juli bis Oktober täglich Crossings stattfinden können, in beide Richtungen. Es hänge ganz davon ab, wo die Tiere gerade mehr Futter vermuten. Spätestens im November ziehen die großen Herden aber in die südliche Serengeti. Danach, im Januar und Februar, ist für sie persönlich die schönste Zeit hier oben, hat Julie uns gestern erzählt. Die wandernden Herden sind dann zwar nicht mehr hier, aber viele Raub- und Weidetiere wandern nicht mit. Und es seien fast gar keine Menschen mehr hier. Aber auch heute Morgen treffen wir nur ein einziges anderes Fahrzeug am Flußufer.

Zwergbienenfresse, im Hintergrund Gnus vor der Überquerung des Mara-Flusses in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gegen 9 Uhr habe ich die Hoffnung langsam aufgegeben, daß heute noch etwas passiert; jedenfalls bevor wir um 10 Uhr an der Landebahn sein müssen, wo unser Flugzeug Richtung Sansibar abhebt. Dann plötzlich, so gegen 9.15 Uhr, geht es los. Wir setzen etwas zurück, weil die Vorhut der Gnus in der Flußmitte stehen bleibt und zögert. Hat unser Autos sie irritiert? Dann laufen sie weiter, in unsere Richtung. Die ersten Gnus springen direkt vor unserem Auto über die steile Uferkante. Nach einer kurzen Pause sucht sich die Herde eine Ausstiegsstelle ein paar Meter weiter flußabwärts. Manchmal sieht man einen Kopf über die Kante herauskommen, doch das Tier schafft es nicht, sich mit den Vorderhufen festzuhalten und stürzt wieder zurück. Die Gnus und ein paar Zebras gehen diesmal nicht in einer Reihe, sondern in einer richtig breiten Formation durchs Wasser. Am Hang gegenüber drängen immer neue Tiere nach. Es ist das klassische Motiv, und wir sind mitten drin! Das Spektakel dauert etwas mehr als eine halbe Stunde – perfekt für den Abflugtermin. In dieser Zeit müssen mehrere Tausend Tiere an uns vorbeigezogen sein. Die Eindrücke werde ich wohl erst endgültig verarbeiten können, wenn ich die Fotos auf einem großen Bildschirm sehe, doch der erste Blick auf den Kameramonitor ist vielversprechend.

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus und Zebras überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

River Crossing: Gnus überqueren den Mara-Fluß in der nördlichen Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

© Fotos: Marco Penzel

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Via Bilila Kempinski in den Norden der Serengeti – Reisebericht Tanzania (8)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Marco Dienstag Dezember 22, 2009

Am nächsten Morgen brechen wir schon gegen 7 Uhr auf. Die direkte Fahrt vom Süden in den hohen Norden der Serengeti würde vier bis fünf Stunden dauern. Wir werden erst gegen 18 Uhr eintreffen, da wir uns unterwegs noch mehrere Lodges ansehen wollen. Der erste Stopp ist im Serengeti Medium Camp, einem kleinen, einfacheren Mobile Tented Camp, das genau wie Olakira seinen Standort je nach Saison wechselt. Jedes der zehn Hauszelte ist mit Betten sowie eigener Dusche und WC ausgestattet.

Serengeti Medium Camp © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

In der Seronera Region sehen wir eine Gruppe von 28 Löwen, außerdem insgesamt dreimal einen Leoparden. Derjenige, der am besten zu fotografieren ist, klettert gerade durch die Krone eines recht hohen Baumes, der nicht weit entfernt von der Straße steht. Doch es ist die Hauptstraße. Hier in der zentralen Serengeti gibt es so viele Lodges und damit entsprechend viele Pirschfahrzeuge, daß sich schnelle mehr als 20 Autos angesammelt haben. Für Ajub ist es gar nicht einfach, unseren Wagen aus diesem Stau heraus zu manövrieren.

