Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Mufindi, 18.08.2014
Aus der kargen, bergigen Landschaft unter uns leuchten blaue Seen und hellgrüne Teefelder hervor. Die Cessna setzt zur Landung an. Eine gute Stunde hat der Flug von Selous hierher gedauert, mit dem Auto hätten wir einen ganzen Tag gebraucht. Das kleine Flugzeug landet auf einer Graspiste. Unsere Gastgeberin Jeanie erwartet uns bereits. Die sympathische Frau mit den langen lockigen Haaren und den hellblauen Augen lädt neben uns noch einen Haufen leerer Kühlboxen in den Allradwagen. Sie betreibt mit ihrem Mann Alex Fox und ihren Schwiegereltern Geoff und Vicky Fox die Mufindi Highlands Lodge, unser Ziel für die nächsten zwei Tage. Hier im südlichen Hochland Tansanias, zwischen Iringa und Mbeya, hat die Familie Fox ihre Basis. Die Foxes betreiben eine Reihe Safari-Lodges und Camps im Süden Tansanias, die wir seit Jahren im Programm haben: das Rufiji River Camp im Selous Wildreservat, die Ruaha River Lodge im Ruaha Nationalpark und weitere Camps in Mikumi, in Katavi und an der Küste. Und die frischen Lebensmittel, die in den Safari-Lodges gebraucht werden, kommen zum großen Teil aus Mufindi. Mit uns kehrt also ein Teil der Lebensmittelkisten leer zurück. Jeanie wird sie neu befüllen und mit den Buschfliegern von Safari Airlink, der Flug-Sparte der Foxes, wieder in die Camps bringen.

Mufindi ist keine klassische Safari-Lodge. Jemand, der auf seiner Tansania-Reise nur Großwild sehen will, wird hier nicht herkommen. Aber wer das Leben einer britischen Farmerfamilie, die Arbeit auf einem großen Hof unter afrikanischen Bedingungen und das soziale Engagement der Foxes kennenlernen möchte, der kann hier seine Safari für ein paar Tage auf höchst interessante Weise unterbrechen. So wie wir. Jeanies Kinder haben Schulferien. Die Zwillinge James und David, beide 12, gehen auf ein Internat in Kenia, der 16-jährige Sohn Michael auf ein Internat in London. Die zwei Monate Sommerferien, die sie gemeinsam auf der Farm ihrer Eltern und Großeltern verbringen, sind eigentlich Winterferien. Hier auf etwa 1800 Metern zeigt das Thermometer nur 14 Grad, am Morgen sind die Temperaturen einstellig. Jeanie trägt einen Wollpullover, wir holen die langärmeligen Pullis und Fleecejacken aus dem Gepäck. In unserer gemütlichen Blockhütte ist genug Platz für uns vier. Für die Kinder gibt es ein solides Etagenbett. Das große Bad bietet Dusche, Badewanne und zwei Waschbecken. Alles ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber liebevoll eingerichtet und mit frischen Blumen dekoriert. Wir haben sogar eine Terrasse und einen Vorgarten mit kurzgeschnittenem Gras und blühenden Blumenstauden. Weitere zehn Hütten gibt es auf dem großen Gelände, die meisten für zwei Personen und ohne Badewanne, aber alle mit schönem Blick von der Anhöhe herab in die Weite der südtansanischen Berglandschaft.

