Landesinformationen Sambia
Der Name der Republik Sambia leitet sich vom Sambesi (Zambezi) ab. Der viertlängste Fluß Afrikas entspringt...
Der Name der Republik Sambia leitet sich vom Sambesi (Zambezi) ab. Der viertlängste Fluß Afrikas entspringt in Sambia im Grenzgebiet zu Angola und Kongo. Er bildet im Süden des Landes die Grenze zu Simbabwe und auch die mächtigen Victoria-Fälle, ein Unesco-Welterbe und eine der größten Touristenattraktionen des Kontinents.
![]() Lumangwe-Wasserfälle im Norden Sambias |
Sambia, das gern mit dem Slogan "The real Africa" ("das wahre Afrika") wirbt, ist touristisch betrachtet ein wenig mit Botswana vergleichbar, dabei aber noch weniger besucht. Zwar hat Sambia großes touristisches Potential, doch bisher machen die Touristenscharen wegen der knappen Infrastruktur einen Bogen um das Land. Wer die mühsame Anfahrt zu den tierreichen Nationalparks scheut, ist mit einer Flugsafari am besten bedient. Überlandstrecken sind entweder auf (oft schlaglochgeschädigten) Teerpisten oder auf Erd- und Geröllstrecken, auf denen man nur langsam vorankommt und so manchmal ordentlich durchgeschüttelt wird. Ähnlich wie in Botswana gibt es in Sambia fast kein Mittelsegment zwischen einfachem, rustikalem Camping und hochwertigen (teuren) Lodge-Unterkünften. Sambia hat sich in den letzten Jahren ins Fahrwasser Botswanas gehängt und ist touristisch im Aufwind. Fernab der gängigen Touristenrouten kann man hier noch kaum berührte Nationalparks und Wildreservate mit großem Tierbestand fast alleine entdecken und die aufgeschlossenen, gastfreundlichen Menschen kennenlernen.
Nationalparks und Sehenswürdigkeiten
Zu den größten Nationalparks Afrikas gehört der Kafue Nationalpark in Zentralsambia, der von weiten Savannenlandschaften geprägt ist. Bekannter und mehr besucht ist aber der South Luangwa Nationalpark im Osten des Landes. Der Luangwa-Fluß verläuft in einem westlichen Nebental des Großen Afrikanischen Grabenbruchsystems. Hier können Besucher vielfältige Tierbeobachtungen zu Fuß, per Boot oder vom offenen Allradwagen aus erleben. Nur hier leben Thornicroft-Giraffen und Cookson-Gnus. Die Flußpferddichte soll nirgendwo höher sein als im Luangwa-Fluß. Nachtpirschfahrten sind im Luangwa-Tal besonders lohnenswert, da die Chancen auf Leoparden-Beobachtung gut stehen. Im nördlich angrenzenden North Luangwa Nationalpark sind weniger Besucher unterwegs, es gibt dort auch deutlich weniger Unterkünfte. Große Büffelherden und Löwen auf der Jagd sind häufig anzutreffen.
![]() Gnu im Liuwa Plains Nationalpark, Westsambia |
Der Lower Zambezi Nationalpark im Süden des Landes beeindruckt mit herrlichen Flußlandschaften und kleinen Seen. In der Trockenzeit kommen regelmäßig große Elefantenherden ans Ufer zum Trinken.
Die Liuwa Plains im Südwesten bieten jedes Jahr im November ein besonderes Naturschauspiel: die Gnu-Wanderung zwischen Angola und Sambia. Sie hat bei weitem nicht die Ausmaße wie in der Serengeti oder Massai Mara, dafür sehen nur sehr wenige Besucher die großen Herden in den weiten Ebenen, die mit den ersten Regenfällen von einem Blumenteppich überzogen werden.
