Neuigkeiten und Berichte von Outback Africa Erlebnisreisen

Geier sind nicht die attraktivsten Steppenbewohner und Fotomotive, erfüllen aber wie Hyänen und Mistkäfer auch eine sehr wichtige Funktion im Gleichgewicht der Natur.

Der Oberbegriff “Geier” ist nicht korrekt, eigentlich handelt es sich um große bis sehr große Greifvögel aus der Familie der Habichtartigen. Sie können eine Körpergröße von über einem Meter und eine Spannweite von bis zu 2,90 Metern erreichen. Typisches Merkmal ist der kahle Hals (oft aus einer Halskrause herausragend) und der Kopf mit dem markanten Schnabel.

Interessant ist die Unterscheidung in “Altweltgeier”, also den Vögeln, die in Südeuropa, Afrika und Asien vorkommen. Die “Neuweltgeier” kommen dagegen nur in Nord- und Südamerika vor. Der bekannteste unter den Neuweltgeiern ist der Andenkondor, der gleichzeitig der größte flugfähige Vogel ist.

In Afrika anzutreffen sind verschiedene Arten von Altweltgeiern, oft auch mehrere Arten in einem Gebiet. Sie zu entdecken ist nicht schwer, denn sie sind überall dort zu finden, wo ein Kadaver in der Savanne liegt. Die Stelle ist durch die am Himmel kreisenden Vögel dann leicht auszumachen. Leider sehen das auch die Hyänen und Raubkatzen. Für sie sind die Geier ein untrügliches Zeichen dafür, dass es dort etwas zu holen gibt. Mit einer einzelnen Hyäne arrangieren sich die Vögel, bei Löwen- oder Hyänenrudeln treten sie den Rückzug an und warten sie oft in Scharen in nahegelegenen Bäumen darauf, dass das Büffet wieder freigegegeben wird. Umgekehrt folgen manche Geierarten auch den Raubtieren und sichern sich so ein Stück frischer Beute. Eine Antilope kann ein Geierschwarm innerhalb von rund zehn Minuten bis auf die Knochen vertilgen.

 

In dem Video, das in der Massai Mara gedreht wurde, lassen sich die unterschiedlichen Geierarten gut erkennen. Ein typischer Anblick, denn die Geier beobachten sich auch untereinander und haben unterschiedliche Vorlieben.
Die großen, hellen Vögel sind Weißrückengeier. Sie kommen am häufigsten in den afrikanischen Savannen vor und sind gegenüber anderen Geiern besonders aggressiv. Meist leben sie in größeren Gruppen und fressen weiche Kadaverteile. Ebenfalls anwesend sind Kapgeier (hell mit bläulicher Färbung am Hals) sowie einige Kappen- oder Wollkopfgeier. Diese sind kleiner und scheuer.

Die Rangkämpfe und das Imponiergehabe der Vögel untereinander lassen sich gut beobachten:

Eine weitere Spezies, die Ohrengeier, ist nicht anwesend. Wäre einer von ihnen da, würden sich alle anderen zurückziehen, denn Ohrengeier sind um einiges größer als alle anderen Arten. Ohrengeier fressen auch zähe Kadaverstücke wie Haut oder Sehnen. Ihr charakteristisches Merkmal sind die Hautlappen am Kopf, denen sie ihren Namen verdanken.

Eine besondere Art sind Palmgeier, die ebenfalls eine kleinere Raubvogelart. Man trifft sie im südlichen Afrika meist dort an, wo es Ölpalmen gibt (daher der Name). Im Gegensatz zu der aasfressenden Verwandtschaft ernähren sich Palmgeier hauptsächlich von den Früchten der Ölpalme sowie von andere Früchten. Nur selten fressen sie Fische, Insekten oder Aas. Sie kommen nur selten vor eine Kameralinse und werden durch das helle Gefieder oft mit Adlern verwechselt.

Auch beim Brüten mögen es Geier gesellig, bis auf die Ohrengeier brüten fast alle Geierarten in Kolonien. Dabei bevorzugen sie hohe Standorte wie Bäume oder Felsspalten, müssen aber bei starker Sonneneinstrahlung den Nachwuchs beschatten. Nach rund 130- 140 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest.

Trotz des recht häufigen Vorkommens gelten einige Arten als gefährdet. Wie allen anderen Savannentieren macht der kleiner werdende Lebensraum und die Umweltverschmutzung den Geiern zu schaffen. Wer die imposanten Vögel beobachten will, hat in der Massai Mara oder in Botswana die besten Chancen, aber auch in den anderen afrikanischen Ländern ist es nicht schwer, die Geier am Himmel kreisen zu sehen.

Judith Nasse (auf Korsika) © Foto: privat

Judith Nasse (auf Korsika) © Foto: privat

Wir haben Zuwachs bekommen – in Form von Judith Nasse. Das quirlige Nordlicht mit Auslandserfahrung hat sich ins beschauliche Bad Elster verirrt und sich in den letzten Monaten recht gut eingelebt. Sie unterstützt Svenja tatkräftig bei den Ostafrika-Programmen und hatte vor kurzem auch schon die Gelegenheit, neue und unerforschte Ecken Tansanias zu entdecken. In einem der nächsten Newsletter wird sie ausführlich über ihre Erlebnisse und löwenstarke Begegnungen berichten (ein paar kleine hat sie mitgebracht, wie man unten sehen kann).