Leopard als Stau-Ursache in Seronera, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Gegen Mittag erreichen wir die Bilila Lodge Kempinski. Das ausgedehnte 70-Zimmer-Hotel wurde erst im Juli 2009 eröffnet. Es liegt im trockenen Niemandsland, etwa 45 Fahrminuten von der tierreichen Seronera-Region entfernt. Seit es hier wegen der Lodge Wasser gibt, findet auch Großwild den Weg in diese Gegend. Als wir von der Lobby aus auf den Swimming-Pool blicken, steht gerade eine Gruppe Elefanten am Wasserloch gleich unterhalb des Pools.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Presidential Suite hat ein eigenes Wasserloch zur Tierbeobachtung vor den großen Fensterfronten, einen privaten Pool (einen richtigen Pool, nicht nur ein Planschbecken), mehrere Schlafzimmer und Bäder. Auch die Räumlichkeiten der nächst günstigeren Zimmerkategorie „Corner Suite“ erstrecken sich noch über zwei Etagen, haben einen privaten Plunge-Pool mit Blick in die Savanne, zwei große Flachbildfernseher (einen im Wohnzimmer, einen im Schlafzimmer) und natürlich einen separaten Ankleideraum. Daß hier Hotelservice auf höchstem Niveau geboten wird, bezweifle ich nicht.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Wer sich in den Metropolen der Welt am liebsten in Kempinski-Kissen legt, der macht auch in Bilila nichts verkehrt. Die Zimmerkapazitäten reichen aus, um einen ganzen Konzernvorstand samt Kunden und Ehepartnern zu einem schicken Geschäftstreffen einzuladen. Aber wo soll in diesen kühlen Mauern das Safari-Feeling herkommen? Von den großen Gemälden mit Zebramotiven an den Wänden? Mir wäre da ein kleineres, traditionelles Safaricamp lieber. Es darf ja ruhig komfortabel sein. Aber für mich sollte es ein Camp sein, kein Hotel.

Bilila Lodge Kempinski, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Weiter geht es auf dem Weg nach Norden. Um Zeit zu sparen, leeren wir unsere Picknick-Boxen während der Fahrt im Auto. Dann halten wir noch im Mbuzi Mawe Tented Camp. Es gehört zur Serena Gruppe, die eine Reihe größerer Lodges der gehobenen Mittelklasse betreibt. Als Tented Camp ist Mbuzi Mawe in dieser Familie eine Ausnahme. Mit 16 Hauszelten ist es auch deutlich kleiner als die meisten anderen Serena-Lodges. Das Camp ist im Gegensatz etwa zu Olakira oder Serengeti Medium nicht mobil. Die Hauszelte stehen auf festen Beton-Fundamenten. Sie sind komfortabel ausgestattet und versprechen doch ein direkteres Busch-Erlebnis als ein Hotelzimmer mit gemauerten Wänden.

Mbuzi Mawe Tented Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Die Lage im nördlichen Teil der zentralen Serengeti ist ebenfalls interessant, denn von hier aus sind viele tierreiche Gegenden erreichbar, etwa Lobo, Seronera und Grumeti. Je nachdem, wo sich die großen Herden und andere Tiere gerade aufhalten, kann man die Pirschfahrten in verschiedene Richtungen planen.

Unterwegs im einsamen Norden des Serengeti Nationalparks. © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Je weiter wir nach Norden kommen, desto seltener begegnen uns andere Autos. Es ist zwar erst wenige Stunden her, daß wir in Seronera im Stau standen, aber der Massentourismus ist nun bereits weit entfernt. Wir fahren durch einsame Hochebenen, zwischen den Baumgruppen entdecken wir Giraffen und Elefanten. Die Nachmittagssonne taucht die Landschaft in ein wunderbares Licht. Aber immer öfter werden die Sonnenstrahlen von Wolken verdeckt. Als wir 15 Minuten vor dem Ziel, dem Sayari Camp, noch kurz im Serengeti Safari Camp von Nomad Tanzania Station machen, beginnt es zu regnen. Wir treffen hier einen Nomad-Mitarbeiter, der für die Neubaupläne verantwortlich ist. Das derzeitige Camp ist noch mobil, wird im Dezember den Gnu-Herden in die südliche Serengeti folgen. Doch Nomad will hier oben in der Nähe des Mara Flusses bis 2011 eine permanente Lodge errichten. Es wäre die zweite nach Sayari.