Die Stadt Livingstone am Sambesi ist für viele Sambia-Besucher der Ausgangs- oder Endpunkt ihrer Reise. An den Victoria-Fällen, die nur vier Kilometer von der Stadt entfernt liegen, werden vielfältige Aktivitäten von Wildwasser-Rafting und Kanu-Touren über Bungee-Springen bis hin zu Rundflügen und Reitausflügen angeboten. Benannt ist die Stadt nach dem schottischem Missionar und Afrikaforscher David Livingstone, der hier als erster Europäer das donnernde Wasser erblickte und die Wasserfälle der Zeit gemäß nach der britischen Königin Victoria benannte. Das Herz von David Livingstone liegt unter einer Schirmakazie im Dorf Ilala begraben, südöstlich des Bengweulu-Sees, wo er am 1.Mai 1873 starb. Die Einheimischen wollten, daß etwas von dem großen Mann in Afrika bleibt. Livingstones Körper ist begraben in der Londoner Westminster Abbey.
Topographie, Pflanzenwelt, Klima und beste Reisezeit
Sambia liegt zwischen 1000 und 1400 Meter hoch, wobei das Plateau zum Osten und Nordosten hin ansteigt. Die Savanne ist mit Laubbäumen, Sträuchern, Grasebenen und Sümpfen bedeckt. Das tropisch-wechselfeuchte Klima wird durch die Höhenlage des Landes abgemildet. In den Tälern betragen die durchschnittlichen Jahrestemperaturen 25°C, in den Hochlagen etwa 21°C. Temperaturen von über 40°C sind im Luangwa-Tal im September und Oktober aber keine Seltenheit. Im Süden fallen jährlich 600 mm Niederschlag und nach Norden nehmen sie bis auf 1.200 mm zu.
![]() Bad im heißen Thermalwasser der Kapishya Springs |
Die Regenzeit beginnt meist im Dezember und geht bis in den April hinein, wobei der Höhepunkt in der Regel im Februar ist. Flüsse treten dann über die Ufer, und viele unbefestigte Straßen werden zu unpassierbaren Schlammpisten. Die Trockenzeit von Mai bis Oktober/November gilt als die beste Reisezeit. Während dieser Periode treten große Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperaturen auf. Vor allem von Juni bis August können die Nächte empfindlich kalt werden. Die Tierbeobachtungsmöglichkeiten werden mit fortschreitender Trockenzeit besser, die Landschaft jedoch immer karger und die Pisten immer staubiger. Im Oktober/November sind im halb ausgetrockneten Luangwa-Fluß stellenweise nur noch Tümpel, die dann von den vielen Flußpferden als letzter Rückzugsort hart umkämpft sind.
Das Hochland wird dominiert von laubabwerfendem Trockenwald. In den Flußtälern wechselt er sich oftmals mit Trockensträuchern und Affenbrotbäumen ab. Papayrussümpfe und weite Grasländer prägen die Überschwemmungslandschaften größeren Flüsse. Im Nordosten hat das Land Anteil am Tanganyika-, am Mweru- und am Bangweulusee, im Süden am Kariba-Stausee.
Lage, politische und wirtschaftliche Situation
Sambia ist ein Binnenland und etwa doppelt so groß wie Deutschland. Mit knapp 11 Millionen Einwohnern ist das Land relativ dünn besiedelt. Es gibt keine Meeresküste, aber viele Seen und Flüsse. Auch der Kongo-Fluß hat seine Quelle in Sambia.
Die Binnenlage hat sich auf Sambia schon in der Vergangenheit stark ausgewirkt. Die Kolonisierung dieses Gebietes geschah erst relativ spät und wurde langsamer und weniger intensiv betrieben als in den leichter zugänglichen Küstengegenden. Eine Ausnahme bildet lediglich der Kupferabbau. Das Land besitzt im Norden ein nicht unbeträchtliches Vorkommen an Bodenschätzen. Kupfer, das im sogenannten "Copper Belt" von internationalen Firmen abgebaut wird, ist auch heute noch das Exportprodukt Nummer eins, gefolgt von Kobalt, Elektrizität, Tabak, Blumen und Baumwolle. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Hauptanbauprodukte sind Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung wie Mais oder Maniok. Das wichtigste Import-Land ist Südafrika.