Elise möchte reiten, Simon angeln. Da das Reiten nur vormittags angeboten wird, gehen wir gleich am Ankunftstag auf Fischfang. Mufindi, auch als Fishing Lodge bekannt, hat drei Forellenteiche. Ein kurzer Wanderweg führt von der Lodge durch einen Pinienwald hinunter zum ersten der drei Teiche. Am Ufer liegt ein Boot, Jeanie und James bringen Paddel, Angel und Haken mit. Los geht’s. Der sonnige, aber kühle Nachmittag wirkt wie ein schöner Herbsttag. Am Ufer blühen Seerosen in großen Teppichen, es ist friedlich und still. Jeanie hilft Simon, die Angel auszuwerfen. Gar nicht lange, und es zappelt eine Forelle daran. Dann kommt Elise an die Reihe. Während sie geduldig auf ihren ersten Fang wartet, verheddert sich beim Aufwickeln die Leine von Simons Angel. Jeanie und James wollen helfen, und dann passiert es. Eine falsche Bewegung, und der Angelhaken mit dem gemeinen kleinen Widerhaken steckt in Simons Hand. Die ganze Familie Fox kümmert sich rührend um den kleinen Patienten. Als nach gut zwei Stunden und einer kleinen Operation mit Betäubung und Skalpell (die lokale Krankenschwester ist eigentlich Hebamme) der Haken erfolgreich wieder aus der Hand entfernt ist, verspricht “Opa” Geoff Fox Simon für den nächsten Tag eine Runde auf seinem Quadbike. Strahlende Gesichter am nächsten Morgen, als Simon mit verbundener Hand glücklich am Steuer des Quadbikes sitzt und seine Schwester ebenso glücklich auf dem Rücken eines Pferdes.

Warum aber kommt man noch nach Mufindi, außer zum Herumtollen in blühenden Gärten, zum Wandern durch malerische Berglandschaften, zum Angeln, zum Reiten, zum Versorgen der Lämmchen, zum Erdbeerpflücken, zum Genießen von Jeanies gutem Essen frisch von der Farm oder um ein neugeborenes Kälbchen zu besuchen und ihm einen Namen zu geben? Sicherlich um das zu sehen, wofür die Foxes eigentlich hier sind, ihre Projektarbeit mit den Menschen in den Nachbardörfern. Geoff und Vicky Fox haben hier in Mufindi schon vor vielen Jahren ein Waisenhaus, einen Kindergarten, eine Schule, ein Krankenhaus und ein Aids-Projekt ins Leben gerufen. Die Menschen, die in großer Armut fern von Städten oder Versorgungszentren leben, liegen ihnen besonders am Herzen.

Geoff und Vicky sprechen fließend Swahili, genau wie Sohn Alex und Schwiegertochter Jeanie. So finden sie Zugang zu den Menschen, können sie zur Mitarbeit bewegen. Aus kleinen Schritten werden Erfolge, diese sprechen sich herum. Immer mehr Dörfer aus der Umgebung schicken ihre schutzbedürftigen oder zu Waisen gewordenen Kinder in die Einrichtungen der Foxes, wo sie Unterkunft und Nahrung, Unterricht und Liebe bekommen. Im Gegenzug haben die dankbaren Dorfbewohner den Foxes weitere Ländereien geschenkt, auf denen sie Landwirtschaft betreiben dürfen. Wir besuchen die NGO (Non Government Organization) der Foxes, die nur gute zehn Fahrminuten von der Lodge entfernt liegt. Amari aus den USA, eine von mehreren Freiwilligen aus der ganzen Welt, führt uns strahlend und mit leuchtenden Augen von einem Haus zum nächsten. Sie ist seit einem halben Jahr hier und wird wohl noch ein weiteres Jahr bleiben.

Wir werfen einen Blick in den Kindergarten, schauen den Kleinen beim Frühstück zu und den etwas Größeren beim Spielen und Lernen. Wir sehen die Unterkünfte und Schlafräume der Kinder und die liebevoll gestalteten Aufenthaltsräume. Wir begrüßen die tansanischen Ersatzmuttis, die jeweils mit 12 bis 15 Kindern in einem Haus wohnen, schauen beim Kochen und Waschen zu und erfahren, dass die Jugendlichen hier auch schon für künftige Berufe angelernt werden, so wird ihnen zum Beispiel das Nähen beigebracht. Im Haus der Krippenkinder hätte ich bleiben können. Eins der Kinder, das gerade erst laufen gelernt hat, kommt neugierig auf mich zugewackelt und lässt sich ohne Scheu in die Arme nehmen. Strahlende Gesichter auf allen Seiten. Die Kleinen tragen gebrauchte Sachen, Kleiderspenden aus reichen Industrienationen wie Deutschland, die hier auf den Märkten für ein paar Cent verkauft werden. Jeanie kauft sie an Markttagen gleich säckeweise ein. Ein paar Teppiche sind auf dem Boden ausgelegt, dazwischen sitzen die Krabbelkinder auf dem kalten Steinfußboden. Kinder, die keine Verwandten mehr haben oder nur solche, die sich nicht um sie kümmern oder sie nicht ernähren können. Das Erlebnis geht unter die Haut. Ich kann verstehen, dass die Freiwilligen hier gern sind, die Hilfe von Mensch zu Mensch kommt an und öffnet Herzen.

