Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Ishasha, 6. Mai 2015

Gleich nach dem Mittagessen brechen wir zu einer Pirschfahrt in den südlichen Teil des Queen Elizabeth Nationalparks auf, den Ishasha-Sektor. Normalerweise ist die Mittagszeit die am wenigsten spannende Zeit für Pirschfahrten. Die Tiere sind dann nicht aktiv, verstecken sich irgendwo im Schatten. Wir fahren trotzdem. Erstens, weil wir nicht im Urlaub sondern auf Info-Reise sind und deshalb nicht so viel Zeit haben. Zweitens ist es bewölkt und nicht zu heiß. Und drittens sind wir in Ishasha. Die Löwen hier sind dafür bekannt, dass sie ihren Mittagsschlaf nicht irgendwo unsichtbar im Gebüsch verbringen, sondern auf die ausladenden Äste der Feigenbäume klettern, um dort zu dösen. Man muss also nur die Bäume ansteuern und die Äste absuchen. Etwa eine Stunde fahren wir ergebnislos von Baum zu Baum, wollen die Suche schon fast aufgeben. Dann erhalten wir den entscheidenden Tipp von einem anderen Fahrer. Dank diesem bekommen wir doch noch unsere baumkletternden Löwen zu Gesicht. Bei der Suche sind wir übrigens auch noch diversen Antilopen und einigen Elefanten begegnet. Nur als wir an dem Hyänen-Bau vorbeikommen, von dem uns der Manager des Ishasha Wilderness Camps berichtet hat, haben wir Pech. Niemand zu Hause heute.

Die Sonne steht schon tief, wir sind auf dem Heimweg. Da treffen wir Winnie und Rian. Sie sind im offenen Pirschfahrzeug des Ishasha Wilderness Camps unterwegs und bedeuten uns, ihnen zu folgen. Sie halten unter einem Akazienbaum, umgeben von goldbraunem Savannengras. Hier draußen haben die Kellner des Camps einen weiß gedeckten Tisch aufgebaut, auf dem kühle Getränke, frisch gebackene Chips, Häppchen und Erdnüsse bereitstehen. Safaristühle sind im Halbrund um ein Lagerfeuer gruppiert. Wir stoßen an und genießen den Sundowner. Als das Licht schon so schwach ist, dass kein Foto mehr gelingen will, werden wir von mehreren Hyänen umkreist. Sie wagen sich immer näher, bis einer der Ranger sie mit lautem Klopfen auf Abstand hält. Bald schleichen sie nochmals heran, sind in der hereinbrechenden Nacht nur noch als Schatten zu erahnen.

Wer die Wildnis Ishashas so hautnah auch bei Sonnenauf- oder -untergang erleben will, hat zwei Möglichkeiten für die Übernachtung. Entweder einfaches Camping am von Hippos bevölkerten Grenzfluss zum Kongo. Das hatte ich vor neun Jahren erlebt und erinnere mich heute noch gern daran. Oder das Ishasha Wilderness Camp. Es ist die einzige permanente Lodge innerhalb dieses Teils des Queen Elizabeth Nationalparks. Sie gehört zur gehobenen Kategorie und verwöhnt ihre Gäste auch mit solchen Sundowner-Abenden oder einem Frühstück draußen im Busch.

Diesmal wohnen wir in den großzügigen Zeltchalets des Ishasha Wilderness Camps am Fluss Ntungwe. Noch vor Tagesanbruch werde ich von einem Kellner mit einem vorsichtigen „knock, knock“ geweckt. Er stellt ein Tablett mit frisch gebrühtem Kaffee und Keksen auf meiner Veranda ab. Mit Winnie und Rian habe ich mich verabredet, um zum Sonnenaufgang nochmals zum Hyänen-Bau zu fahren. Leider treffen wir die Jungen wieder nicht an. Doch irgendetwas muss die Aufmerksamkeit der großen Herde Uganda-Kobs erregen, die ihre Ohren aufstellen und alle in eine Richtung blicken. Die Ursache finden wir nicht heraus. Aber die Szenerie hier draußen im Morgenlicht und die Stille sind herrlich. Dafür hat sich das frühe Aufstehen auf jeden Fall gelohnt. Der Nationalpark ist ja sowieso nicht gerade von Touristen überlaufen. Aber jetzt am Morgen haben wir ihn quasi ganz für uns allein. Wer nicht zeltet und nicht im Ishasha Wilderness Camp übernachtet, hat ein weitere Anfahrt. Zwei neue Mittelklasse-Lodges entstehen gerade einige Kilometer vor dem Parkeingang. Eine noch preisgünstigere Option ist das Savannah Resort Hotel in der etwa eine Stunde entfernten Stadt Kihihi.