Serengeti Safari Camp © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

Olakira und Serengeti Sopa Lodge – Reisebericht Tanzania (7)

Bloged in Allgemein, Reiseberichte, Safari, Tansania von Marco Dienstag Dezember 22, 2009

Olakira Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am frühen Nachmittag brechen wir auf in die Serengeti. Über den weiten offenen Flächen hier im Süden des Nationalparks türmen sich dunkle Wolken auf, darunter brechen aber immer noch Sonnenstrahlen hervor. An einigen Stellen zeugen Splitthaufen von Straßenbauarbeiten, doch lange Strecken sind immer noch eine schlimme Waschbrettpiste. Vor zwei Jahren kam ich auf dem Weg zum Ruaha Nationalpark am Steuer eines Land Rovers mächtig ins Schwitzen, weil ich das Auto auf diesen tückischen Querrillen kaum gerade halten konnte. Heute bin ich heilfroh, daß Ajub uns hier sicher chauffiert. Nach etwa drei Stunden biegen wir zum Olakira Camp ab, das derzeit am Fuße einer Bergkette in der Nähe der Moru Kopjes steht. Kurz vor dem Camp entdecken wir einen toten Büffel, und bald auch die Löwen, die sich daneben im Gras verstecken. Wir schauen ihnen noch eine Weile zu. Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit fahren wir zum Olakira Camp. Es ist etwas schicker als Oliver’s. Die acht Hauszelte sind sehr groß, das Badezimmer wirkt nicht ganz so rustikal. Hier gibt es ein normales Spül-Klosett, in Olivers war es eine Chemie-Toilette.

Olakira Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Und dennoch ist das Camp mobil. Der Manager erklärt uns, daß es in wenigen Tagen abgebaut und nach Ndutu verlegt wird, wo sich bald die großen Gnu-Herden sammeln werden. Dann darf auf dem alten Standort nichts mehr an das Camp erinnern, so verlangen es die strengen Auflagen der Nationalparkverwaltung.

Hyänen in der Nähe des Olakira Camps, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am nächsten Morgen fahren wir nach einem Kaffee und ein paar Keksen gleich wieder zu dem Büffel-Kadaver. Ein großer Löwe hat sich dazu gesellt, den haben wir am Abend vom Lagerfeuer aus gut hören können. Und außerdem haben die Löwen Konkurrenz von mehreren Hyänen und einem Schakal bekommen. Alle holen sich nach und nach ihren Anteil. Die Hyänen kämpfen um jeden Fetzen. Lange sehen wir uns diese spannenden Szenen an, dann drehen wir noch eine kleine Runde und sehen die Büffelherde, die gestern eines ihrer Mitglieder verloren hat. Als wir umkehren und zum Frühstück zurück fahren, kommen uns eine ganze Reihe von Safarifahrzeugen entgegen, die alle am Büffel-Riß halten und einen Pulk bilden. In den Autos sitzen Gäste der Sopa Lodge. Sie starteten erst nach dem Frühstück und sind deutlich später dran als wir. Ajub sagt, daß es in den großen Lodges nicht so einfach ist, seinem eigenen Zeitplan zu folgen. Auch wenn Gäste und Fahrer früher starten wollten, sie müssen eben erst auf die Küche warten. In Olakira richtet man sich mit dem Essen nach den Wünschen der Gäste – und nach den Gelegenheiten zur Tierbeobachtung.

Frühstück im Olakira Camp, Serengeti © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Mittags sehen wir uns die Serengeti Sopa Lodge dann an. Sie liegt sehr schön an einem Berghang mit Blick über die Serengeti. Sie ist mit 73 Zimmern wiederum recht groß, macht aber qualitativ einen guten Eindruck. Und auch das Mittagessen, das wir hier von aufmerksamen Kellnern serviert bekommen, ist lecker und steht dem im feinen The Manor nicht nach.

Serengeti Sopa Lodge © Foto: Marco Penzel | Outback Africa Erlebnisreisen

Am Nachmittag erreicht uns an den Felskugeln der Moru Kopjes der erste Regenschauer. Danach sehen wir in dieser Gegend noch vier Nashörner auf einmal. Sie sind allerdings weit entfernt und nur mit dem Fernglas zu erkennen. Zum Abendessen werden in Olakira Tische und Stühle nicht im Speisezelt, sondern etwas abseits draußen im Busch aufgestellt, beleuchtet nur durch Petroleumlampen.

Dieser Reisebericht entstand auf einer Lodge-Inspektionsreise Ende Oktober 2009. Einen Vorschlag für eine Safari mit einigen der hier beschriebenen Camps finden Sie hier bei Outback Africa Erlebnisreisen.

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