Im Kindergarten haben die Kinder nun Pause und dürfen raus. Auf dem Spielplatz fliegen die Bälle hoch. Simon hat einen Fußball verschenkt, ich ein paar Tennisbälle, das sorgt für große Freude. Neben gutem, haltbarem Spielzeug und Kleidung, Schreib- und Malsachen sind Geldspenden auf das Konto der NGO die sinnvollsten Geschenke. Wir schauen den Kindern noch eine ganze Weile zu, dann ist es Zeit zum Aufbruch. Was wird aus diesen Kindern, wenn sie groß sind? Werden sie es einmal besser haben als ihre Eltern in den Dörfern? Werden sie ein bisschen Geld verdienen und ihre Familien ernähren können, werden sie gesund bleiben und ihre eigenen Kinder selbst erziehen können? Wir hoffen es und wünschen dem Lebenswerk der Foxes weiterhin viel Erfolg.

HWorld-Rhino-Day-Postereute ist World Rhino Day, also der Welt-Nashorn-Tag oder Tag des Nashorns. Dieser Tag wurde 2010 vom World Wildlife Fund (WWF) ausgerufen, um auf die Gefährdung der fünf noch existierenden Nashornarten aufmerksam zu machen. An vielen Orten der Welt finden heute Aktionen, Vorträge und Veranstaltungen und Spendenaktionen für den Schutz der Nashörner statt.

Wie bereits mehrfach berichtet, werden viele Nashörner grausam getötet, weil der asiatische Markt nach dem Horn der Nashörner giert, das angeblich heilende Kräfte hat.

Bisher hat der Aktionstag leider noch keine wirklich sichtbaren Erfolge gebracht. Trotzdem ist es wichtig, das Schickal der gefährdeten Arten regelmäßig wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Allein in Südafrika wurden im vergangenen Jahr über 1000 Nashörner gewildert, im laufenden Jahr wird eine ähnliche Zahl erreicht. Damit ist die Zahl seit 2010 von rund 350 Tieren auf das 3 1/2-fache gestiegen. Tierschützer haben berechnet, dass bei einem weiteren Anstieg der Wilderei die Nashörner 2021 ausgerottet sein könnten.

Sie wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie die Population immer weiter schrumpft. Dafür geht man ungewöhnliche Wege. Ein spannendes Projekt ist für 2015 geplant. 100 Nashörner sollen von der Provinz KwaZuluNatal, wo es besonders viel Wilderei gibt, in das geschützte Okavango-Delta in Botswana umgesiedelt werden. Im Jahr 2013 ist ein Testlauf mit sechs Nashörnern erfolgreich verlaufen, auch wenn es ein immenser Aufwand ist, die Nashörner über Hunderte von Kilometern weit in die neue, sichere Heimat zu bringen.

Breitmaulnahörner im Phinda Game Reserve © Foto: &Beyond

Breitmaulnahörner im Phinda Game Reserve © Foto: &Beyond

Verantwortlich ist die Organisation “Rhinos without Borders”, in der als Hauptinitiatoren die beiden Safari- und Lodgeunternehmen Great Plains Conservation und &Beyond fungieren, die in verschiedenen afrikanischen Ländern Lodges und Camps betreiben und Safarireisen anbieten. 8 Millionen Dollar sollen bis 2015 gesammelt werden. Ein Teil davon wird für das Umsiedlungsprojekt verwendet, der Rest fließt in Schutz- und Anti-Wildereiprogramme, denn die 100 umgesiedelten Nashörner sind nur ein kleiner Teil der in Südafrika lebenden, potentiell gefährdeten Rhinos. Geplant sind außerdem weitere Aufklärungskampagnen an Schulen und in den Dörfern bei den Menschen, die nahe mit den Nashörnern leben und sie oft aus der Armut heraus wildern, um schnelles Geld zu verdienen.