Das Ishasha Wilderness Camp ist eine Station auf der Reise Ugandas Höhepunkte mit Komfort.



Lust auf eine solche Safari? Ich berate Sie gern.
Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen
Telefon: 037437 538811 | marco@outback-africa.de


Mweya, 5. Mai 2015

Schwarze Regenwolken hängen tief über uns. Auf dem Weg zum Queen Elizabeth Nationalpark haben wir an einem der Kraterseen Halt gemacht. Nach einem Foto schlüpfen wir schnell wieder ins Auto. Jeden Moment muss der Regen losgehen. Als wir dann am Eingangstor des Nationalparks stehen, fallen nicht nur Tropfen gegen die Scheibe, das Wasser läuft in Strömen daran herunter. Tolle Aussichten für eine Pirschfahrt und die anschließende Bootstour.

Helmut, unser Guide, bleibt gelassen. Er steuert den Landcruiser über die Wege des Reservats auf der Suche nach einem schönen Plätzchen für unser Mittagspicknick. Bis wir das gefunden haben, hat der Regen schon wieder aufgehört. Die Sonne kommt heraus und lässt die Wasserperlen auf den Blüten an den Büschen um uns herum funkeln. Wir schneiden Käse, Salami, Tomaten, Avocado und eine Ananas auf und lassen uns alles schmecken.

Wir fahren weiter zur Mweya Halbinsel. Sie liegt im Edward-See, dort wo der Kazinga-Kanal in den See mündet. Der Kazinga-Kanal ist eine 32 Kilometer lange, natürliche Wasserstraße, die den Lake Edward mit dem kleineren, nordöstlich davon gelegenen Lake George verbindet. Hier wollen wir eine Safari auf dem Wasser unternehmen. Die Boote liegen unten in der Bucht bereit, gleich auf einer Anhöhe darüber erstrecken sich die Gebäude der Mweya Safari Lodge. Es ist ein traditionsreiches Haus der gehobenen Mittelklasse. Es gibt 32 Standard-Zimmer, zwölf Deluxe-Zimmer mit Klimaanlage und zwei Suiten. Neu hinzu kamen zwei Familien-Häuser und fünf großzügige Zeltchalets – alle mit herrlichem Blick auf den Kanal. Wer noch mehr Platz und Komfort wünscht, kann sich ins Presidential Cottage oder ins Queens Cottage einmieten. Letzteres war tatsächlich für einen Staatsbesuch der britischen Königin in Uganda gebaut worden. Allerdings kam die Queen nicht bis nach Mweya.

Auch Gäste, die entweder in den günstigeren Unterkünften außerhalb der Parkgrenzen oder in den kleineren, exklusiveren Camps und Lodges wohnen, kommen wegen der Bootsfahrten nach Mweya. Also besteigen auch wir unser Boot. Es gibt zwei kleinere Boote mit einem Deck und eine größere Ausführung mit zwei Decks. Eins der beiden kleineren Boote ist für uns reserviert, die „Kingfisher“. Sie ist besonders komfortabel ausgestattet mit Drehsesseln und Lederpolsterlandschaft. Der Bootsmann erklärt nicht nur die Tierwelt am Ufer, sondern serviert auch noch Häppchen und kühle Getränke. Der Regen von heute Mittag ist längst wieder vergessen. Die Sonne scheint und weiße Wolken türmen sich am blauen Himmel auf. Wir stoßen wieder mit einem Nile-Bier an und lehnen uns in den Polstersitzen zurück. Die „Kingfisher“ gleitet an kleinen Eisvögeln, trägen Büffeln und zwei Elefanten vorbei. Safariherz, was willst Du mehr!