Eine Ölpipeline und die TAZARA (Tanzania-Zambia Railway) verbindet Sambia mit dem tansanischen Hafen Dar es Salaam. Aber die weiten und zum Teil schlecht ausgebauten Verkehrswege zu anderen wirtschaftlichen Zentren der Region machen den Transport von Menschen und Waren von und nach Sambia bis heute sehr aufwendig.
![]() Ochsenkarren, ein typisches Transportmittel in Sambia |
Unter dem Namen Nordrhodesien wurde das heutige Sambia 1890 von Cecil Rhodes für die Britisch-Südafrikanische Gesellschaft erworben. 1953 wurde es Teil der Föderation von Rhodesien und Nyasaland, ihr Führer wurde K. Kaunda. 1963 lösten die Briten die Föderation auf und gewährten ein Jahr später Nordrhodesien unter dem Namen Sambia die Unabhängigkeit. Jetziger Präsident des Landes ist Levy Mwanawasa. Sambia ist ein in der Weltöffentlichkeit recht unbekanntes Land mit einer mehr oder weniger demokratisch legitimierten Regierung. Es ist an keinen größeren gewaltsamen Konflikten direkt beteiligt, und es gibt "nur" regional begrenzte Hungersnöte in besonders trockenen Jahren. Im größtenteils von Katrastophen geprägten Bild von Afrika hat Sambia also - zum Glück - wenig Nachrichtenwert.
Einreise nach Sambia
Deutsche, Österreicher und Schweizer Staatsbürger benötigen zur Einreise einen noch mindestens 6 Monate über das Reiseende hinaus gültigen Reisepaß.
Das Einreisevisum wird an den internationalen Flughäfen Lusaka oder Livingstone sowie auch an den Landgrenzübergängen Livingstone (von Simbabwe), Kazungula (von Botswana), Sesheke (von Namibia) und Chipata (von Malawi) erteilt. Das Visum für die einmalige Einreise kostet derzeit 25 US$, ein Double Entry Visa 40 US$. Ein 24- Stunden-Visum für 10 US$ benötigen Sie zum Beispiel bei einem Transfer von Botswana oder Simbabwe zum Flughafen Livingstone, oder wenn Sie von Victoria Falls aus für einen Tag einen Abstecher auf die sambische Seite der Victoria Fälle unternehmen möchten - ein Ausflug, der sich auf jedem Fall lohnt!
Mit dem Flugzeug erreicht man Livingstone am besten über Johannesburg (Reisezeit ab Frankfurt mit Lufthansa und South African Airways etwa 14 Stunden). Die Landeshauptstadt Lusaka wird dreimal wöchentlich von London aus direkt angeflogen sowie täglich via Johannesburg.
Land und Leute
Die Landeszeit ist der mitteleuropäischen Zeit um eine Stunde voraus, während unserer Sommerzeit besteht Zeitgleichheit. Amtsprache ist englisch, daneben gibt es sieben offizielle Stammessprachen (von rund 70 Bantu-Stämmen), die wichtigste davon ist Bemba. Landeswährung ist der Zambian Kwacha, der US-Dollar wird überall im Land akzeptiert und wird für viele Leistungen im Tourismus zwingend als Zahlungsmittel vorgeschrieben. Reiseschecks namhafter Anbieter werden in den größeren Städten eingelöst. Geldautomaten akzeptieren überwiegend Visa und Mastercard, jedoch keine ec-(Maestro)-Karten.
![]() Kinder in Kalabo im Westen Sambias |
Wie viele andere afrikanische Länder hat auch Sambia ein großes Problem mit AIDS. Es gehört zu den Ländern mit der höchsten HIV-Infektionsrate. Dadurch bedingt ist die Lebenserwartung innerhalb der letzten 15 Jahre von 60 auf 37 Jahre gesunken. Im Jahr 2006 gab es 750.000 AIDS-Waisen in Sambia; für das Jahr 2015 wird mit einer Million Waisen gerechnet, das wären 20 Prozent der Kinder im Land. Die meisten Waisenkinder erhalten keine formale Schulausbildung und leben auf der Straße.