Great Plains Conservation will für das Projekt alle Einnahmen der Camps zwischen 1. November 2014 und 31.Mai 2015 spenden, &Beyond rührt mit Mailings fleißig die Werbetrommel und bietet großzügigen Sponsoren kostenlose Aufenthalte in den Luxuscamps in Südafrika und Botwana an. Auch Außenwerbung während der Filmaufnahmen, die dieses Projekt begleiten, ist im Angebot.

Rhino-Transport © Foto: &Beyond

Rhino-Transport © Foto: &Beyond

Vielleicht haben die meisten von uns keinen fünf- bis sechsstelligen Betrag zum Spenden zur Verfügung, aber auch eine kleine Spende an eine Tierschutzorganisation wie den WWF oder die Deutsche Zoologische Gesellschaft oder das Weiterverbreiten der Informationen über die sozialen Netzwerke können etwas bewegen.

Weitere Informationen gibt es hier bei Rhinos without Borders sowie auf den Blogs von &Beyond und Great Plains Conservation.

 

 

Entfernungen vom Ebola-Ausbruch

Entfernungen vom Ebola-Ausbruch

Der bislang größte Ebola-Ausbruch in Westafrika ist dramatisch für die betroffenen Menschen. In Guinea, Sierra Leone und Liberia ist die Lage kritisch. Es fehlt dort an allem, besonders am Wissen, wie der Krankheit begegnet werden kann, an hygienischen Grundlagen, an Ärzten und medizinischen Einrichtungen.

Als Spezialist für Safaris im südlichen und östlichen Afrika verfolgen wir bei Outback Africa Erlebnisreisen die Entwicklung rund um den Ebola-Ausbruch aufmerksam und mit Betroffenheit. Allerdings sehen wir in den Ereignissen in Westafrika keinen Grund, der gegen Reisen ins südliche und östliche Afrika spricht.

Oft werden die geografischen Dimensionen verkannt. Afrika ist ein großer Kontinent. Die Karte oben soll die Entfernungen verdeutlichen. Aussagen über Westafrika gelten nicht automatisch auch für Süd- oder Ostafrika. So liegt zum Beispiel Spanien, das beliebte Urlaubsland der Deutschen, näher am Ebola-Brennpunkt als die Safariziele in Kenia, Tansania oder Botswana. Die Länder in Süd- und Ostafrika haben diverse Vorkehrungen ergriffen und auch ihre Einreisevorschriften für Reisende aus Westafrika verschärft.

Dies sind Vorsichtsmaßnahmen. In keinem der Länder aus dem Programm von Outback Africa Erlebnisreisen sind bisher Ebola-Fälle aufgetreten. Es wird auch nicht damit gerechnet. Gern beantworten Ihre Fragen in Bezug auf unsere Reisen unter Telefon 037437/5388-0.

Insgesamt schätzen Fachleute das Ansteckungsrisiko im normalen Reiseverkehr als sehr gering ein. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärt: „Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Kontakt zu Körperflüssigkeiten Erkrankter oder Verstorbener. Ein Ansteckungsrisiko besteht daher insbesondere für die lokale Bevölkerung mit sehr engem Kontakt zu symptomatisch Erkrankten oder an Ebola Verstorbenen (Beerdigungsrituale). Daneben besteht ein hohes Übertragungsrisiko im Rahmen der Patientenversorgung für Mitarbeiter des Gesundheitswesens. Ohne solche engen Kontakte zu Erkrankten oder Verstorbenen ist das Übertragungsrisiko als sehr gering einzuschätzen.“

Weitere Informationen zum Thema Ebola hat der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes hier zusammengefasst: Merkblatt Ebola.

Eine Erklärung des Robert-Koch-Instituts finden Sie hier: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Kurzinformation_Ebola_in_Westafrika.html

Stand dieser Informationen: September 2014

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