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Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen
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Fort Portal, 4. Mai 2015

Die Fahrt vom Murchison Falls Nationalpark nach Süden bis zur Kluges Guestfarm bei Fort Portal ist weit. Wir sind etwa acht Stunden unterwegs, inklusive Mittagspause. Nachdem wir den Nationalpark verlassen haben, schlängelt sich die Straße den Abhang des Afrikanischen Grabenbruchs hinauf. An einem Aussichtspunkt halten wir an und blicken weit über den Albertsee und auf die Stadt Butiaba. Helmut erzählt, dass es einst ein wichtiger Umschlagplatz für Waren war, die von Ägypten aus den Nil herauf transportiert wurden. 1951 wurde hier der Film African Queen mit Katharine Hepburn und Humphrey Bogart gedreht. Drei Jahre später zog sich Ernest Hemingway hier bei einem Flugzeugunglück schwere Verletzungen zu. Butiaba hat also schon berühmte Leute gesehen, heute ist der Ort längst nicht mehr so bedeutend.

Wir fahren weiter, müssen Kilometer schaffen. Gegen Mittag passieren wir die Stadt Hoima, die seit meinem letzten Besuch vor neun Jahren eine schicke Durchgangsstraße bekommen hat. Die Freude über den glatten Asphalt mit Bordsteinkanten währt nicht lange. Bald haben wir die staubige Piste zurück. Zum Glück ist in Uganda der Blick aus dem Autofenster fast immer interessant. Die Landschaft wechselt, und überall begegnen wir Leuten: Kindern auf dem Schulweg, Bauern auf dem Feld, Frauen auf dem Weg zur Wasserstelle. Wir überholen Fahrradfahrer, Motorräder und Lastwagen, beladen mit Säcken, Ballen und Passagieren.

Als wir Fort Portal näher kommen, erhebt sich vor uns das Bergmassiv der Ruwenzoris. Leider kann man es nicht wirklich sehen, sondern in der dichten Wolkenhülle bestenfalls erahnen. Dort oben in den Bergen fällt viel mehr Niederschlag als im Rest des Landes, über 300 Regentage soll es im Jahr geben. In den Hochlagen halten sich noch Gletscher. Trotz des Wetters schwärmen diejenigen, die schon einmal dort waren, von einer einmaligen Landschaft mit außergewöhnlicher Pflanzenwelt. Die Mondberge, wie die über 5000 Meter hohen Ruwenzoris auch genannt werden, kommen auf meine Wunschliste für die nächste Uganda-Reise.

Nach einem Einkaufsstopp in Fort Portal steht die Sonne schon tief, als wir auf Kluges Guestfarm etwas außerhalb von Fort Portal ankommen. Wir fahren durch ein Tor. Rechts und links des Weges, der auf das flache Hauptgebäude zufährt, blüht ein üppiger, parkähnlicher Garten. Es gibt insgesamt acht Gästezimmer, je vier in zwei Reihenbungalows unter einem Dach vereint. Die Ausstattung ist nicht schick, aber solide, und bietet alles, was man so braucht: Bett mit Moskitonetz, Sessel, Badezimmer mit Wanne und Steckdosen, die 24 Stunden Strom zum Aufladen der Kamera-Akkus liefern. Fenster und Türen sind mit wuchtigen Gittern gesichert, obwohl die Umgebung eher ruhig und alles andere als gefährlich anmutet. Farm und Gästehaus werden von einem deutsch-ugandischen Ehepaar geführt.

Hier kommt Gemüse aus eigenem Anbau und Fleisch aus eigener Schlachtung auf den Tisch. Und so ist das Abendessen für mich der eigentliche Pluspunkt des Hauses. Gut, Tomaten sind in Uganda eh nie aus Holland, sondern noch vom Bauern von nebenan. Aber hier in Kluges Guestfarm verstehen sie es auch noch, aus der eigenen Ernte eine wirklich leckere Tomatensuppe zu bereiten. Auch das Rinderfilet auf dem Büffet kann sich schmecken lassen. Nach dem feinen Mahl sitzen wir noch lange vor der Tür des Restaurants am Lagerfeuer. Ohne die wärmenden Flammen wäre es hier, am Fuße der Ruwenzoris, ziemlich kühl. Aber so wird es ein schöner Abend mit kühlem Club-Pilsener, heißem Feuer und prächtigem Sternenhimmel.



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Marco Penzel, Geschäftsführer Outback Africa Erlebnisreisen
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