Wie alle anderen Kollegen musste sie sich unseren neugierigen Fragen stellen…

Du kommst aus Hamburg und hast auch einige Zeit in Paris gelebt, also in der Großstadt. Hast du dich schon an das Landleben gewöhnt? Was gefällt dir, was eher nicht?
Der Umzug aus einer Metropole auf das Land und gleichzeitig aus Frankreich zurück nach Deutschland war anfangs schon eine ziemlich große Umstellung. Inzwischen habe ich mich hier schon ganz gut eingelebt. Besonders gefallen mir die Nähe zur Natur und der stressfreie Lebensrhythmus, ganz im Gegenteil zum hektischen Stadtleben in Paris. Weniger gefallen mir die recht langen Anfahrtswege, um z.B. mal ins Kino oder shoppen zu gehen.

Was ist dein Lieblingsreiseland?
Ein wirkliches Lieblingsreiseland habe ich nicht. Ich bereise gern immer wieder andere Länder, um tolle Landschaften, kulturelle Schätze und andere Lebensweisen zu entdecken. Neben Ostafrika und dem südlichen Afrika faszinieren mich insbesondere Südostasien und Australien.

Was machst du gern in deiner Freizeit?
In mache gern Sport; im Sommer gehe ich am Wochenende häufig wandern und im Winter nehme ich an Sportkursen teil und fahre gern Ski. Außerdem habe ich sehr viel Spaß am Fotografieren.

Wie gefällt es dir im neuen Büro?
Geräumige und modern eingerichtete Büros, ein großer Raum für die gemeinsame Mittagspause und ein schöner heller Arbeitsplatz – angenehm für die Bildschirmarbeit – einfach super!

Was ist dein Lieblingsfotomotiv?
Am besten gefallen mir Safari-Motive und, wenn ich auf Pirschfahrt Glück habe, fotografiere ich besonders gern Großkatzen.

Löwenkinder im Lamai-Gebiet © Foto: Judith Nasse | Outback Africa Erlebnisreisen

Löwenkinder im Lamai-Gebiet © Foto: Judith Nasse | Outback Africa Erlebnisreisen

Oft stand ich vor dieser verwilderten Wiese und dem altehrwürdigen Haus unter den großen Rotbuchen, das die Leute aus unserem Dorf „die alte Villa“ nannten. Erträumte mir, dass jemand das marode Haus sanieren und wir für Outback Africa eine ganze Etage mieten würden. Doch über die Jahre geschah nichts, das leerstehende Haus verfiel weiter, auf der Wiese grasten die Pferde des Nachbarn.

Im Outback-Büro in der Bahnhofstraße in Bad Elster wächst dagegen die Unzufriedenheit. Zu wenig Platz, zu langsames Internet, zu schwache Heizung, zuviel Lärm durch die dünnen Fenster von der Hauptstraße und von den Sägen und Gartengeräten der Nachbarschaft, und eine unbefriedigende Parksituation. Uns ist klar, ewig können wir da nicht bleiben. Eines Tages, es fühlt sich gerade wieder an, als ob mir ein Rasenmäher quer durchs Hirn geschoben wird, packt mich die Neugier. Ich rufe bei den Eigentümern an und frage, was das Villengrundstück in Sohl kosten soll. Die Antwort kommt prompt und klingt recht erfreulich.

Ein Jahr darauf rückt der Abrissbagger an. Die alte Villa ist nicht mehr zu retten. Doch damit steht auch fest, wir können unser neues Büro so bauen, wie wir es uns wünschen. Die Bauarbeiten beginnen Ende März. Beim Richtfest im Juni können die Kollegen ihre künftigen Büroräume erstmals begehen, Ende November sind die meisten Arbeiten erledigt und auch der Garten ist gestaltet.

In der Bahnhofstraße wird es derweil ungemütlich. „Haben wir noch Polsterumschläge?“ – „Schon verpackt!“ – „Und die Tansania-Reiseführer?“ „Auch schon verpackt“. Arbeiten ist schwierig in diesen Zeiten. Die letzten Tage in unserem alten Büro sind anstrengend. Wir sitzen zwischen gepackten Umzugskartons, die hellen Schreibtischleuchten sind bereits abgeschraubt und ins neue Büro versetzt, ersatzweise hängen nackte Glühlampen von der Decke und tauchen die hohen Räume in ein gelblich-trübes Licht. Es ist Zeit für uns zu gehen.

Der Abschied nach dreieinhalb Jahren fällt nicht schwer. An meinem letzten Arbeitstag in der Bahnhofstraße ziehe ich die Tür hinter mir zu und muss grinsen. Auf den Treppenstufen nach unten wird mir ganz leicht ums Herz, ich hüpfe geradezu auf dem Weg zum Parkplatz und lasse im Auto erstmal einen Freudenschrei los. Was vor zwei Jahren noch ein verrückter Traum war, wird nun wahr. Wir ziehen in unser eigenes Büro-Haus. Ich habe wieder Himmel vor meinem Fenster und warme Füße schon am Vormittag. Ich freue mich auf die nächsten 20 Jahre und auf den nächsten Sommer und den Nachmittagskaffee im Garten.

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